Archiv für Kategorie Ethik & Qualitätssicherung

Anarchistische Visionen

Die Nachrichten der Zukunft kommen aus der „Community“. Der neue Journalismus – das sind die User, gemeinsam wohlgemerkt, dank „Schwarmintelligenz“.

Die (Noch-) Journalisten schwenken die weißen Fahnen und kapitulieren, ihre Redaktionen haben ausgedient. So sehen das jedenfalls einige Vordenker des Web 3.0, darunter Jeff Jarvis, Jay Rosen und Clay Shirky.

Mit ihren Konzepten setzt sich Dean Starkman im Columbia Journalism Review („Confidence Game“, Nr.11/12 2011) auseinander. Die Visionen der Gurus nennt er schlicht den „FON-Konsens“. Das steht für „future-of-news“und klingt zumindest auf Deutsch so ähnlich wie Föhn, der Kopfschmerz verursacht. Die Idee sei reizvoll, so spottet Starkmann: „Communities ballen ihr Wissen, sie machen die Berichterstattung einfach selbst und arbeiten obendrein noch im Dienst des Journalismus.“ Die alten Medien müssten deshalb den Netzwerk-Welten weichen… Zum Rest des Beitrags »

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Albanische Medien und der lokale Markt

Die Veränderungen des politischen Systems in Albanien sind mit der Entwicklung und Umgestaltung der Medienbranche verbunden.

Als der politische Pluralismus und die Markwirtschaft 1991 etabliert wurden, verlor der Staat sein Monopol über den albanischen Medienmarkt. Der Übergang von einem zentralisierten System zu einem privatisierten Mediensystem ging Hand in Hand mit anderen wesentlichen Veränderungen des Markts. Während sich der Wandel von kontrollierten zu freien Medienmärkten im einst kommunistischen Osten langsam vollzog, traten die Veränderungen in Albanien schlagartig auf.

Daher verschwanden zwischen 1991 und 1997 fast alle Zeitungen und Zeitschriften, die der kommunistische Staat einst kontrolliert hatte (mit Ausnahme von Zëri i Popullit, der Hauptzeitung der regierenden kommunistischen Partei). An ihrer Stelle erschienen neue Zeitungen, die vor allem als private Unternehmen fungierten. Zum Rest des Beitrags »

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Zweierlei Maß bei der Skandalisierung

Was muss eigentlich noch alles passieren, bis der mutmaßlich mächtigste Medienmogul der Welt zurücktritt?

Rupert Murdoch hat zwar kein öffentliches Amt inne wie Christian Wulff, der bisherige deutsche Bundespräsident, oder Philipp Hildebrand, bis vor kurzem Präsident der Schweizer Nationalbank. Ob Murdoch rechtlich für den wohl größten Abhörskandal, in den je ein Medienunternehmen involviert war, zu belangen ist, sei dahingestellt. Dass er politisch und moralisch als Unternehmenslenker die Mitverantwortung dafür trägt, dass seine Journalisten illegal und systematisch über 6000 Telefone abgehört haben, steht außer Frage.

Es geht nicht mehr um einzelne schwarze Schafe, die es in vielen großen Redaktionen gibt. Unter Murdochs Oberaufsicht ist eine Unternehmens-(Un-)Kultur entstanden, die auf bisher beispiellose Weise den Journalismus verludern ließ. Krasser wurde selten die Pressefreiheit missbraucht – und damit wohl auch gefährdet, weil solch kriminelle Energie natürlich Gegenreaktionen provoziert, um die Medien an die Kandare zu legen. Zum Rest des Beitrags »

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Kritikkultur in Redaktionen: Fehlanzeige

Journalisten haben große Schwierigkeiten, professionell mit Kritik umzugehen: Weder wagen sie es in Redaktionskonferenzen, die Arbeit von Kollegen in Frage zu stellen – noch sind sie gewillt, Kritik von außen anzunehmen.

Zu diesem Ergebnis kommt die Kommunikationswissenschaftlerin Yael de Haan in ihrer Studie über Medienselbstkontrolle und journalistische Verantwortung in drei niederländischen Redaktionen.

