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	<title>EJO - European Journalism Observatory &#187; Journalistenausbildung</title>
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		<title>Training für die Medienmacher von morgen</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Mar 2012 17:32:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tina Bettels</dc:creator>
				<category><![CDATA[Journalistenausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Ausbildungskonzepte]]></category>
		<category><![CDATA[Beatrice Dernbach]]></category>
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		<category><![CDATA[Didaktik der Journalistik]]></category>
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		<category><![CDATA[Wiebke Loosen]]></category>

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		<description><![CDATA[Sammelband stellt Ausbildungskonzepte für den Journalismus vor Der Bologna-Prozess hat die Lehre an den Hochschulen in Deutschland nachhaltig verändert – so legen die Curricula inzwischen mehr Wert auf die Verbindung von Theorie und Praxis und auf innovative didaktische Konzepte. Der Sammelband „Didaktik der Journalistik. Konzepte, Methoden und Beispiele aus der Journalistenausbildung“, herausgegeben von Beatrice Dernbach [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img class="size-full wp-image-6180 alignleft" title="" src="http://de.ejo-online.eu/wp-content/uploads/didaktik-journalistik1.jpg" alt="" width="180" height="230" />Sammelband stellt Ausbildungskonzepte für den Journalismus vor</strong></p>
<p>Der Bologna-Prozess hat die Lehre an den Hochschulen in Deutschland nachhaltig verändert – so legen die Curricula inzwischen mehr Wert auf die Verbindung von Theorie und Praxis und auf innovative didaktische Konzepte.</p>
<p>Der Sammelband „Didaktik der Journalistik. Konzepte, Methoden und Beispiele aus der Journalistenausbildung“, herausgegeben von Beatrice Dernbach und Wiebke Loosen, zeigt auf, wie es gelingen kann, künftige Journalisten gleichermaßen wissenschaftlich und empirisch fundiert sowie praxisorientiert aus- und weiterzubilden.</p>
<p>Dazu geben Journalismuswissenschaftler und -praktiker in 35 Beiträgen ihre Erfahrungen weiter. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Theorie und Praxis in die Lehre integriert werden können – und wie Studierende zur Mitarbeit angeregt werden können.<span id="more-6175"></span></p>
<p>So erklärt Volker Wolff in dem Kapitel über klassisches Handwerk und Medientraining, wie er den Studierenden im Journalistischen Seminar der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz zeigt, dass Nachrichtenschreiben keine Kunst, sondern erlernbares Handwerk ist. Dabei unterscheidet Wolff zwischen Agentur- und Zeitungsberichten (1. Semester) sowie Magazinberichten (2. Semester), da Aufbau und Sprache, so der Journalist und Wissenschaftler, bei gleicher Funktion völlig unterschiedlich seien. Vorlesungen und Lehrredaktionen wechseln sich im Journalistischen Seminar ab. Da es über den Zugriff auf die Dienste von dpa verfügt, können Wolff und seine Studierenden das Material der Nachrichtenagentur nutzen und die Entwicklung der Meldungen und Berichte im Tagesverlauf zu einem Thema bei dpa verfolgen. Innerhalb der Lehrredaktionen werden Pressetermine besucht und im Anschluss daran im ersten Semester aktuelle Zeitungsseiten und im zweiten Semester ein 24-seitiges Nachrichtenmagazin erstellt.</p>
<p>Robert Donauer, Redakteur für Wissenschaft und Wirtschaft bei Deutsche Welle TV, gibt im selben Kapitel seine Erfahrungen aus einem TV-Kompaktkurs weiter. „Können Studierende ohne Fernseherfahrung nach einem fünftägigen Kompaktkurs einen anspruchsvollen Magazinfilm verwirklichen?“ fragt er zu Beginn seines Beitrags und gibt gleich selbst die Antwort: „Früher hätte ich – als langjähriger Fernsehredakteur – mit einem glatten „Nein“ geantwortet. Doch die Erfahrungen mit einigen Jahrgängen des  Masterstudiengang Wissenschaftskommunikation an der Hochschule Bremen haben mich eines Besseren belehrt.“ Es funktioniere, so Donauer, wenn er sich mit einer kleinen hochmotivierten Gruppe auf die journalistischen Prinzipien des Fernsehmachens  konzentriere, mit den Teilnehmern die einzelnen Schritte mehrmals übe und immer wieder ihre Wahrnehmung schärfe. Im Mittelpunkt stehe dabei folgende Botschaft: Fernsehen soll Bildergeschichten erzählen. Im Seminar setzen die Teilnehmer zuerst ein Filmthema als Bildergeschichte um und analysieren einen Film auf Thema, Aufbau und Dramaturgie, Bilder und ihre Montage, Sprechertext und Bild-Text-Verzahnung sowie O-Töne, Geräusche und Musik, bevor sie basierend auf einem Exposé und einem Drehplan ihren eigenen Film produzieren.</p>
<p>Wie wichtig die Vermittlung von Online- und crossmedialen Kompetenzen heutzutage ist, zeigen die Beiträge von Walter Hömberg und Christian Klenk sowie von Klaus Meier, Vanessa Giese und Tobias Schweigmann. Hömberg und Klenk beschreiben die Entwicklung des studentischen Magazins <em>Einsteins </em>am Lehrstuhl für Journalistik an der Katholischen Universität Eichstätt, das sich in den vergangenen 20 Jahren von der Zeitschrift zur crossmedialen Publikation gewandelt hat. Seit einigen Jahren sind die TV-Redaktion und die Zeitschriftenredaktion des Magazins <em>Einsteins </em>personell identisch und setzen Beiträge für beide Medien um. Die Einbindung des Internetauftritts habe bislang ein Problem dargestellt, so die Autoren, doch man sei auf einem guten Weg zur gänzlich integrierten Redaktion. 2012 soll das Modell, das crossmediales Arbeiten für Print, TV und Online vorsieht, verwirklicht werden. Wenn ein Reporterteam beispielsweise über Elektroautos recherchiert, könnten daraus ein Testbericht nach einer Probefahrt für die Zeitschrift, ein Beitrag über ein Modellprojekt zur Elektromobilität für das Fernsehmagazin sowie ein Erklärstück über die Funktionsweise und den Aufbau von Elektrofahrzeugen für das Internet entstehen. Basierend auf den Ergebnissen der neueren Redaktionsforschung kombiniert das Modell objekt- und funktionsorientierte Gruppen. Neben den Reporterteams soll es dann auch Produktionsgruppen für Zeitschrift, Fernsehen und Online geben.</p>
<p>Ein ähnliches Konzept gibt es bereits am Institut für Journalistik der TU Dortmund, das Meier, Giese und Schweigmann im Sammelband vorstellen: das Newsdesk-Modell der Lehrredaktionen verknüpft  in periodisch erscheinenden Publikationen alle Plattformen Online, Print, Radio und Fernsehen.</p>
<p>Ein weiteres Kapitel des Sammelbandes widmet sich international vergleichenden Lehrerfahrungen und -inhalten. Steffen Burkhardt, Leiter des International Media Center Hamburg (IMCH) an der Universität Hamburg, beschreibt das an der Hamburg Media School entwickelte journalistische Kooperationsprogramm „Medienbotschafter China-Deutschland“; Barbara Thomaß von der Ruhr-Universität Bochum gibt einen Einblick in ihre Erfahrungen, die sie als Seminarleiterin in der Weiterbildung von Journalisten aus Transformationsstaaten gemacht hat. Hans Ibold und Mark Deuze von der School of Journalism an der Indiana University lassen den Leser an ihren Lehrerfahrungen in den Niederlanden und den USA teilhaben und zeigen auf, dass sich Medientrainer künftig verstärkt mit den Trends in der internationalen Journalistenausbildung auseinandersetzen müssen.</p>
<p>Da der Beruf des Hochschullehrers keine formale didaktische Qualifikation erfordere, so die Herausgeberinnen Dernbach und Loosen im Vorwort, seien die meisten Nachwuchswissenschaftler darauf angewiesen, sich autodidaktisch auf ihre Lehrtätigkeit vorzubereiten.</p>
<p>Der Sammelband gibt nicht nur Neulingen wertvolle Tipps, sondern regt auch erfahrene Journalistenausbilder dazu an, über ihre Lehrkonzepte nachzudenken.</p>
<p><em>Dernbach, Beatrice; Loosen, Wiebke (Hrsg.) (2012): Didaktik der Journalistik. Konzepte, Methoden und Beispiele aus der Journalistenausbildung. Wiesbaden: Springer SV. </em></p>
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		<title>Der Medientrainer als Marke</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Jan 2012 10:55:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nora Weis</dc:creator>
				<category><![CDATA[Journalistenausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgermedien]]></category>
		<category><![CDATA[Christa Claßen]]></category>
		<category><![CDATA[Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpädagogik]]></category>
		<category><![CDATA[Medientrainer]]></category>
		<category><![CDATA[nrwision]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit fünf Jahren qualifiziert die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) Medientrainer. Die Medienpädagogin Christa Claßen ist eine der Medientrainer-Ausbilderinnen und spricht mit uns über ihre Erfahrungen und Wünsche in Bezug auf das Medientraining. Was ist ein Medientrainer? Der Begriff Medientrainer wird momentan fast inflationär benutzt. Die Landesanstalt für Medien, für die auch ich als Medientrainer-Ausbilderin [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://www.flickr.com/photos/andreannegermain/3657279001/"><img class="size-full wp-image-6034 alignleft" title="Foto: A. Germain / Flickr" src="http://de.ejo-online.eu/wp-content/uploads/b%C3%BCrgerfunk.jpg" alt="" width="240" height="158" /></a>Seit fünf Jahren qualifiziert die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) Medientrainer. Die Medienpädagogin Christa Claßen ist eine der Medientrainer-Ausbilderinnen und spricht mit uns über ihre Erfahrungen und Wünsche in Bezug auf das Medientraining.</strong></p>
<p><em>Was ist ein Medientrainer?</em></p>
<p>Der Begriff Medientrainer wird momentan fast inflationär benutzt. Die Landesanstalt für Medien, für die auch ich als Medientrainer-Ausbilderin arbeite, hat die Qualifizierungsmaßnahme für Medientrainer eingeführt, um diesbezüglich eine „Marke“ zu setzen und den Teilnehmern eine grundlegende Kompetenz und Qualifizierung in diesem Bereich zu vermitteln. Ich schule die Teilnehmer zu Medientrainern, so dass sie in Zukunft selber in der Lage sind, ihr Wissen weiter zu geben, also Seminare selber zu planen und zu konzipieren.<span id="more-6025"></span></p>
<p><em>Wer  bewirbt sich als Medientrainer?</em></p>
<p>Es gibt ein hoch angelegtes <a href="http://www.lfm-nrw.de/fileadmin/lfm-nrw/buergermedien/richtlinie-buergerfunk-einzelh-medientrainer.pdf" target="_blank">Bewerbungssystem bei der LfM</a>. Bestimmte Voraussetzungen müssen erfüllt sein, und dann wird geschaut, wer sich eignet. Die Vorerfahrung mit praktischer Arbeit ist ganz wichtig. Zu den Bewerbungsunterlagen gehört ein Produkt, zum Beispiel ein Fernseh- oder Radiobeitrag. Man sollte irgendwo mit Gruppen gearbeitet haben. Das muss aber nicht unbedingt im Fach sein. So kann man zum Beispiel als Jugendlicher auch im Sportverein oder als Übungsleiter gearbeitet haben oder in einem anderen gesellschaftlichen Kontext wie zum Beispiel als Pfadfinder Gruppen geleitet haben.<br />
<div id="attachment_6054" class="wp-caption alignright" style="width: 169px"><img class="size-full wp-image-6054" title="Foto: Nora Weis" src="http://de.ejo-online.eu/wp-content/uploads/Christa-Cla%C3%9Fen_1.jpg" alt="" width="159" height="180" /><p class="wp-caption-text">Christa Claßen</p></div></p>
