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Archiv für Kategorie Ethik & Qualitätssicherung
Kritikkultur in Redaktionen: Fehlanzeige
Verfasst von Susanne Fengler unter Ethik & Qualitätssicherung, Redaktionsmanagement am 16. Februar 2012
Journalisten haben große Schwierigkeiten, professionell mit Kritik umzugehen: Weder wagen sie es in Redaktionskonferenzen, die Arbeit von Kollegen in Frage zu stellen – noch sind sie gewillt, Kritik von außen anzunehmen.
Zu diesem Ergebnis kommt die Kommunikationswissenschaftlerin Yael de Haan in ihrer Studie über Medienselbstkontrolle und journalistische Verantwortung in drei niederländischen Redaktionen.
Ausgangspunkt des Forschungsprojekts war die Beobachtung, dass Politiker und Öffentlichkeit auch in den Niederlanden seit Anfang der 90er Jahre vermehrt kritisch über die Rolle der Medien in der Gesellschaft zu diskutieren begannen. War die Debatte in den 90er Jahren noch eher von Medienstruktur- und Medienpolitikfragen geprägt, traten nach der Jahrtausendwende Themen der Medienverantwortung in den Vordergrund. Auslöser für eine intensive Auseinandersetzung war in den Niederlanden insbesondere der Aufstieg des umstrittenen Politikers Pim Fortuyn und seine Ermordung im Jahr 2002, für die Kritiker auch das von den Medien geschaffene Klima verantwortlich machten. Zum Rest des Beitrags »
Kleiner Markt, viele Probleme
Verfasst von Milica Jevtic und Marko Nedeljkovic unter Ethik & Qualitätssicherung am 6. Februar 2012
Obwohl Serbien gerade einmal sieben Millionen Einwohner hat, gibt es dort immerhin 610 Printmedien und 456 elektronische Medienplattformen.
Der Mangel an transparenten Besitzverhältnissen, der Mangel an Freiheit und die Einmischung der Regierung in die verschiedenen Pressekanäle sind nur einige Probleme der serbischen Medienlandschaft.
Der Markt
Die Presse: Eines der größten Probleme, dem die inländische Presse gegenüber steht, ist die gewaltige Konkurrenz: Angaben der ‚Serbian Business Registers Agency‘ zufolge existieren 610 Pressekanäle, darunter 20 Tageszeitungen und 83 wöchentlich erscheinende Zeitschriften. Die meisten werden landesweit verbreitet. Laut der ‚Unabhängigen Journalistenvereinigung Serbiens‘ (NUNS) haben Werbekunden 2009 36 Millionen Euro in Printmedien investiert. Im Durchschnitt sind dies 72.000 Euro für jedes Printmedium, was bedeutet, dass sie alle von jeweils 6.000 Euro monatlich überleben mussten. Obwohl Presseerzeugnisse mehr als die Hälfte der Medienunternehmen des Landes ausmachen, erhalten sie nur 22 Prozent des in Medien investierten Geldes, da Unternehmer lieber ins Fernsehen investieren. Zum Rest des Beitrags »
Abstand halten!
Verfasst von Marlis Prinzing unter Ethik & Qualitätssicherung am 1. Februar 2012
Journalisten schmieren Polizisten! Polizisten holen sich Journalisten ins Bett! Journalisten stecken mit Politikern unter einer Decke! Distanz und Nähe – ein generelles Problem im Journalismus.
Ob Medien und Polizei, ob Medien und Politik: Die Frage der Nähe und Distanz ist ein generelles Problem im Journalismus. Die Affäre um den deutschen Bundespräsidenten Christian Wulff hat erneut deutlich gemacht, wie heikel es wird, wenn die professionelle Distanz aufgegeben wird. Hauptthema war zwar die Beziehungskorruption zwischen Politik und Wirtschaft. Zumindest auf dem Nebenschauplatz ging es aber um das unselige Verhältnis, dass der deutsche Bundespräsident zu dem Chefredaktor der größten deutschen Boulevard-Zeitung unterhielt.
Auch in den Nachbarländern Deutschlands gibt es vergleichbare und aktuelle Beispiele: In der Schweiz den Fall Hildebrand, in Österreich den Fall Pelinka. Die Weltwoche hat im Fall des Nationalbankpräsidenten Philipp Hildebrand nicht einfach investigativ recherchiert und das selektiert, was öffentlich relevant ist, sondern auch sortiert, wie die Zeit in ihrer aktuellen Ausgabe analysiert. Zum Rest des Beitrags »
Medien als verlängerter Arm der Politik
Verfasst von Remzi Lani unter Ethik & Qualitätssicherung, Pressefreiheit am 25. Januar 2012
Die Beziehung zwischen Medien und Politik im Balkan ist äußerst komplex und voller Widersprüche.
Die heutige Balkan-Presse ist eher ein verlängerter Arm der Politik als eine Vertretung der öffentlichen Meinung, da ein beträchtlicher Teil der Medien immer noch von mächtigen politischen Gruppen kontrolliert wird. Den Beobachtungen einiger Autoren zufolge (unter anderem Karol Jakubovicz, Mihai Coman, Colin Sparks und Tomasz Goban-Klas) weist die Mediensituation der Balkanstaaten die gleichen Merkmale wie in anderen post-kommunistischen Gesellschaften auf: Die Presse ist zwar pluralistisch und frei geworden, aber immer noch nicht unabhängig.