Ausgangspunkt des Forschungsprojekts war die Beobachtung, dass Politiker und Öffentlichkeit auch in den Niederlanden seit Anfang der 90er Jahre vermehrt kritisch über die Rolle der Medien in der Gesellschaft zu diskutieren begannen. War die Debatte in den 90er Jahren noch eher von Medienstruktur- und Medienpolitikfragen geprägt, traten nach der Jahrtausendwende Themen der Medienverantwortung in den Vordergrund. Auslöser für eine intensive Auseinandersetzung war in den Niederlanden insbesondere der Aufstieg des umstrittenen Politikers Pim Fortuyn und seine Ermordung im Jahr 2002, für die Kritiker auch das von den Medien geschaffene Klima verantwortlich machten. Zum Rest des Beitrags »

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Kleiner Markt, viele Probleme

Obwohl Serbien gerade einmal sieben Millionen Einwohner hat, gibt es dort immerhin 610 Printmedien und 456 elektronische Medienplattformen.

Der Mangel an transparenten Besitzverhältnissen, der Mangel an Freiheit und die Einmischung der Regierung in die verschiedenen Pressekanäle sind nur einige Probleme der serbischen Medienlandschaft.

Der Markt

Die Presse: Eines der größten Probleme, dem die inländische Presse gegenüber steht, ist die gewaltige Konkurrenz: Angaben der ‚Serbian Business Registers Agency‘ zufolge existieren 610 Pressekanäle, darunter  20 Tageszeitungen und 83 wöchentlich erscheinende Zeitschriften. Die meisten werden landesweit verbreitet. Laut der ‚Unabhängigen Journalistenvereinigung Serbiens‘ (NUNS) haben Werbekunden 2009 36 Millionen Euro in Printmedien investiert. Im Durchschnitt sind dies 72.000 Euro für jedes Printmedium, was bedeutet, dass sie alle von jeweils 6.000 Euro monatlich überleben mussten. Obwohl Presseerzeugnisse mehr als die Hälfte der Medienunternehmen des Landes ausmachen, erhalten sie nur 22 Prozent des in Medien investierten Geldes, da Unternehmer lieber ins Fernsehen investieren. Zum Rest des Beitrags »

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Abstand halten!

Journalisten schmieren Polizisten! Polizisten holen sich Journalisten ins Bett! Journalisten stecken mit Politikern unter einer Decke! Distanz und Nähe – ein generelles Problem im Journalismus.

Ob Medien und Polizei, ob Medien und Politik: Die Frage der Nähe und Distanz ist ein generelles Problem im Journalismus. Die Affäre um den deutschen Bundespräsidenten Christian Wulff hat erneut deutlich gemacht, wie heikel es wird, wenn die professionelle Distanz aufgegeben wird. Hauptthema war zwar die Beziehungskorruption zwischen Politik und Wirtschaft. Zumindest auf dem Nebenschauplatz ging es aber um das unselige Verhältnis, dass der deutsche Bundespräsident zu dem Chefredaktor der größten deutschen Boulevard-Zeitung unterhielt.

Auch in den Nachbarländern Deutschlands gibt es vergleichbare und aktuelle Beispiele: In der Schweiz den Fall Hildebrand, in Österreich den Fall Pelinka. Die Weltwoche hat im Fall des Nationalbankpräsidenten Philipp Hildebrand nicht einfach investigativ recherchiert und das selektiert, was öffentlich relevant ist, sondern auch sortiert, wie die Zeit in ihrer aktuellen Ausgabe analysiert. Zum Rest des Beitrags »

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Medien als verlängerter Arm der Politik

Die Beziehung zwischen Medien und Politik im Balkan ist äußerst komplex und voller Widersprüche.

Die heutige Balkan-Presse ist eher ein verlängerter Arm der Politik als eine Vertretung der öffentlichen Meinung, da ein beträchtlicher Teil der Medien immer noch von mächtigen politischen Gruppen kontrolliert wird. Den Beobachtungen einiger Autoren zufolge (unter anderem Karol Jakubovicz, Mihai Coman, Colin Sparks und Tomasz Goban-Klas) weist die Mediensituation der Balkanstaaten die gleichen Merkmale wie in anderen post-kommunistischen Gesellschaften auf: Die Presse ist zwar pluralistisch und frei geworden, aber immer noch nicht unabhängig.

Die Umstellung vom „Sowjetischen Medienmodell“ zum „Modell der sozialen Verantwortung“ scheint schwieriger zu sein als erwartet. Politiker und politische Parteien versuchen weiterhin permanent die Medien zu beeinflussen, da sie wie zu Zeiten des Kommunismus immer noch der Überzeugung sind, dass derjenige, der die Medien kontrolliert, die Macht innehat. Zum Rest des Beitrags »

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