<p>Es gibt <a href="http://www.lfm-nrw.de/fileadmin/lfm-nrw/buergermedien/richtlinie-buergerfunk-curr-medientrainer2.pdf" target="_blank">curriculare Vorgaben bei der Medientrainer-Qualifizierung</a>. Zum einen geht es um die Sicherung von Qualität. Denn die Produkte wie Fernseh- oder Radiobeiträge sollen ja hör- und sehbar gestaltet und produziert werden. Zum  anderen geht es darum, die Menschen für die Medien Hörfunk und Fernsehen zu sensibilisieren, so dass sie in der Lage sind, ein Gefühl dafür zu bekommen, was es heißt, Fernsehen oder Radio zu „machen“. Alle Teilnehmer haben sich vorher bereits mit Medien beschäftigt und haben auch wirklich Lust und Interesse daran, mit Menschen zu arbeiten. Es gibt sehr viele fachkompetente Menschen, aber nicht jeder Mensch eignet sich auch dafür, dann wiederum mit Menschen zu arbeiten. Diese „Train the trainer“-Basis spielt auch eine große Rolle bei der Qualifizierung und vor allem beim ersten Modul „Medientrainerqualifizierung“. Letztendlich müssen sie auf einer Metaebene betrachten und entscheiden: Was muss ich selber beherrschen, damit ich das auch anderen vermitteln kann?</p>
<p><em>Wie kann man zwischen seriösen und unseriösen Angeboten in der Medientrainer-Ausbildung unterscheiden?</em></p>
<p>Aufgrund dieser Frage arbeiten wir momentan daran, den Medientrainer-Lehrgang als Marke zu implementieren. Akkreditierte LfM-Medientrainer haben eine festgelegte Qualifizierung und erhalten bei Abschluss ein Zertifikat. Die Ausbildung zu Medientrainer/innen wird ausschließlich von Personen durchgeführt, die von der LfM als Medientrainer/innen anerkannt sind (weitere Informationen im <a href="http://lfmpublikationen.lfm-nrw.de/catalog/advanced_search_result.php?keywords=medienkompetenzbericht&amp;x=0&amp;y=0" target="_blank">Medienkompetenzbericht 2010/2011 der LfM</a>).</p>
<p><em>Welche spezifischen Vorteile haben Journalisten von der Medientrainer-Ausbildung?</em></p>
<p>Das ist nicht unbedingt an den Beruf des Journalisten gebunden. Ich sehe es durchaus unter dem Aspekt, sich ein eigenes Portfolio zu schaffen. Das machen auch wirklich nur die Leute, und das kann ich aus Erfahrung sagen, die wirklich Lust darauf haben, noch etwas anderes zu machen und viel mit Menschen zu arbeiten. Hinsichtlich der Fachkompetenz bezogen auf die Journalistik &#8211; was ich nicht studiert habe &#8211; bin ich mir sicher, dass mir die Journalisten weit voraus sind. Zwar habe ich mir im Laufe der Zeit auch selber viel Wissen angeeignet, aber es geht hierbei eher um die anderen Bereiche Methodenkompetenz und Gruppenarbeit. Die Vermittlung personaler sozialer Kompetenz finde ich unheimlich wichtig, und dafür sind die Teilnehmer auch sehr dankbar. Die vielen Rückmeldungen während der Qualifizierung mit der Hauptfragestellung „Wie wirke ich auf eine Gruppe und woran kann ich noch arbeiten?“ empfinden die meisten Teilnehmer als ungemein wertvoll und hilfreich. Die Praxisphase, die noch nicht so lange Bestandteil der Qualifizierung ist, ist laut der letzten Evaluation sehr hilfreich, da dort noch mal kontrolliert auf die Arbeit jedes einzelnen Teilnehmers geschaut wird, und im Anschluss konstruktive Kritik geübt wird.</p>
<p><em>Welche aktuellen Projekte stehen bei Ihnen an?</em></p>
<p>An das Projekt mit <em>nrwision</em> (TV-Lernsender für Nordrhein-Westfalen, Anm. d. Red.), bei dem Studierende der Journalistik vor kurzem zu Medientrainern ausgebildet wurden, die wiederum Studierende der Rehabilitationswissenschaften ausgebildet haben, schließt sich – diesmal im Bereich Radio und in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Ingo Bosse vom Lehrstuhl motorische Entwicklung und frühe Hilfen der TU Dortmund –  im Frühjahr 2012 ein neues Projekt an einer Förderschule an: In einem ersten Kompaktseminar lernen die Studierenden der Rehabilitationswissenschaften „Radio zu machen“ und natürlich auch, dieses Wissen weiterzuvermitteln. Sie sollen lernen, mit Gruppen zu arbeiten, hier im Kontext des Förderbereichs. Danach werde ich die Studierenden für eine Woche an eine Förderschule begleiten, wo sie dann selber mit den Schülern und Lehrern arbeiten müssen. Außerdem beginnt momentan ein neuer Kurs mit Fernseh-Medientrainern.</p>
<p><em>Was wünschen Sie sich in Bezug auf die Medienaus- und Fortbildung für die Zukunft?</em></p>
<p>Ich komme aus der Bürgermedienszene und habe selber fast 15 Jahre beim Offenen Kanal Dortmund gearbeitet. Immer unter dem Aspekt der Demokratiekompetenz, der Teilhabe an Öffentlichkeit. Da wäre natürlich unter dem Aspekt mein Wunsch, dass weiterhin viele Menschen diese Chance nutzen, teilzuhaben im Sinne von Kommunikation wie bei <em>nrwision</em>. Diese Möglichkeit gilt es auch immer noch im Bürgerfunk zu nutzen, auch wenn das mittlerweile sehr zurückgegangen ist. Im Bereich der Medien Fernsehen und Hörfunk sehe ich diese Teilhabe als eine große Chance an. Was die Medientrainer-Ausbildung an der LfM angeht: Sie ist immer wieder korrigiert, nachgebessert und überprüft worden. Jetzt sind wir gerade in der Phase, in denen wir Medientrainer-Ausbilder in Zusammenarbeit mit der LfM und unseren Kollegen zurück schauen und entscheiden, was noch ergänzt, wegfallen und verbessert werden kann.</p>
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		<title>Medienwandel statt Modewandel</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Nov 2011 11:05:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marlis Prinzing</dc:creator>
				<category><![CDATA[Journalistenausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Pressefreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[arabischer Raum]]></category>
		<category><![CDATA[Bikini]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[Journalisten-Ausbilder]]></category>
		<category><![CDATA[Karim El-Gawhary]]></category>
		<category><![CDATA[Reporter ohne Grenzen]]></category>
		<category><![CDATA[Twitter]]></category>

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		<description><![CDATA[Wandel dauert. Das widerspricht der menschlichen Ungeduld, die sich in einer Redensart spiegelt: Jeden Tag eine andere Sau durchs Dorf treiben. Zu Jahresbeginn blickten wir  begeistert in den arabischen Raum. Diktatoren wurden verjagt, Hunderttausende gingen für Demokratie und Freiheit auf die Straße, Twitter und Facebook gewannen Ansehen und Ernsthaftigkeit, weil sie offenbar halfen, die Welt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://de.ejo-online.eu/wp-content/uploads/2011/11/revolution.jpg"><img class="size-full wp-image-5588 alignleft" title="Foto: Gerd Altmann  / pixelio.de" src="http://de.ejo-online.eu/wp-content/uploads/2011/11/revolution.jpg" alt="" width="180" height="240" /></a>Wandel dauert. Das widerspricht der menschlichen Ungeduld, die sich in einer Redensart spiegelt: Jeden Tag eine andere Sau durchs Dorf treiben.</strong></p>
<p>Zu Jahresbeginn blickten wir  begeistert in den arabischen Raum. Diktatoren wurden verjagt, Hunderttausende gingen für Demokratie und Freiheit auf die Straße, Twitter und Facebook gewannen Ansehen und Ernsthaftigkeit, weil sie offenbar halfen, die Welt ins Gute zu kippen.</p>
<p>Der Wandel ist noch im Werden. Doch das ist das hierzulande kaum mehr ein Thema.</p>
<p>Aufschlussreich ist ein Interview mit Karim El-Gawhary (Message, 4/2011). Er arbeitet für deutschsprachige Zeitschriften als freier Nahost-Korrespondent und leitet das Nahostbüro des ORF in Kairo. Bereits 2010 und erst recht durch die Elendsaufstände um Weihnachten in Tunesien habe sich etwas zusammengebraut, im Internet herrschte längst Aufruhr. „Nach Deutschland ließ sich das alles solange nicht vermitteln, bis das Thema auf der internationalen Medienagenda war.“ <span id="more-5584"></span></p>
<p>Es bedürfe bestimmter Schlagwörter, um internationales Medieninteresse zu wecken: irgendwas mit Muslim, Islam, Al Qaida.</p>
<p>Oder Bikini. Von „Bild“ über „Welt“ und „Zeit“ wurde thematisiert, im Falle eines Siegs der <em>Muslimbrüder </em>bei den Parlamentswahlen am 28. November in Ägypten könne es zu einem Bikini-Verbot am Roten Meer kommen; man zitierte den ägyptischen Tourismusminister: Medien bauschten auf, Reiselustige könnten getrost buchen und den Zweiteiler einpacken.</p>
<p>Mich interessiert nicht der Wandel der Bademode, sondern der Wandel der Medien. Bleiben wir in Ägypten. Reporter ohne Grenzen (ROG) weist seit Wochen auf Schikanen des regierenden Militärrates hin: Drei Fernsehsender wurden durchsucht, Lizenzen für Satellitensender ausgesetzt, die mobile Rundfunkausrüstung der ägyptischen Filiale des Senders Al-Dschasira in Kairo wurde beschlagnahmt. Journalisten, die die neue Führung kritisierten, wurden vorgeladen, Sendungen abgebrochen. Blogger Alaa Abd El Fatah wurde verhaftet wegen seiner Darstellung der Zusammenstöße mit Sicherheitsorganen am 9. Oktober, durch die 24 Menschen starben.</p>
<p>Das Fernsehen ist das entscheidende Medium in einem Land, in dem jeder vierte nicht lesen kann. Besonders jetzt, vor den Wahlen, kommt es für Demokratie-Aktivisten darauf an, möglichst viele Menschen außerhalb der informierten Twitter und Facebook-Kreise zu erreichen. Einige sind dran, einen Nonprofit-Sender aufzubauen. Doch die Zeit drängt. Und auch das Staatsfernsehen wäre ein geeigneter Platz um das, was normativ möglich ist, mit Leben zu füllen: Medienfreiheit. Wäre. Aber: ägyptische Fernsehjournalisten beschreiben einen desolaten Zustand, recherchierte Austin Mackell (The Guardian, 5.11.2011). Verändert habe sich nur der Absender der Anweisungen: Militärs traten an die Stelle des Informationsministeriums. Viele Journalisten treiben Billigjournalismus, pflegen Propagandastil, verschweigen oder berichten erst, wenn ein offizielles Statement vorliegt. Woran das liegt? Viele erhielten ihren Job durch Beziehungen und fühlen sich nun verpflichtet; es mangelt an Professionalität. Anders gesagt: Man findet Pressefreiheit gut, weiß aber (noch) nicht, was man damit anfangen kann.</p>
<p>Es zählt nicht nur das Gefäß sondern auch der Inhalt. Deshalb greift auch die Heroisierung von Facebook und Twitter zu kurz. Ein freier Informationszugang führt nicht automatisch zu einer freien Gesellschaft, Regimetreue haben im Prinzip denselben Zugang wie Gegner, Technik löst keine politischen und sozialen Probleme. Entscheidend ist, wie kundig einer ist und welche Überzeugung er hat.</p>
<p>Alle sind gefragt, mehr denn je: International agierende Journalisten-Ausbilder, die – ohne zu missionieren – flexibel Wissen vermitteln, wie Medien Transformationsprozesse konstruktiv begleiten können. Journalisten, die thematisieren was zählt, und Redaktionen, die das veröffentlichen. Wir alle, indem wir uns interessieren und eine kritische Öffentlichkeit erzeugen, die den demokratischen Wandel fördert.</p>
<p><em>Erstveröffentlichung: Kölner Stadt-Anzeiger vom 9. November 2011</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Ruinöser Wettbewerb</title>
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		<pubDate>Fri, 04 Nov 2011 11:04:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frank Lobigs</dc:creator>
				<category><![CDATA[Journalistenausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Fachhochschulen]]></category>
		<category><![CDATA[journalistische Studiengänge]]></category>
		<category><![CDATA[PR]]></category>
		<category><![CDATA[Wettbewerb]]></category>