Die Umstellung vom „Sowjetischen Medienmodell“ zum „Modell der sozialen Verantwortung“ scheint schwieriger zu sein als erwartet. Politiker und politische Parteien versuchen weiterhin permanent die Medien zu beeinflussen, da sie wie zu Zeiten des Kommunismus immer noch der Überzeugung sind, dass derjenige, der die Medien kontrolliert, die Macht innehat. Zum Rest des Beitrags »
Medien im Jagdfieber – teils mit Beißhemmung
Verfasst von Stephan Russ-Mohl unter Ethik & Qualitätssicherung am 20. Januar 2012
Die Skandalisierung von Hildebrand und Wulff im Vergleich
Beginnen wir mit der eigenen Fehlprognose: Noch am Morgen, bevor der Schweizer Nationalbankpräsident Hildebrand das Handtuch warf, hatte ich im kleinen Kreis von Studierenden avisiert, aus „wissenschaftlicher Sicht“ sei der deutsche Bundespräsident Wulff der erste Rücktrittskandidat. Zu dieser Fehleinschätzung hat mich eine gediegene Studie verleitet, in der Hans Mathias Kepplinger Skandale und publizistische Konflikte unterscheidet. Dem Mainzer Medienforscher zufolge ist beiden gemeinsam, dass von den Medien „tatsächliche oder vermeintliche Misstände angeprangert“ werden. Bei Skandalen bestehe jedoch nach kurzer Zeit ein „breiter Konsens in der Einschätzung der Ursachen der Missstände sowie der Verantwortung ihrer Urheber“. Bei publizistischen Konflikten komme es dagegen zu einer öffentlichen Auseinandersetzung darüber, wie die „Ursachen der Missstände und die Verantwortung ihrer Urheber“ einzuschätzen seien.
Vergleichen wir die Causa Hildebrand mit der Causa Wulff, so sind die ursprünglichen Verfehlungen der beiden Präsidenten, die den Anlass zur Skandalisierung lieferten, in etwa „gleichwertig“, auch wenn der geldwerte Vorteil der Devisengeschäfte von Hildebrands Frau größer war und diese auch näher am Kerngeschäft des Nationalbankpräsidenten dran waren als die Kreditaufnahme des deutschen Minister- und späteren Bundespräsidenten bei “friends & family”. Zum Rest des Beitrags »
Was dürfen und was müssen Medien zeigen?
Verfasst von Tina Bettels unter Ethik & Qualitätssicherung am 19. Januar 2012
Die Veröffentlichung der Bilder des getöteten libyschen Diktaktors Gaddafi hat europaweit zu einer medienethischen Kontroverse geführt.
Eine Studie analysiert, wie Schweizer Medien im Rahmen der Gaddafi-Berichterstattung mit Bild- und Videomaterial umgegangen sind und inwiefern sie dabei medienethische Grenzen überschritten haben.
Der Screenshot des Handy-Videos eines AFP-Fotografen ging in Sekundenschnelle um die Welt. Zu sehen war darauf die Leiche des libyschen Machthabers Muammar Gaddafi. Während einige Medien die Publikation des Bildes aus ethischen Gründen ablehnten, rechtfertigten andere die Veröffentlichung mit dem Hinweis auf die Notwendigkeit der Dokumentation eines „historischen Ereignisses“.
Der Forschungsbereich Öffentlichkeit und Gesellschaft (fög) der Universität Zürich hat rund 40 Medientitel aus Print, Online und TV der deutschen, französischen und italienischen Schweiz daraufhin untersucht, mit welchen Darstellungstechniken das jeweilige Medium den Tod Gaddafis visualisiert und inwieweit es dabei gegen ethische Richtlinien verstoßen hat. Zum Rest des Beitrags »
Schnell, exklusiv und transparent
Verfasst von Pierre Gehmlich unter Ethik & Qualitätssicherung, Neue Medien & Web 2.0 am 16. Januar 2012
Was zeichnet journalistische Web-Angebote aus Sicht der Nutzer aus? Eine Studie befragte das User-Publikum und überprüfte daraufhin das Onlineangebot dreier großer Regionalzeitungen. Das Ergebnis lässt zu wünschen übrig.
Wie lässt sich mit Journalismus im Internet Geld verdienen? Eine Antwort auf diese Frage ist nicht nur für Zeitungsverlage überlebenswichtig, die in der Printkrise ihre Onlineangebote auf wirtschaftlichen Erfolg trimmen müssen. Alle Anbieter kämpfen seit Jahren mit einem großen Problem. Sie haben ihre Leistungen in der Vergangenheit online schlichtweg verschenkt und ihren Nutzern die inzwischen lautstark beklagte Gratismentalität selbst mit anerzogen. Derzeit bieten fast alle ihre Inhalte kostenlos an, obwohl es für alle besser wäre, Geld zu verlangen.
Einen Ausweg aus dem so genannten Gefangendilemma haben bisher nur einige wenige Anbieter gefunden. Financial Times und Wall Street Journal konnten vor ihren exklusiven Analysen erfolgreich eine Paywall hochziehen, der britische Guardian und die New York Times experimentieren mit gegensätzlichen Konzepten. Zum Rest des Beitrags »