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		<description><![CDATA[Zur Krise der hochschulgebundenen Journalistenausbildung Als Anfang 2011 bekannt wurde, dass das Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft an der Universität Leipzig seine journalistische Abteilung klein zu schrumpfen plante, entzündete sich an dieser Nachricht auch eine generelle Debatte zur Krise der hochschulgebundenen Journalistenausbildung in Deutschland. Problemdiagnostisch erscheint diese Verknüpfung freilich eher als ablenkend und als allzu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_5578" class="wp-caption alignleft" style="width: 250px"><a href="http://www.pixelio.de"><img class="size-full wp-image-5578 " title="Foto: wrw  / pixelio.de" src="http://de.ejo-online.eu/wp-content/uploads/2011/11/halb-halb.jpg" alt="" width="240" height="160" /></a><p class="wp-caption-text">&quot;halb-halb&quot;</p></div>
<p><strong>Zur Krise der hochschulgebundenen Journalistenausbildung</strong></p>
<p>Als Anfang 2011 bekannt wurde, dass das Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft an der Universität Leipzig seine journalistische Abteilung klein zu schrumpfen plante, entzündete sich an dieser Nachricht auch eine generelle Debatte zur Krise der hochschulgebundenen Journalistenausbildung in Deutschland. Problemdiagnostisch erscheint diese Verknüpfung freilich eher als ablenkend und als allzu „unizentrisch“: Denn was wäre schon eine Halbierung der Studentenzahlen in Leipzig, gemessen an der nach wie vor ungebremsten Hyper-Fertilität der Fachhochschulen bei der Schaffung immer neuer journalistischer Studiengänge?</p>
<p>Leipzig hin oder her: Das Angebot auf dem Markt für hochschulgebundene Journalistenausbildung hat in den letzten Jahren auf jeden Fall quantitativ erheblich zugenommen, es ist differenzierter als je zuvor, und die Konkurrenz ist enorm gewachsen. Alles im Normalfall Ingredienzen eines funktionsfähigen Wettbewerbs. Krise? – Welche Krise?, möchte man auf den ersten Blick fragen.<span id="more-5573"></span></p>
<p>Bei näherem Hinschauen zeigt sich, dass es paradoxerweise gerade die starke Angebotsexpansion der letzten Jahre ist, die im Zusammenspiel mit kontraktiven Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt eine Krise heraufbeschwört. Überschüssige Kapazitäten lösen einen ruinösen Wettbewerb aus. Ruinös zwar nicht unbedingt für die Bildungsanbieter selbst; ruinös allerdings für eine wirksame Verpflichtung der Journalistenausbildung auf die in ihrem Wesen stets meritorische öffentliche Aufgabe des Journalismus, die den Kern eines jeden journalistischen Berufs­ethos bilden muss.</p>
<p>In einem Hochschulsystem, das in zunehmendem Maße einer dezentralen wettbewerblichen Selbststeuerung überlassen ist, kann das extensive Anschwellen von Studiengängen, die „irgendwas mit Journalismus“ anbieten, kaum überraschen. Zwar richten sich die Hochschulen im Wettbewerb nach der Nachfrage; doch leider im Wesentlichen nach jener am falschen Ende: Primär zählt die direkte Nachfrage der Ausbildungs-Konsumenten nach Studienplätzen. Die Nachfrage des Arbeitsmarkts nach den betreffenden Absolventen zählt dagegen nur in dem Maße, in welchem sie die Auswahlentscheidungen der „Kunden“ überhaupt beeinflusst.</p>
<p>Gemessen am Bedarf des Arbeitsmarktes war die Nachfrage der Abiturienten nach journalistischen Studiengängen nun allerdings schon immer viel zu hoch, und auch gegen die schlechten Branchen-Nachrichten der vergangenen Jahre scheinen die beruflichen Blütenträume allzu vieler junger Menschen resistent zu sein.</p>
<p>In den Zeiten vor der großen Studiengangsschwemme regulierte sich dieses Übernachfrage-Problem jedoch schon vor Beginn des Studiums: Jene, die keinen der begehrten – damals aber eben auch noch sinnvoll rationierten – Journalistik-Plätze erhielten, studierten dann alternativ meist eben etwas „Anständiges“ und wurden Juristen, Ärzte, Betriebswirte. Eine gute Lösung – vor allem auch für die Qualität der journalistischen Ausbildung. Denn da die damals noch nicht allzu zahlreichen Journalistik-Absolventen in jenen Zeiten noch zuverlässig gute Stellen im Journalismus fanden, konnte sich die Ausbildung in großer Ruhe auf die „reine Lehre“ konzentrieren – sprich also darauf, die Studierenden bestmöglich und auf dem aktuellen Stand der medialen Entwicklung für eine wirksame Erfüllung der öffentlichen Aufgabe des Journalismus zu präparieren.</p>
<p>Heute stellt sich die Lage anders dar. Im anziehenden Anbieter-Wettbewerb folgt das Studienangebot der überhöhten Nachfrage ungehemmt, und an die Stelle einer strengen Selektion und Rationierung tritt vielerorts eher die aufwändige Reklameschlacht um möglichst viele frische Journalismus-Studierende. Das ist per se schon eine bedenkliche Dynamik. Völlig prekär wird die Melange jedoch, wenn auch die aktuellen Entwicklungen auf den journalis­tischen Arbeitsmärkten mit ins Bild genommen werden.</p>
<p>Nicht nur, dass starke Konsolidierungstendenzen den Nachwuchsbedarf in den journalistischen Kernfeldern ohnehin einschränken. Aktuelle Journalistenstudien stellen darüber hinaus ein zunehmendes qualitatives Ausfransen des Berufsbilds an den breiten Rändern der sich immer stärker verengenden Kernbereiche des Journalismus fest: Von massiven Tendenzen der Deprofessionalisierung, Entgrenzung und Boulevardisierung ist beispielsweise in dem großen Journalisten-Report von Weischenberg, Malik und Scholl die Rede. Tendenzen, die allesamt auf Kosten der normativen Primär-Orientierung des Journalismus an seiner öffentlichen Aufgabe gehen. Die Ursachen sind medienökonomischer Natur und bereits vielfach analysiert. Erschreckend ist vor allem die Erkenntnis, dass die Finanzierbarkeit von Qualitätsjournalismus immer mehr in Gefahr gerät, weil es offenbar beim Publikum an Zahlungsbereitschaft mangelt und weil die Ergiebigkeit der Querfinanzierung über den Werbemarkt stark nachlässt.</p>
<p>Viele gerade der neueren Anbieter von Journalismus-Studiengängen stellt diese Konstellation vor ein Dilemma: Stellen sie die öffentliche Aufgabe des Journalismus konsequent ins Zentrum ihrer Ausbildung, geht diese für die allermeisten ihrer Studenten schlicht am Markt vorbei; passen sie sich hingegen schmiegsam an die Entprofessionalisierungs- und Entgrenzungstendenzen im Markt an, stellen sie schon in der Ausbildung berufsethische Grundpfeiler des Journalismus in Frage. Diesem Dilemma versuchen die neueren Studiengänge zumeist dadurch zu begegnen, dass sie die Journalistenausbildung offen mit völlig anderen Ausbildungsinhalten koppeln, die die Berufsaussichten verbessern sollen. Der Kompromiss, um nicht zu sagen (Halb-)Kotau, wird zum Programm, und so heißen die Hybrid-Studiengänge dann „PR und Journalismus“, „Journalism and Business Communication“, „Medienwirtschaft und Journalismus“, etc.</p>
<p>Die Verquickung von PR oder Medienmanagement mit Journalismus ist freilich gerade auch in der für die Berufssozialisation so maßgeblichen Ausbildungsphase verfänglich, insbesondere, wenn die Ausbildung dem Leitbild der Autonomie und der öffentlichen Aufgabe des Journalismus verpflichtet sein soll. Wer in der Journalistenausbildung mit der PR oder dem betriebswirtschaftlichen Medienmanagement flirtet, wird von diesen geheiratet, und dem Nachwuchs wird man die Herkunft ansehen.</p>
<p>„What are you? Are you a businessman, or are you a newsman?!“, fragt ein konsternierter Al Pacino als CBS-Journalist Lowell Bergman in dem dokumentarischen Thriller „The Insider“ seinen Abteilungsleiter, als er erkennen muss, dass dieser aus wirtschaftlichen Gründen die Ausstrahlung eines Whistleblower-Interviews über Skandale in der Tabakindustrie verhindern will. Was würden die Hybrid-Absolventen der genannten Studiengänge auf diese Gretchen-Frage antworten? – „Kommt drauf an“? „Weiß nicht“? „Halbe-halbe“?</p>
<p>Ein Journalist muss immer ganz Journalist sein. Der rigorose Maßstab ist stets die öffentliche Aufgabe, die unter Wahrung der journalistischen Sorgfaltspflicht zu erfüllen ist. Eine ideale Journalistenausbildung sollte sich deshalb ausschließlich auf die höchst anspruchsvolle Aufgabe konzentrieren, den Studierenden alles an die Hand zu geben, was ihnen dabei hilft, diesem Maßstab auch unter den schwierigen Bedingungen der neuen Medienwelt gerecht zu werden. Die hochschulgebundene Journalistenausbildung gerät in eine moralische Krise, weil sie aufgrund des Überangebots zunehmend unter den Druck gerät, dieses normative Primärziel offen oder verdeckt zu unterlaufen.</p>
<p>Gewiss wäre es da die beste Lösung, das Problem an der Wurzel zu packen und das Überangebot wieder herunterzufahren. Solange das Etikett „Journalismus“ für Studienanfänger jedoch ein unwiderstehliches Zauberwort bleibt, für das sie an privaten Bildungs-Etablissements sogar erkleckliche Studiengebühren zahlen, ist hiermit jedoch nicht zu rechnen. Alternativ wäre es sinnvoll, wenige ausgewählte Leuchtturm-Studiengänge zu definieren, die im Meer der vielen marktorientierten Angebote hervorstechen, weil sie sich voll und ganz auf eine normativ rigorose und praktisch exzellente Journalisten-Ausbildung konzentrieren. Angesichts der gesellschaftlich prekären Entwicklung, dass meritorische journalistische Inhalte in der neuen Medienwelt wachsende Probleme haben, überhaupt zum allgemeinen Publikum durchzudringen, sollten diese Leuchtturm-Studiengänge eine zeitgemäße multi- und crossmediale Ausbildung wirkungsvoll mit einer breiten journalistischen Innovationsforschung verbinden.</p>
<p>Sollten sich die finanziellen Bedingungen des Journalismus kontinuierlich weiter verschlechtern, muss die Medienpolitik darüber hinaus aber auch innovative Wege der Förderung beschreiten. Richtungsweisend erscheint diesbezüglich ein Konzept, das Marie Luise Kiefer im Frühjahr 2011 in einer vieldiskutierten Abhandlung empfohlen hat. Kiefer verlangt eine radikale Neufokussierung der staatlichen Medienfinanzierung auf die eigentliche meritorische Institution des Journalismus: Statt Medien in ihrer ganzen inhaltlichen Breite – mit Blasmusik und Rosamunde Pilcher – zu alimentieren, soll sich die Subventionierung auf förderungswürdige journalistische Redaktionen konzentrieren. Um allerdings die Staatsunabhängigkeit auch einer solchen Förderung zu gewährleisten, soll sich diese an einer unabhängigen, qualifizierten Journalisten-Ausbildung festmachen: Förderungswürdig sind dann jene Redaktionen, die Absolventen geeigneter zertifizierter Ausbildungs-Studiengänge als Redakteure beschäftigen. Wahrscheinlich jedoch ist dieser Vorschlag zu gut, als dass man beizeiten auf Schritte in diese Richtung hoffen dürfte.</p>
<p><em>Literatur:</em></p>
<ul>
<li>Kiefer, Marie Luise: Die schwierige Finanzierung des Journalismus. In: Medien &amp; Kommunikationswissenschaft, 1/2011, S. 5-22.</li>
<li>Weischenberg, Siegfried/Malik, Maja/Scholl, Armin: Die Souffleure der Mediengesellschaft. Report über die Journalisten in Deutschland. Konstanz 2006.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Erstveröffentlichung: Journalistik Journal Nr. 2 / 2011</em></p>
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		<title>Gestaltungswille statt Depression</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Aug 2011 08:13:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marlis Prinzing</dc:creator>
				<category><![CDATA[Journalistenausbildung]]></category>
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		<description><![CDATA[Online- und Multimedia-Journalismus? Für viele deutsche Journalisten eine Überforderung. Das lässt sich durch fundierte Ausbildung ändern. Doch auch das Selbstverständnis der Akteure braucht ein Upgrade. Haben Sie sich schon mal gefragt, was ein Journalist in fünf Jahren können muss, um seinen Job gut zu machen? Derzeit werden laut dem Deutschen Journalisten-Verband etwa 2.600 Volontäre in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://www.pixelio.de"><img class="size-full wp-image-5234 alignleft" title="Foto: pixelio.de" src="http://de.ejo-online.eu/wp-content/uploads/2011/08/multimedia.jpg" alt="" width="230" height="153" /></a>Online- und Multimedia-Journalismus? Für viele deutsche Journalisten eine Überforderung. Das lässt sich durch fundierte Ausbildung ändern. Doch auch das Selbstverständnis der Akteure braucht ein Upgrade.</strong></p>
<p>Haben Sie sich schon mal gefragt, was ein Journalist in fünf Jahren können muss, um seinen Job gut zu machen? Derzeit werden laut dem Deutschen Journalisten-Verband etwa 2.600 Volontäre in verschiedenen Mediengattungen ausgebildet.<br />
<span id="more-5230"></span>Der Medienstudienführer listet zudem rund 600 Studiengänge und Weiterbildungen für Journalisten (<a href="http://www.medienstudienfuehrer.de" target="_blank">www.medienstudienfuehrer.de</a>). Klassische Kompetenzen bleiben im Journalistenberuf wei­terhin wichtig. Dazu zählen profunde Kenntnisse des Mediensystems und Medienrechts sowie Strukturwissen über die Trends des Medienwandels. Ebenfalls unabdingbar bleibt auch Fachwissen, vor allem in Wirtschafts- und Politikfragen. Hinzu kom­men zentrale Vermittlungskompetenzen; deren wich­tigste: komplexe Sachverhalte zutreffend und ver­ständlich darstellen sowie interessant erzählen.</p>
<p>Das allein genügt aber nicht mehr. Es bedarf eines Sets weiterer, den Medientrend reflektieren­der Fähigkeiten. Alexandra Stark, Studienleiterin am Medienausbildungszentrum (MAZ) in Luzern, ermittelte in ihrer NMJ-Masterarbeit zusätzliche Kompetenzen, die Journalisten helfen, unter den Vorzeichen des Medienwandels gute Arbeit abzulie­fern.</p>
<p><strong>Amateurhafte Twitter-Nutzung</strong></p>
<p>Viele Ausbilder jonglieren derzeit gerne mit Begriffen wie Newsroom, Konvergenz und Social Media und etliche Redaktionen nutzen inzwischen Twitter. Sie setzen den Microblogging-Dienst aber meist für Eigenwerbung ein, zudem häufig amateurhaft und nach Gutdünken. Zu diesem Schluss kommt die von der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen initiierte Studie <a href="http://de.ejo-online.eu/?p=4321" target="_blank">„Twitter und Journalismus“</a>, für die im Mai und Juni 2010 insgesamt 70 Internet-Redaktionsleiter befragt wurden. Professioneller Multimedia-Journalismus sieht anders aus: Seine Macher verstehen Funktionsprinzipien, sie kennen die Ansprüche der User und wissen, wie im Netz Wertschöpfung betrieben wird.</p>
<p>Mehr solcher Journalisten wünscht sich Frank Hänecke, ebenfalls Studienleiter am MAZ, und for­dert deshalb eine Ausbildung zum &#8220;Dr. mult. Media&#8221; (NZZ, 6.4.2010). Sie soll Journalisten hervorbringen, die &#8220;keine Berührungsängste vor interaktiven, dialoggetragenen Medien haben&#8221;, sich in Multimedia-Strukturen zurechtfinden und in der Lage sind, beim Aufspüren relevanter Themen auch die sozialen Netzwerke auszuwerten.</p>
<p>Hänecke argumentiert quasi &#8220;pro domo&#8221;: Das MAZ ist neben drei weiteren Einrichtungen Mitträger des berufsbegleitenden Master-Studiengangs &#8220;New Media Journalism&#8221; (<a href="http://www.newmediajournalism.net" target="_blank">www.newmediajournalism.net</a>), den der kürzlich in den Ruhestand verabschiedete Leipziger Journalistikprofessor Michael Haller initiier­te. Das Studium will Wissenschaft und Praxis sowie journalistische und medientechnische Kompetenz mit Managementwissen verbinden.</p>
<p>Es gibt weitere Beispiele. Die Akademie für Publizistik in Hamburg bietet Kurse zu Audio Slideshows, Mobile Reporting, Webdocumentary und Community Management an; die Jade-Hochschule in Wilhelmshaven hat in ihrem Journalistik-Curriculum &#8220;Informatik&#8221; zu einem Studienschwerpunkt gemacht.</p>
<p>Diese Angebote werden jedoch eher vereinzelt genutzt. Auch ist nicht gesichert, ob ein Weiterbildungskurs tatsächlich einen Kompetenzsprung bringt. Fest steht: Zu viele Journalisten hierzulande sind ungenügend auf die Anforderungen des Online- und Multimedia-Journalismus vorbereitet.</p>
<p>&#8220;Es fehlen technische sowie konzeptionelle Fertigkeiten&#8221;, sagt Bernhard Debatin im Gespräch mit Message. Er hat eine Professur für Multimedia Policy an der renommierten E.W. Scripps Journalistenschule der Universität Ohio und lehr­te jahrelang in Berlin und Leipzig. In Deutschland werde noch zu sehr aus der Perspektive der ehemaligen Leitmedien gearbeitet, glaubt Debatin. Man produziere Inhalte für Print oder Rundfunk und stelle diese mit geringen Veränderungen ins Netz. Wirklich multime­dial werde selten produziert.</p>
<p>Was lässt sich von Ohio lernen? Die radikale Umstellung. &#8220;Fast überall werden die Curricula für Journalisten geändert&#8221;, sagt Debatin. Die Grundlagen der journalistischen Recherche und Produktion fie­len nicht über Bord, sondern würden konsequent mit den Anforderungen des Online- und Multimedia-Journalismus kombiniert. &#8220;Ich habe den Eindruck, dass dies – vielleicht auch wegen der Einschränkungen durch den Bologna Prozess – in Deutschland noch nicht hinreichend geschieht&#8221;, vermutet Debatin.</p>
<p><strong>Nur nicht anpassen</strong></p>
<p>Doch auch in Amerika sei die Journalistenausbildung keineswegs durchgängig auf modernstem Stand, rela­tiviert Barbie Zelizer von der Universität Pennsylvania.Auch in der amerikanischen Journalistenausbildung müsse man vor allem zwischen Print und Fernsehen ein paar Mauern einreißen. Sie empfiehlt Journalisten, Ausbildern und Forschern, dem Medienwandel über die Inhalte zu begegnen. Bei einer Tagung in Winterthur im November 2009 widersprach sie dem Internet-Experten Jeff Jarvis von der City University New York. Der forderte von Medienprofis, sich auf den Wandel einzulassen, indem sie sich anpassen.</p>
<p>Zelizer will das Gegenteil. Journalisten müssten den Wandel gestalten und zwar auf drei Wegen: indem sie die Tradition, in getrennten Medienkanälen zu den­ken, überwinden; indem sie Themen auch in ihrer geschichtlichen Dimension darstellen und indem sie vor allem auf Recherche setzen. Zweifel und Skepsis zählten im Journalismus zu den großen Stärken, erläu­terte sie in Winterthur an Negativbeispielen: Wer aus wenigen Fallbeispielen auf einen globalen Klimawandel schließe, einfache Antworten für die internationale Finanzkrise suche und der Öffentlichkeit dauernd unterstelle, ihr seien alle Themen zu komplex, der betreibe schwachen Journalismus.</p>
<p><strong>Medienmacher in Rollenkrisen</strong></p>
<p>Allerdings wissen etliche Journalisten und Studenten heute selber nicht mehr so recht, welche Rolle und welche Funktionen sie in einer demokratischen Gesellschaft haben – und welche nicht. Kritiker? Promoter? So mancher findet nichts dabei, für einen Sportverein, für ein Make-up oder für einen Kinofilm zu werben. Sie richten ihre Rollen am ökonomischen Profit aus. Michael Meyen und Claudia Riesmeyer (&#8220;Diktatur des Publikums&#8221;, 2009) beschreiben Journalisten, die sich in der Rolle des Verkäufers gefal­len und die Grenzen hin zum Marketing kaum noch erkennen. Neue, auch ethische Probleme erwachsen durch die Umstellung des Journalismus auf das Online-Medium. Wann sind Bilder im öffentlichen Raum des Internets privater Natur und somit journalistisch nicht nutzbar? Dies ist nur eine der drängenden Fragen.</p>
<p>Weil solche Grenzverwischungen zunehmen, rät Debatin, der Medienethik in der Ausbildung viel mehr Gewicht zu geben. An seiner Journalistenschule gehört sie zum Pflichtprogramm. Alle Studierenden erhal­ten zu Studienbeginn eine Einführung mit ethischer und gesellschaftspolitischer Orientierung. Die Rolle der Medien in der Demokratie ist Teil eines Katalogs von &#8220;issues&#8221;, der in möglichst alle Veranstaltungen einbezogen werden soll. Debatin sagt im Message-Gespräch: „Das klappt sicher nicht immer, aber ich glaube, dass wir da insgesamt erfolgreich sind.“</p>
<p><strong>Berufsethik wird unterbewertet</strong></p>
<p>In Deutschland ist Medienethik in der Journalistik weiterhin ein Stiefkind, einmal abgesehen von ein paar Ausnahmen wie etwa der Journalistik an der Universität Leipzig und der Macromedia-Hochschule. Man müsste den berufsethischen Fragen in den Curricula deutlich mehr Gewicht geben, damit der journalistische Nachwuchs sein medienethisches Rückgrat trainieren kann, um dem wachsenden Druck besser standzuhalten: den Sparzwängen; der Wucht, mit der PR-Experten und Spindoctoren Einfluss erkämpfen; der Finesse, mit der Medienrechtsanwälte Journalisten die Daumenschrauben anlegen wol­len. Hier hilft Handlungssicherheit: Wer sich seiner Rolle und seiner Funktionen als Journalist sicher ist, Argumente parat hat zur plausiblen Begründung sei­nes Handelns, wer weiß, was geht und was nicht, der lässt sich nicht so leicht gängeln.</p>
<p><strong>Graben zwischen Ausbildern und Forschern</strong></p>
<p>Stephan Ruß-Mohl von der Universität Lugano setzt seine Analyse ebenfalls bei den Inhalten an. Er hält den Graben zwischen Ausbildern und Forschern für das Hauptproblem der Journalismusausbildung in Deutschland. Ruß-Mohl beschreibt Message gegenüber eine &#8220;zu geringe Bereitschaft der prakti­schen Journalistenausbilder, sich auf Erkenntnisse der Journalismus- und Medienforschung einzulassen – obschon es da viel Interessantes gibt, um Honig zu saugen&#8221;. Auf der anderen Seite gäben viele Journalismus- und Medienforscher vor, &#8220;Journalisten auszubilden, obschon sie selber noch nie einen Zweispalter geschrieben haben.&#8221;</p>
<p>Interkulturalität ist eine wei­tere Zukunftsaufgabe für einen professionellen Journalismus. Die Welt wächst ökonomisch zusam­men. Damit das gegenseitige kul­turelle Verständnis gleichzieht, müssten künftige Journalisten auf die Aufgabe der &#8220;kulturellen Übersetzung&#8221; professionell vorbe­reitet werden. Viele medien- und kommunikationswissenschaftli­che Studiengänge werben mit &#8220;Internationalität&#8221;. Doch diese beschränkt sich meist auf Praktika im Ausland, Austauschprogramme und allenfalls Seminare zur inter­kulturellen Kommunikation – und die deutsche Perspektive steht im Vordergrund.</p>
<p>Anregungen zu einem erwei­terten Blickwinkel liefert der Weiterbildungsstudiengang &#8220;International Media Studies&#8221; der Deutsche Welle-Akademie Bonn, weil er Interkulturalität systematisch aus internationaler Perspektive angeht.</p>
<p><strong>Abwandern leicht gemacht</strong></p>
<p>Gemeinsam mit der Universität Bonn und der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg werden Absolventen mit Medienerfahrung ausgebildet. Sie belegen Fächer wie Journalismus, Medienpolitik, Gesellschaft und Entwicklung, Medienwirtschaft und Kommunikationswissenschaft – und zwar nicht nur für den deut­schen Inlandsmarkt. Die Auswahl der Bewerber soll garantieren, dass sie international tätig werden und zur Medienentwicklung weltweit beitragen.</p>
<p>Auf dem Arbeitsmarkt erwartet den journalis­tischen Nachwuchs dann vor allem eins: ökonomi­scher Druck. Wer heute Journalist wird, muss sich fragen, ob er wirklich riskieren will, Selbstausbeuter, Arbeitssklave und gegängelter Underdog zu sein sowie für seine Arbeit tendenziell immer weniger Geld zu verdienen – sollte er überhaupt eine feste Stelle ergattern.</p>
<p>Der Deutsche Journalisten-Verband führt eine Art Watchlist (<a href="http://bit.ly/iS0Xqf" target="_blank">bit.ly/iS0Xqf</a>): Die Reihe jener Verlagshäuser, die bei Neueinstellungen unter Tarif bezahlen, wird länger. Auch Volontäre werden oft unter Tarif entlohnt. Übernahmegarantien sind Illusion und etliche müssen länger volontie­ren, weil sie so für das Medienhaus eine güns­tige Arbeitskraft sind. Die tageszeitung (16.1.2011) berichtete über ein Programm des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags. Es kombiniert ein verlängertes Volontariat mit einem stark verdichteten Masterstudium &#8220;Journalismus und Medienwirtschaft&#8221; an der Fachhochschule Kiel. Das seien &#8220;Überstunden im Tarnmantel&#8221;, schreibt die taz.</p>
<p>Die zunehmend kommerzielle Ausrichtung journalistischer Inhalte schwächt nicht nur das Rückgrat mancher Redaktion, sondern bewirkt damit Resignation beim Nachwuchs. &#8220;Informieren und Missstände aufdecken&#8221;, antwortete mir jeder zwei­te Student im ersten Semester auf die Frage, worin er seine Hauptaufgabe als Journalist sehe. &#8220;Ich frage mich, ob ich überhaupt als Journalistin arbeiten soll. Wichtige Geschichten fallen in den Papierkorb, weil die Redaktion sich nichts traut. Ich glaube kaum, dass ich dort lande, wo das anders sein soll, falls es solche Redaktionen wirklich noch gibt&#8221;, klagte eine Studentin im sechsten Semester, als sie aus ihrem Praktikum zurückkehrte, und nannte Beispiele: Eine Kritik an der Ausgabenpolitik für &#8220;Ruhr 2010&#8243;? Lieber nicht. Ein Kommentar über das Gebaren von Prominentenanwalt Christian Schertz? Lassen wir, könnte teuer werden.</p>
<p>Ausbilder an Hochschulen und Journalistenschulen registrieren, dass immer mehr ihrer Schützlinge wäh­rend des Studiums oder der Ausbildung umschwen­ken und in die PR wollen, oft, sobald sie einen ers­ten Blick in beide Welten geworfen haben. &#8220;In der Agentur fühlte ich mich ernst genommen, man gab mir Verantwortung; in der Zeitungsredaktion musste ich zwar jedes Wochenende ran, aber ich hatte das Gefühl, nichts wert zu sein&#8221;, schilderte ein Student. Er steht mit dieser Erfahrung nicht alleine da. Der Trend, noch während der Ausbildung in die PR zu schwen­ken, besteht weltweit, bestätigt die in Australien leh­rende Journalismusforscherin Beate Josephi.</p>
<p>Auch in Deutschland wird dieser Trend beschleu­nigt durch Studiengänge, die von vornherein beide Wege offenhalten: den in den Journalismus sowie den in die PR. Dazu zählen &#8220;Technikjournalismus / PR&#8221; (Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg), &#8220;Journalismus und Public Relations&#8221; (Gelsenkirchen), &#8220;Medienkommunikation und Journalismus&#8221; (Bielefeld) oder &#8220;Medien- und Kommunikationswirtschaft – PR – Journalismus&#8221; (Duale Hochschule Ravensburg). Umso bemerkenswerter ist, dass Journalistik-Studierende der Universität Eichstätt vor knapp zwei Jahren pro­testierten, ihr Studium enthalte zu viel PR-Training.</p>
<p><strong>Standards erhöhen und sich befreien</strong></p>
<p>Die ökonomischen Realitäten machen es schwie­rig, in der Journalismusausbildung &#8220;mehr als nur Depression zu produzieren&#8221;, sagt Bernhard Debatin Message gegenüber. Aber es sei möglich. Ein hoher Ausbildungsstandard fördere das kritische Bewusstsein. Initiativen wie die Bewegung &#8220;Media Reform&#8221; arbeiten in den USA daran, durch andere Finanzierungen, etwa über Stiftungen, den amerika­nischen Journalismus &#8220;aus den Klauen des profitorien­tierten Marktmechanismus der Mega-Korporationen zu befreien&#8221;. Deren Marktmacht habe zum Beispiel in der Berichterstattung über den Irak-Krieg &#8220;zu einer informellen Gleichschaltung, das heißt zum Verlust des Pluralismus&#8221; geführt, kritisiert Debatin. In seinen Augen &#8220;eine unhaltbare Situation&#8221;.</p>
<p>Und wen interessiert in Deutschland, ob und wie redlich recherchierter, multimedial aufberei­teter Journalismus machbar wird? Und ob dafür professionell ausgebildet wird? &#8220;Ich bin sicher, das würde viele Leute interessieren, wenn sie denn eine Chance hätten, es zu erfahren&#8221;, sagt Stephan Ruß-Mohl der Message. Und ergänzt: &#8220;Der Journalismus und die etablierten Medien versagen seit Jahren bei der Aufklärung über Journalismus und über sich selbst.&#8221;</p>
<p><span style="color: #888888;">Literatur:</span></p>
<p><span style="color: #888888;">Barbie Zelizer veröffentlichte eine ausgearbeitete Version ihres Vortrags in der Schweizer Fachzeitschrift Studies in Communication Sciences (Nr. 1/2010).</span></p>
<p><em>Erstveröffentlichung: Message Nr. 3 / 2011</em></p>
<p><strong><br />
</strong></p>
<p><strong><br />
</strong></p>
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		<title>Jungjournalisten diskutieren über Pressefreiheit</title>
		<link>http://de.ejo-online.eu/5124/journalistenausbildung/jungjournalisten-diskutieren-uber-pressefreiheit-in-europa</link>
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		<pubDate>Mon, 09 May 2011 13:17:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julia Weiss</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ethik & Qualitätssicherung]]></category>
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		<category><![CDATA[Forum for European Journalism Students]]></category>
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		<category><![CDATA[Ordine dei giornalisti]]></category>
		<category><![CDATA[Reporter ohne Grenzen]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein überwiegend düsteres Bild von der Pressefreiheit in Europa zeichneten die Referenten auf dem Jahreskongress des Forum for European Journalism Students, das kürzlich im süditalienischen Matera stattfand. Ausgerechnet Europa, welches doch weltweit eine Vorbildfunktion einnehmen sollte, habe im letzten Jahr wieder stark an Pressefreiheiten einbüßen müssen, sagt Domenico Affinito, Vizepräsident der italienischen Sektion der Organisation [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong><a href="http://www.fejs.it/eng/"><img class="size-full wp-image-5133 alignleft" title="Foto: FEJS" src="http://de.ejo-online.eu/wp-content/uploads/2011/06/fejs1.jpg" alt="" width="160" height="190" /></a>Ein überwiegend düsteres Bild von der Pressefreiheit in Europa zeichneten die Referenten auf dem Jahreskongress des <em>Forum for European Journalism Students</em>, das kürzlich im süditalienischen Matera stattfand.</strong></p>
<p>Ausgerechnet Europa, welches doch weltweit eine Vorbildfunktion einnehmen sollte, habe im letzten Jahr wieder stark an Pressefreiheiten einbüßen müssen, sagt Domenico Affinito, Vizepräsident der italienischen Sektion der Organisation „Reporter ohne Grenzen“ (ROG).<br />
<span id="more-5124"></span></p>
<p>Zwar seien  im ROG-Pressefreiheitsindex 2010 von 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union  13 unter den Top 20 gewesen, doch in Staaten wie Italien (49. Platz), Rumänien (52. Platz) und Griechenland (70. Platz) habe man im vergangenem Jahr wirklich nicht von Pressefreiheit sprechen können.</p>
<p>Giorgio Aquaviva betont die wichtige Rolle der Presse in der Gesellschaft. Er ist Vertreter der „Ordine dei giornalisti“ (ODG) – ‚Orden der Journalisten‘, die sich in Italien um die Journalistenausbildung, sowie um ethische und professionelle Belange der Journalisten kümmert. Seiner Meinung nach sei die Besitzkonzentration des Medienmarktes und die somit eingeschränkte Handlungsfreiheit der Journalisten in Italien ein schwerwiegendes Problem. Die ODG arbeite bereits an einer Umstellung der Journalistenausbildung. So würden nun Masterstudiengänge eingeführt, die einen Schwerpunkt auf journalistische Ethik legen.</p>
<p>Guiseppe Guiletti, Parlamentarier und Anhänger der Anti-Korruptionsbewegung ‚Italia die Valori‘ ist hier etwas kritischer. Er spricht von den existenziellen Problemen, denen Journalisten in italienischen Kreisen unterliegen: Artikelpreise von bis zu 20€ für ausgebildete Journalisten, praktikumsähnliche Beschäftigungsformen und die existenzielle Bedrohung, jederzeit ausgewechselt zu werden.</p>
<p>Die 100 zum Kongress geladenen Journalismus-Studierenden aus West-, Süd-, Nord- und Osteuropa zeigen sich bestürzt. Ein Teilnehmer stellt die Frage: „Wie soll es denn bei diesen Verhältnissen überhaupt möglich sein, frei Bericht zu erstatten?“  Die Frage bleibt offen.</p>
<p>Für einen Lichtblick am Horizont sorgen die Referenten, die sich für einen investigativen Journalismus einsetzen. So auch der Journalist und Autor Nello Rega – der in Begleitung seiner Leibwächter auf dem Kongress erscheint. Der Verfechter der freien Meinung  erhielt Drohungen von islamischen Extremisten auf ein islamkritisches Buch über den Koran. „Italien ist nicht frei“ sagt er, „Italien ist solange nicht frei, wie es hier Selbstzensur gibt.“ Auch er sieht Europas Rolle als Verfechter von Freiheitsrechten bislang nicht erfüllt. Carlo Ruta, der in Sizilien über die Mafia berichtet, schließt sich dieser Meinung an. Für ihn liegt das Hauptproblem von Italiens Journalisten in der eingeschränkten Handlungsfreiheit. Politiker können, so Ruta, Bußgelder an Journalisten verhängen, die kritisch berichten. Einzig im Web sieht er die Möglichkeit, sich frei äußern zu können – und auch differenziert gegenüber den Politikern Italiens. Er schätzt, dass  90% der italienischen Medienmacher Anhänger einer Partei seien.</p>
<p><strong>Neue Perspektiven</strong></p>
<p>Neue Medienperspektiven eröffnet  Nancy Porcia, die das Programm ‚Senza Censura‘ auf dem Kanal ‚Current TV‘ vorstellte: ein neues Fernsehprojekt, das zu aktuellen Themen ungeschnittenes und unbearbeitetes Material ausstrahlt. Die journalistische Leistung bestehe darin, Hintergrundinformationen einzublenden, um die Bilder in einen Kontext zu setzen. Anspruch des Senders sei es, unabhängig zu sein und Themen auszustrahlen, die von anderen Nachrichtensendungen vernachlässigt werden. Im Nebensatz wird erwähnt, dass der Kanal lediglich über Pay-TV, nämlich dem von Murdoch geleiteten Unternehmen SKY Italia zu empfangen sei.</p>
<p>Autorin Ludovica Amici gibt mit ihrem Buch „Wikileaks“ Einblicke in die Strukturen von Wikileaks und fördert den Diskurs über Informationsfreiheit in Italien. Auch in der Diskussion, welche Rolle Enthüllung im Journalismus spiele, wie weit man als Journalist gehen dürfe, und ob man z. B. auch nationale Interessen gefährde, bleibt sie bei ihrem Standpunkt „Transparenz ist am wichtigsten“.</p>
<p>Der Kongress hat in vielerlei Hinsicht neue Gedanken und Diskussionsansätze hervorgerufen. Neben  theoretischen Ansätzen können auch einige praxisrelevante Ergebnisse festgehalten werden: Im September dieses Jahres wird ein Buch erscheinen, das die Mediensituation in Europa aus Sicht der Nachwuchsjournalisten, die an dem Kongress teilgenommen haben, beschreibt. Zudem will die ‚Ordine dei giornalisti‘ jährliche Foren für italienische Journalisten organisieren, in denen sich die Teilnehmer kritisch über den Journalismus in Italien austauschen können.</p>
<p>Einziges Handicap der Veranstaltung war die Sprache; viele Referenten waren der englischen Sprache nicht mächtig und hielten ihren Vortrag auf Italienisch. Das erschwerte den Informationsaustausch und tiefergreifende Diskussionen.</p>
<p>*******************************************************************************************</p>
<p><strong>FEJS</strong></p>
<p>Das ‚Forum for European Journalistism Students‘ (FEJS) existiert seit 1986. Es ist eine gemeinnützige internationale Organisation junger Journalisten, die seit 2010 in Brüssel eingetragen ist. Der jährliche Kongress, der jedes Jahr an einem anderen Ort in Europa stattfindet, will den Austausch unter europäischen Journalistikstudenten und Nachwuchsjournalisten fördern.</p>
<p><em>Weitere Infos:</em></p>
<p><a href="http://fejs.org/" target="_blank">http://fejs.org/</a></p>
<p><a href="http://www.fejs.it/" target="_blank">http://www.fejs.it/</a></p>
<p>Senza Censura auf Current TV  <a href="http://current.com/shows/senza-censura/" target="_blank">http://current.com/shows/senza-censura/</a></p>
<p><em>Julia Weiss studiert Journalistik an der TU Dortmund. Dieser   Artikel ist im Rahmen des Seminars “Medienauslandsberichterstattung”   entstanden. </em></p>
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		<title>PR-Kaderschmiede Leipzig</title>
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		<pubDate>Mon, 24 Jan 2011 09:31:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephan Russ-Mohl</dc:creator>
				<category><![CDATA[Journalistenausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Einschnitte]]></category>
		<category><![CDATA[Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft (IfKMW) der Universität Leipzig]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Journalistik-Master]]></category>
		<category><![CDATA[Leipziger Journalistik]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Haller]]></category>
		<category><![CDATA[PR]]></category>
		<category><![CDATA[Public Relations]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor gut zwanzig Jahren hat die Prognose bei vielen Medienexperten noch Kopfschütteln ausgelöst. Ich hatte eine „Aufrüstungsspirale“ in der Öffentlichkeitsarbeit vorhergesagt, die ihrerseits eine „Abrüstungsspirale“ in den Redaktionen bewirken würde. Inzwischen hat sich dies unstrittig bewahrheitet: die Kommunikationsdisziplin Public Relations gedeiht und professionalisiert sich. Derweil werden Redaktionen ausgedünnt, der Journalismus gerät immer mehr in Bedrängnis [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://www.pixelio.de/details.php?image_id=488393&amp;mode=search"><img class="size-full wp-image-4351  alignleft" title="Foto: Gerd Altmann / pixelio.de " src="http://de.ejo-online.eu/wp-content/uploads/2011/01/Journalistik_Leipzig.jpg" alt="" width="230" height="160" /></a>Vor gut zwanzig Jahren hat die Prognose bei vielen Medienexperten noch Kopfschütteln ausgelöst. Ich hatte eine „Aufrüstungsspirale“ in der Öffentlichkeitsarbeit vorhergesagt, die ihrerseits eine „Abrüstungsspirale“ in den Redaktionen bewirken würde. </strong></p>
<p>Inzwischen hat sich dies unstrittig bewahrheitet: die Kommunikationsdisziplin Public Relations gedeiht und professionalisiert sich. <span id="more-4350"></span></p>
<p>Derweil werden Redaktionen ausgedünnt, der Journalismus gerät immer mehr in Bedrängnis – auch weil Journalisten immer mehr PR-Meldungen ungefiltert verwenden und so die Glaubwürdigkeit der Medien sinkt.</p>
<p>Merkwürdigerweise kräht deswegen kaum ein Hahn. Dabei geht es um die Frage, wie wir alle informiert werden: Ob von journalistischen „Treuhändern“, die sich redlich bemühen, ihre Leser, Hörer, Zuschauer ausgewogen mit Nachrichten zu versorgen. Oder von PR-Leuten, deren Job es nun einmal ist, im Interesse ihrer Auftraggeber uns ein geschöntes, einseitiges Bild der Welt zu vermitteln.</p>
<p>In Leipzig ist ein neues Stadium der Eskalation erreicht. Dort schlägt die Doppel-Spirale jetzt erstmals direkt auf die Ausbildungs-Angebote durch. Ein renommierter Kollege, Michael Haller, ist in den Ruhestand getreten. Er hat der Journalistenausbildung nicht nur an seiner Universität zu neuem Ansehen verholfen. Über Jahre hinweg war er als Dozent, Forscher und Herausgeber der angesehenen Fachzeitschrift <em>Message</em> omnipräsent. Jetzt haben seine Fachkollegen aus der PR nichts besseres zu tun, als seine verwaiste Professur für den Bereich Öffentlichkeitsarbeit umzuwidmen.</p>
<p>Dabei steht in Leipzig die Wiege der akademischen Journalisten-Ausbildung: Karl Bücher hat sich dort im deutschsprachigen Raum bleibende Verdienste um sie erworben, lange bevor sein Fachkollege Emil Dovifat in Berlin die Zeitungswissenschaft begründete. Haller hatte dann Jahrzehnte später das Metier zu neuer Blüte geführt &#8211; nach dem wenig ruhmreichen Intermezzo, als zu Zeiten des SED-Staates im „Roten Kloster“ sogenannte „Journalisten“ ausgebildet wurden, die in Wahrheit nur Propagandisten waren. Es ist alarmierend, dass sich die Schraube jetzt – womöglich nicht nur in Leipzig &#8211; zurück zu drehen beginnt.</p>
<p><span style="color: #000000;"><em>Erstveröffentlichung: Die Furche vom 20. Januar 2011</em></span></p>
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		<title>Gelebte Interkulturalität</title>
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		<pubDate>Tue, 21 Dec 2010 08:01:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nora Weis</dc:creator>
				<category><![CDATA[Journalistenausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Schmidt]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Welle]]></category>
		<category><![CDATA[DW-Akademie]]></category>
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		<category><![CDATA[Internationalität]]></category>
		<category><![CDATA[Master]]></category>
		<category><![CDATA[Medienentwicklungszusammenarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Studium]]></category>

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		<description><![CDATA[Globales Denken und lokales Handeln – das möchte die Deutsche Welle-Akademie in Bonn Studierenden aus aller Welt durch den internationalen Aufbau-Studiengang „International Media Studies“ vermitteln. Im September 2009 startete die DW-Akademie in Bonn den weiterbildenden Studiengang „International Media Studies“ mit einem großen Ziel.  Durchschnittlich 25 Hochschulabsolventen mit Medienerfahrung aus aller Welt sollen pro Jahr durch das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img class="size-full wp-image-4146 alignleft" title="Foto: DW-Akademie" src="http://de.ejo-online.eu/wp-content/uploads/2010/12/DW.jpg" alt="" width="230" height="153" />Globales Denken und lokales Handeln – das möchte die Deutsche Welle-Akademie in Bonn Studierenden aus aller Welt durch den internationalen Aufbau-Studiengang „International Media Studies“ vermitteln. </strong></p>
<p>Im September 2009 startete die DW-Akademie in Bonn den weiterbildenden Studiengang „International Media Studies“ mit einem großen Ziel.<span id="more-4143"></span>  Durchschnittlich 25 Hochschulabsolventen mit Medienerfahrung aus aller Welt sollen pro Jahr durch das praxisnahe und internationale Master-Studium zu „Change Agents“ ausgebildet werden. Als Multiplikatoren sollen sie relevante Themen erspüren, die Öffentlichkeit in ihren Heimatländern für globale Fragen sensibilisieren und Entwicklungspolitiker dazu anhalten, nach Lösungsmöglichkeiten für lokale und globale Themen zu suchen.</p>
<p>Die Kooperation mit der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg und der Universität Bonn bietet den Studierenden eine Verzahnung von Forschung, Lehre und Praxis. In vier Semestern werden sie interkulturell in gängigen Medienfächern wie Medienwirtschaft oder Kommunikationswissenschaften, aber auch im Speziellen auf internationaler Ebene geschult und schließen das Studium mit dem Master of Arts Titel ab.</p>
<p><img class="size-full wp-image-4150   alignleft" title="Foto: DW-Akademie" src="http://de.ejo-online.eu/wp-content/uploads/2010/12/DW12.jpg" alt="" width="129" height="186" /><strong>Professor Dr. Christoph Schmidt</strong>, wissenschaftlicher Leiter und Verwaltungsleiter der DW-Akademie sowie Honorarprofessor an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg und Dozent  an der Universität zu Köln, spricht mit dem EJO darüber, wie wichtig solche international ausgerichteten Medien-Studiengänge sind, um das interkulturelle Denken und Handeln weltweit zu fördern und welche speziellen Anforderungen das Studium <a href="http://www.dw-world.de/dw/0,,12262,00.html" target="_blank">„International Media Studies“</a> an seine Bewerber stellt.</p>
<p><strong>Seit mehr als einem Jahr bringen Sie in einem Studiengang bewusst Studierende verschiedener Kulturen und Nationen zusammen. Welches Ziel verfolgen sie damit?</strong></p>
<p>Als wir im September 2009 mit dem ersten Jahrgang starteten, wählten wir insgesamt 21 Studierende aus, drei von ihnen kamen aus Deutschland. Der zweite Jahrgang ist jetzt mit 23 Studierenden, darunter vier Deutsche, besetzt. Die erste Priorität des Studiengangs ist es, einen Beitrag zur Medienentwicklungszusammenarbeit zu leisten. Wir möchten Botschafter und Botschafterinnen ausbilden, die in ihren Heimatländern an Schaltstellen Verantwortung übernehmen und dadurch den Bereich der Medien positiv beeinflussen können.</p>
<p>Mittlerweile liegen uns ebenfalls Anfragen von ausländischen Universitäten vor, die sehr an einer Übertragung unseres Studienmodells in ihr Heimatland interessiert sind. Es ist für uns sehr reizvoll, dass der Studiengang auch im internationalen Umfeld sehr intensiv wahrgenommen wird. Unsere Intention ist, den Studiengang weiter verbreiten zu können. Denn maximal 25 Studierende pro Jahr sind relativ wenig.</p>
<p><span style="color: #751926;">Vorbereitung auf eine Führungsfunktion im internationalen Kontext</span></p>
<p><strong>Was ist das Besondere an diesem Studium?</strong></p>
<p>Primär der curriculare Ansatz und die durchgängig internationale Ausrichtung. Wir verbinden die Themenfelder Journalismus, Medienpolitik, Gesellschaft und Entwicklung mit den Themenfeldern Medienwirtschaft und Medienmanagement. Ich denke, dass dieser bewusst breit gewählte Ansatz, der die Studierenden auf eine Führungsfunktion im internationalen Kontext vorbereitet, in dieser Form nur im Rahmen unseres Masterprogramms angeboten wird.</p>
<p>Da es sich bei diesem Programm um einen weiterbildenden Master handelt, verfügen alle Studierenden bereits über Medienpraxiserfahrungen. Innerhalb der vier im Studium zu absolvierenden Medienpraxisprojekten kann daher bereits auf einem relativ hohen Niveau gearbeitet werden. Die Studierenden verfügen im Durchschnitt über zwei bis fünf Jahre Berufserfahrung. Die Struktur des Studiengangs besteht aus 25 Prozent Medienpraxisphasen und zu 75 Prozent aus Theoriephasen. Diese Theoriephasen haben jedoch stets einen sehr engen Medienbezug und sind anwendungsorientiert konzipiert.</p>
<p><span style="color: #751926;">Zugangsvoraussetzung: ein wahres Interesse an Medienentwicklungszusammenarbeit</span></p>
<p><strong>Nach welchen Kriterien wählen Sie die Bewerber und Bewerberinnen aus?</strong></p>
<p>Jeder Bewerber muss über deutsche und englische Sprachkenntnisse verfügen, weil das Studium bilingual aufgebaut ist. Innerhalb des Auswahlprozesses bemühen wir uns, die Lebensläufe der einzelnen Bewerber miteinander zu vergleichen. Denn es ist für die einzelnen Studienjahrgänge zielführend und lernförderlich, wenn sich die Medienerfahrungen der einzelnen Bewerber in einer bestimmten Weise ergänzen. Doch das wichtigste Kriterium neben diesen mehr oder weniger „formalen“ Aspekten ist die Persönlichkeit und die wirkliche Intention der Bewerber.</p>
<p>Wieso möchten sie bei uns studieren und welche internationale Tätigkeit planen sie im Anschluss an das Studium auszuüben? Um das herauszufinden und einen persönlichen Eindruck von den Bewerbern zu erhalten, kontaktieren wir alle interessanten Bewerber telefonisch, häufig mit Überraschungs-Telefonaten. Die Erfahrung zeigt, dass die schriftliche Darlegung der Motivation für den Studiengang bei allen Bewerbern sehr überzeugend ist. Ich möchte aber zusätzlich einen Eindruck erhalten, welche Persönlichkeit dahinter steht und ob der Bewerber zu uns passt und der Studiengang auch für den Bewerber die geeignete Fortsetzung seiner akademischen Qualifikation und beruflichen Erfahrungen darstellt.</p>
<p>Ein internationaler Hintergrund und Auslandserfahrung sind für die Bewerber wichtig, aber keine unbedingte Voraussetzung zur Studienzulassung. Was zählt, ist ein wahres Interesse am Feld der Medienentwicklungszusammenarbeit und am Journalismus zu zeigen. Auch wenn ein Bewerber zum Beispiel die Intention hat, nach dem Studium bei einer Nichtregierungsorganisation im Ausland Pressesprecher zu werden, sind wir dafür offen.</p>
<p><span style="color: #751926;">Internationalität soll gelebt werden</span></p>
<p><strong>Also sollten die Studenten zwar aus unterschiedlichen Nationen kommen, aber beim Studium trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft doch eine gemeinsame Diskussionsebene finden?</strong></p>
<p>Ja, das war und ist die Intention dieses Studiengangs. Das Interessante an den sehr stark international orientierten Gruppen ist, dass sie sich unglaublich intensiv austauschen. Es ist wie in einer großen internationalen Familie: der Brasilianer hilft dem Jordanier und die Chinesin arbeitet mit der Russin zusammen. Es haben sich ganz neue interkulturelle Freundschaften entwickelt. Wenn wir bei externen Termin über das Thema Interkulturalität sprechen, muss ich nie etwas dazu sagen, die Studierenden sagen dann immer: „Bei uns ist das hier gelebte Interkulturalität.“ Das passiert, weil jeden Tag die Arbeitsgruppen sehr international zusammengesetzt sind.</p>
<p>Natürlich ist uns bewusst, dass die Studierenden von den USA über China und Deutschland bis Vietnam mit sehr heterogenen Hintergründen aus sehr unterschiedlichen Systemen und Kontexten kommen. Genau deshalb bieten wir vier Wochen vor Studienbeginn eine Blockphase an, in der wir die kulturelle Annäherung fördern. Wir betrachten dies als Kultur- und Kennenlernwochen in Deutschland, mit Besuchen von Museen und Unternehmen und selbstverständlich einer ersten thematischen Einführung. Dieser Austausch ist für die Studierenden, aber auch für uns sehr wichtig. Denn obwohl alle von ihnen schon im Ausland waren, ist solch ein internationaler Austausch, bei dem in einem Raum rund 15 Länder vertreten sind, schon etwas ganz Besonderes.</p>
<p><strong>Wieso ist dieser Studiengang entstanden?</strong></p>
<p>Seit über 45 Jahren leistet die DW-Akademie mit ihren Trainings- und Beratungsprojekten einen wichtigen Beitrag für die deutsche Medienentwicklungszusammenarbeit. Primär werden Journalisten und Führungskräfte in allen Medienfeldern qualifiziert und Sender weltweit beraten. Im Regelfall sind das nicht-wissenschaftliche Qualifizierungsmaßnahmen, die mitunter sechs bis zwölf Wochen andauern. Seit einigen Jahren arbeiten wir nahezu ausschließlich in längerfristigen ganzheitlichen Projekten. Wir beraten Sender, begleiten diese bei Veränderungsprozessen unterschiedlichster Art und qualifizieren im Rahmen dessen ebenso die verantwortlichen Führungskräfte und Journalisten.</p>
<p>Viele unserer Partnersender sind an uns herangetreten mit der Bitte um eine komplementäre Ergänzung unserer Aktivitäten – die Durchführung eines Medienmasterprogramms . So senden uns einige Partnersender junge Nachwuchsführungskräfte, die wir ausbilden, und die anschließend mit dieser Qualifikation und der Chance auf einen Aufstieg in ihr Land zurückkehren können. Ein fundierter westlicher akademischer Abschluss ist in vielen Ländern sehr wichtig.</p>
<p>In Afrika gibt es zum Beispiel nur relativ wenige Medienstudiengänge, die wirklich ein relativ hochwertiges qualitatives Niveau im Bereich Journalismus erreichen. Zwar gibt es in asiatischen Ländern wie Japan und Südkorea sehr gute Hochschulen, doch wenn man andere asiatische Länder wie zum Beispiel Vietnam oder China betrachtet, in denen relativ eingeschränkte Medienfreiheit vorherrscht, so stellt man fest, dass hier ebenfalls hoher Bedarf besteht.</p>
<p><span style="color: #751926;">Ein internationaler Blickwinkel ist auch für die Lehrenden wichtig</span></p>
<p><strong>Wie schwer ist es, mit den Studierenden aus modernen westlichen Ländern und den Studierenden aus Ländern mit eingeschränkter Pressefreiheit eine gemeinsame und fruchtbare Diskussionsebene in Fächern wie zum Beispiel Medienökonomie oder Medienpolitik zu finden?</strong></p>
<p>In den Bereichen Medienpolitik- und Medien und Gesellschaft führen wir diese Diskussionen recht häufig. Aber die Erfahrung zeigt: Auch wenn wir über die Presse- und Meinungsfreiheit diskutieren, sind die Ansichten nur in Nuancen unterschiedlich. Es kommt in Einzelfällen vor, dass der ein oder andere Student das Mediensystem seines Heimatlandes vielleicht etwas zu positiv beschreibt – die Regel ist jedoch eine eher kritische Haltung. Wir vergleichen sehr bewusst die einzelnen Mediensysteme in den einzelnen Regionen, weil dies für den Erkenntnisgewinn der Studierenden von hoher Relevanz ist.</p>
<p>Wir haben jedoch eine internationale Perspektive und möchten nicht das deutsche System als Maß aller Dinge betrachten. Dennoch wird selbstverständlich im Medienrecht auf unser deutsches föderales System mit der Grundlage des Artikels fünf im Grundgesetz eingegangen. Aber wir gehen immer vom jeweiligen System in den einzelnen Ländern aus, ob es das englische Mediensystem ist oder der Staatsrundfunk in Vietnam oder Äthiopien. Wir betrachten das bei allen Lehreinheiten aus einem sehr internationalen Blickwinkel. Letztens hatten wir eine interessante Diskussion zum Thema „Wie frei ist Vietnam?“. Hier war es sehr interessant zu beobachten, dass zwei Vietnamesen innerhalb der Gruppe eine unterschiedliche Sichtweise zu diesem Thema hatten.</p>
<p><strong>Inwiefern können die Studierenden das vermittelte Wissen international anwenden?</strong></p>
<p>Wenn eine Chinesin oder ein Vietnamese ins Heimatland zurückkehrt und dort das gelernte deutsche System zu 100 Prozent anwenden will mit dem Grundgedanken „Alles was ich in meiner Heimat gelernt habe ist Quatsch &#8211; ich mache hier ab sofort  Lehrbuch-Journalismus mit all seinen Freiheiten“, dann kann das nicht funktionieren. Idealerweise &#8211; und ich denke dies ist sehr realistisch &#8211; verfügen alle Studierenden über die notwendige Sensibilität und werden versuchen, in ihrer Heimat Grenzen auszuloten und zu prüfen, was möglich ist.</p>
<p>Der Grundgedanke zur Anwendung des Gelernten ist, die gesetzten Grenzen im eigenen Land zu erkennen, sich aber nicht im Vorhinein selbst schon Grenzen zu setzen. Und an diese Grenzen stoßen übrigens nicht nur Journalisten in China, Vietnam und Italien, sondern an solche Grenzen können auch Lokaljournalisten bei einem kleinen Anzeigenblatt gelangen – auch wenn dies natürlich eine völlig andere Qualität hat.</p>
<p><span style="color: #751926;">Die Welt braucht mehr entwicklungspolitisches Know-how und Medienkompetenz</span></p>
<p><strong>Wo sehen Sie sich im Bereich der Journalistenausbildung in Deutschland?</strong></p>
<p>Zum einen bedienen wir einen Markt, der im Augenblick auch von deutschen Hochschulen nicht besetzt wird. Die über 300 Medien- und kommunikationswissenschaftlichen Studiengänge in Deutschland bilden fokussiert für den journalistischen Inlandsmarkt aus, das heißt, ihre Absolventen werden im Anschluss an ihr Studium auch größtenteils in deutschen Unternehmen beschäftigt sein. Wir achten hingegen schon bei den Bewerbern darauf, dass sie international tätig werden möchten. Zwar gibt es an einigen Universitäten auch das Feld „Internationaler Journalismus“, doch wird das meiner Meinung nach teilweise aus einer relativ deutschen Perspektive und mit dezidiert deutscher Diskussionsgrundlage betrachtet.</p>
<p><strong>Was wünschen Sie sich für die Entwicklung der internationalen Journalisten- und Medienausbildung?</strong></p>
<p>Wir sollten Programme mit internationalem Blickwinkel verstärkt ausbauen, dies würde den Studierenden eine breitere Perspektive ermöglichen. Wir haben oftmals stark inländisch orientierte Programme, doch internationale Angebote sind selten. Ich denke, dass in den nächsten Jahren die Hochschulen in vielen Ländern Afrikas, Südamerikas und Osteuropas nicht in der Lage sein werden, qualitativ hochwertige Journalisten und Journalistinnen auszubilden. Ich wünsche mir, dass noch mehr deutsche Hochschulen mit Hochschulen in Entwicklungs- und Transformationsländern Kooperationen schließen, um dort gemeinsam Module und gemeinsame Studiengänge zu entwickeln.</p>
<p><a href="http://de.ejo-online.eu/?p=4188" target="_self">Hier</a> berichten die Studierenden <strong>Abdallah Hamad</strong> aus Jordanien und <strong>Tianlin Xu </strong>aus China von ihren Erfahrungen mit dem Master &#8220;International Media Studies&#8221;.</p>
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		<title>&#8220;Manche Grenzen kann man nicht überschreiten&#8221;</title>
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		<pubDate>Tue, 21 Dec 2010 08:00:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nora Weis</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Studium]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Studierenden Abdallah Hamad aus Jordanien und Tianlin Xu aus China berichten von ihren Erfahrungen mit dem Master “International Media Studies”. Wie sind Sie auf den Studiengang „International Media Studies“ aufmerksam geworden? Ich bin ursprünglich Palästinenser, aber ich bin in Jordanien aufgewachsen. Ich habe Deutsch und Englisch an der jordanischen Universität in Amman studiert und wollte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-caption alignleft" style="width: 168px"><img title="Foto: Nora Weis" src="http://de.ejo-online.eu/wp-content/uploads/2010/12/DW-Abdallah-Hamad.jpg" alt="" width="158" height="210" /><p class="wp-caption-text">Abdallah Hamad </p></div>
<p><strong>Die Studierenden Abdallah Hamad aus Jordanien und Tianlin Xu aus China berichten von ihren Erfahrungen mit dem Master “International Media Studies”.</strong></p>
<p><strong><em>Wie sind Sie auf den Studiengang „International Media Studies“ aufmerksam geworden?</em></strong></p>
<p>Ich bin ursprünglich Palästinenser, aber ich bin in Jordanien aufgewachsen. Ich habe Deutsch und Englisch an der jordanischen Universität in Amman studiert und wollte mein Studium in Deutschland im Bereich Medienwissenschaft fortsetzen. Bei uns war das schwierig, weil es diesen Fachbereich nur an einer Universität gibt, und das nicht mal auf Master-Niveau. <span id="more-4188"></span>In Jordanien schaue ich immer Deutsche Welle. Deshalb habe ich mich um ein Stipendium beworben, um diesen Master-Studiengang in Deutschland zu studieren. Es hat geklappt; ich bin seit anderthalb Jahren hier, und in sieben Monaten werde ich mein Studium beenden.</p>
<p><strong><em>Wieso studieren Sie „International Media Studies“?</em></strong></p>
<p>Eigentlich habe ich im Bereich Politik und Medien gearbeitet, nicht als Journalist, sondern als Diplomat beim Auswärtigen Amt in Jordanien. Ich will etwas bei der Medienentwicklung im Nahen Osten bewirken. Es gibt jetzt einen Aufschwung in der Medienwelt im Nahen Osten, und es gibt viele Nichtregierungsorganisationen, die im Rahmen der Medienentwicklung tätig sind. Ich versuche mit diesem Studium, diese Kenntnisse von Deutschland nach Jordanien zu bringen, obwohl die Mediensituation dort nicht leicht ist. Man kann die Medienfreiheit nicht mit der aus Deutschland vergleichen. Aber ich glaube, dass es sich in Jordanien allmählich bessert, obwohl es natürlich Grenzen gibt, die man nicht überschreiten kann. Aber ich denke positiv.</p>
<p><strong><em>Hat Ihnen das Studium bisher die Kenntnisse vermittelt, die Sie sich für die weitere Arbeit in Ihrem Heimatland erhofft haben?</em></strong></p>
<p>Ja, ich habe hier viele Sachen im Bereich Journalismus gelernt, aber sozusagen aus einer deutsch-europäischen Perspektive betrachtet. Ich habe auch vieles im Bereich Medienpolitik und Medienbildung gelernt. Dinge, die wir in unserem Land eigentlich gar nicht in Betracht ziehen. Aber ich will mich immer weiter entwickeln. Nach dem Abschluss gehe ich erst mal zurück nach Jordanien. Ich glaube, dass es dort viele Möglichkeiten gibt, in solchen Bereichen zu arbeiten und zu helfen.</p>
<p><strong><em>Welches Berufsziel haben Sie?</em></strong></p>
<p>Ich möchte gerne als Medienberater arbeiten. Wenn ich die Möglichkeit hätte, beim internationalen Rundfunk wie BBC oder Al Jazeera zu arbeiten, wäre ich auch daran interessiert, als internationaler Korrespondent zu arbeiten, um über die Wahrheit in den arabischen Ländern zu berichten. Aber mehr als die journalistische Arbeit interessiert mich die Arbeit bei einer Nichtregierungsorganisation in Bezug auf Medienentwicklung.</p>
<p><span style="color: #993300;">Tianlin Xu, 24 Jahre, China, studiert „International Media Studies“ im ersten Semester.</span></p>
<div id="attachment_4167" class="wp-caption alignleft" style="width: 240px"><img class="size-full wp-image-4167 " title="Foto: Nora Weis" src="http://de.ejo-online.eu/wp-content/uploads/2010/12/DW-Tianlin-Xu-bei-der-Arbeit-im-Newsroom.jpg" alt="" width="230" height="165" /><p class="wp-caption-text">Tianlin Xu</p></div>
<p>Ich komme aus China und habe meinen Bachelor-Abschluss in Germanistik gemacht. Dann habe ich ein Jahr beim Goethe-Institut gearbeitet und war zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit und die Kulturkoordination. Gleichzeitig habe ich mit meinem zweiten Studiengang „Radio and Television Editing and Directing“ begonnen und im letzten Jahr meinen Abschluss gemacht. Ich wollte immer im Bereich der Medien arbeiten. Während meiner Arbeit beim Goethe-Institut habe ich erkannt, dass ich für die Arbeit beim Fernsehen noch mehr Kompetenzen brauche. Ich studiere „International Media Studies“, um noch mehr theoretisches und praktisches Wissen zu bekommen.</p>
<p><strong><em>Was unterscheidet Ihrer Meinung nach die journalistische Ausbildung in Deutschland von der in China?</em></strong></p>
<p>In China haben wir zwar auch journalistische Studiengänge, aber mehr in klassischer Art und Weise. Die Studierenden haben zwar nach dem Bachelor-Abschluss auch Chancen auf Arbeit in diesem Bereich und verdienen auch Geld, werden aber sozusagen für ein bis zwei Jahre von einem „Lehrer“ begleitet und können schlechter in verantwortungsvolle Positionen hineinwachsen. In Deutschland finde ich die Ausbildungssituation sehr gut. Die Studierenden können nach dem Studium noch ein ein- bis zweijähriges Volontariat absolvieren: Während sie praktisch für ein Medienunternehmen arbeiten, können sie sich gleichzeitig viele neue theoretische journalistische Fähigkeiten aneignen.</p>
<p><strong><em>Können Sie die Fähigkeiten, die Sie sich hier in Deutschland aneignen, in China konkret umsetzen?</em></strong></p>
<p>Das ist eine Frage, die mich auch aktuell sehr beschäftigt. Ich studiere jetzt seit drei Monaten hier, und die Frage ist für mich jetzt immer bedeutender geworden. Ich weiß nicht so genau, ob ich alle Fähigkeiten und Kenntnisse, die ich im Studium oder von meinen Kommilitonen lerne, auch genau so in China umsetzen kann. Das liegt an unserem System. Aber für mich persönlich kann ich sagen, dass ich schon jetzt einen höheren Horizont habe. Ich sehe viel mehr, als ich in China gesehen habe. Entfernt von meinem Heimatland habe ich die bessere Perspektive, weil ich Dinge sowohl aus der Sichtweise der Chinesen als auch aus der Sicht der Europäer betrachten kann. Aber ich möchte auf jeden Fall versuchen, die Sachen, die ich hier gelernt habe, auf mein Heimatland und meine Kollegen dort zu übertragen. Inwiefern ich das genau umsetzen kann, weiß ich allerdings noch nicht.</p>
<p><strong><em>Welches Berufsziel haben Sie?</em></strong></p>
<p>Ich interessiere mich sehr für visuelle Medien. Ich möchte mit Bildern tiefgehende Themen ergreifen und damit Menschen berühren und bewegen. Am liebsten würde ich später im Bereich Dokumentarfilm arbeiten und auch kritische Themen beleuchten.</p>
<p><a href="http://de.ejo-online.eu/?p=4143" target="_self">Hier</a> geht es zum Interview mit <strong>Professor Dr. Christoph Schmidt</strong>, wissenschaftlicher Leiter und Verwaltungsleiter der DW-Akademie.</p>
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		<title>&#8220;Journalism reloaded&#8221; &#8211; kompetent in die Zukunft</title>
		<link>http://de.ejo-online.eu/4097/journalistenausbildung/journalism-reloaded-kompetent-in-die-zukunft</link>
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		<pubDate>Tue, 14 Dec 2010 11:30:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alexandra Stark</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ethik & Qualitätssicherung]]></category>
		<category><![CDATA[Journalistenausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Journalism reloaded]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Journalistische Kompetenzen]]></category>
		<category><![CDATA[maz]]></category>
		<category><![CDATA[Neue Technologien]]></category>
		<category><![CDATA[New Media Journalism]]></category>
		<category><![CDATA[Tartu-Deklaration]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft des Journalismus]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://de.ejo-online.eu/?p=4097</guid>
		<description><![CDATA[Die Bedingungen, unter denen Journalismus zustande kommt, verändern sich rasant. Reichen die klassischen journalistischen Kompetenzen da noch aus? Nein, kommt eine Masterarbeit zum Schluss und präsentiert ein praxisnahes Set zusätzlicher Kompetenzen. Damit guter Journalismus auch in Zukunft noch möglich ist. Der Journalismus ist unter Druck: Verändertes Mediennutzungsverhalten, neue Technologien sowie wirtschaftlicher Druck schränken die Möglichkeiten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://www.pixelio.de/details.php?image_id=447290&amp;mode=search"><img class="size-full wp-image-4116 alignleft" title="Foto: Margot Kessler / pixelio.de" src="http://de.ejo-online.eu/wp-content/uploads/2010/12/journalism-reloaded-1.jpg" alt="" width="230" height="153" /></a>Die Bedingungen, unter denen Journalismus zustande kommt, verändern sich rasant. Reichen die klassischen journalistischen Kompetenzen da noch aus? </strong></p>
<p>Nein, kommt eine Masterarbeit zum Schluss und präsentiert ein praxisnahes Set zusätzlicher Kompetenzen. Damit guter Journalismus auch in Zukunft noch möglich ist.<br />
<span id="more-4097"></span></p>
<p>Der Journalismus ist unter Druck: Verändertes Mediennutzungsverhalten, neue Technologien sowie wirtschaftlicher Druck schränken die Möglichkeiten der Medienschaffenden, gute Arbeit leisten zu können, mehr und mehr ein. Diese Veränderungen in der Umwelt des Journalismus – so die These, die dieser Arbeit zugrunde liegt – führen dazu, dass die klassischen Kompetenzen wie Recherchieren, Selektieren und Präsentieren nicht mehr ausreichen. Journalistinnen und Journalisten müssen über erweiterte Kompetenzen verfügen, wollen sie auch in der Zukunft noch in der Lage sein, ihre eigentliche Aufgabe zu erfüllen: die Öffentlichkeit mit Informationen und das Publikum mit Unterhaltung zu versorgen.</p>
<p>Die Arbeit hat zwei Ziele:</p>
<p>1. Ein die bisher anerkannten journalistischen Kompetenzen (z.B. der <a href="http://www.ejta.eu/index.php/website/projects" target="_blank">Tartu-Deklaration</a>) ergänzendes Set von Kompetenzen zu formulieren («Journalism reloaded»), mit denen Journalistinnen und Journalisten auch unter steigendem Druck guten Journalismus machen können.</p>
<p>2. Eine neue (für die Praxis einfachere) Darstellungsform von Kompetenzen zu entwickeln. Die Kompetenzen sind in der vorliegenden Arbeit neu aufgeschlüsselt und kategorisiert worden: in „Wollen“ (Haltung), „Können“ (intellektuelle Fähigkeit und handwerkliche Fertigkeit) sowie „Wissen“ (inhaltlicher und fachlicher Art).</p>
<p>Statt Akteure und Expertinnen zu befragen, untersuchte die Autorin Einflussfaktoren, die auf den Journalismus wirken und die Möglichkeit der Medienschaffenden beeinflussen, gute Arbeit zu liefern. Aus den Erkenntnissen dieser Analyse in den Bereichen Technologie, Gesellschaft/Nutzerinnen und Nutzer sowie Wirtschaft hat sie 44 zusätzliche Kompetenzen abgeleitet und in der von ihr entwickelten Matrix dargestellt.</p>
<div id="attachment_4110" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://de.ejo-online.eu/wp-content/uploads/2010/12/grafik.pdf" target="_blank"><img class="size-full wp-image-4110" title="Journalism_reloaded" src="http://de.ejo-online.eu/wp-content/uploads/2010/12/Journalism_reloaded1.jpg" alt="" width="500" height="306" /></a><p class="wp-caption-text">Der Journalismus der Zukunft braucht mehr Kompetenzen: Zu den klassischen journalistischen Kompetenzen der Tartu-Deklaration (linke Hälfte in englischer Sprache), kommen die in der Arbeit aus dem Umfeld abgeleiteten Kompetenzen (rechte Hälfte in deutscher Sprache). Die Farben bezeichnen die Gruppe von Kompetenzen. (Großansicht durch Klicken auf das Bild) </p></div>
<p>Mit ihrer Arbeit hofft die Autorin, die als Studienleiterin am maz, der Schweizer Journalistenschule arbeitet, praxisbezogene und leicht erschließbare Impulse für die Ausarbeitung von Bildungsangeboten im journalistischen Bereich geben zu können. Dies aus ihrer Überzeugung heraus, dass die Aus- und Weiterbildung von Medienschaffenden in Zeiten des Umbruchs einen entscheidenden Erfolgsfaktor darstellt: Vielleicht nicht unbedingt für die Zeitung von heute. Aber auf jeden Fall für das Medium von morgen.</p>
<p>Die Masterarbeit (<a href="http://de.ejo-online.eu/wp-content/uploads/2010/12/Journalism_reloaded.pdf" target="_blank">hier zum Downlad als pdf</a> ) von <a href="http://www.alexandrastark.ch" target="_blank">Alexandra Stark</a> ist im Oktober 2010 im Studiengang <a href="http://maz.ch/Journalismus/Info_Master_NMJ.asp?n=013000" target="_blank">New Media Journalism</a> an der Universität Leipzig/in Zusammenarbeit unter anderem mit dem <a href="http://www.maz.ch/" target="_blank">maz </a>entstanden. Die Autorin <a href="mailto:alexandra.stark@maz.ch">(alexandra.stark(at)maz.ch)</a> freut sich auf Feedback!</p>
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