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	<title>EJO - European Journalism Observatory &#187; Medienökonomie</title>
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		<title>Eine Frage des Eigentums</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Apr 2012 12:35:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katharina Heimeier</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienökonomie]]></category>
		<category><![CDATA[Alfred Neven DuMont]]></category>
		<category><![CDATA[David Montgomery]]></category>
		<category><![CDATA[Eigentümer]]></category>
		<category><![CDATA[Investor]]></category>
		<category><![CDATA[Nordrhein-Westfalen]]></category>
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		<category><![CDATA[Zeitungsverleger]]></category>

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		<description><![CDATA[Schützen Familienverleger Zeitungen vor Renditedruck? „You’re not welcome, Mr.  Montgomery!“: Deutlicher hätten die Redakteure der Berliner Zeitung im Sommer 2005 ihre Abneigung gegen den neuen Eigentümer ihrer Zeitung kaum zeigen können. Sie begrüßten ihn in T-Shirts, auf denen durchgestrichene  Heuschrecken zu sehen waren. Mit dem Briten David Montgomery hatte erstmals ein ausländischer Unternehmer – noch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://www.pixelio.de"><img class="size-full wp-image-6527 alignleft" title="Foto: S. Hofschlaeger  / pixelio.de" src="http://de.ejo-online.eu/wp-content/uploads/verleger.jpg" alt="" width="240" height="159" /></a>Schützen Familienverleger Zeitungen vor Renditedruck?</strong></p>
<p>„You’re not welcome, Mr.  Montgomery!“: Deutlicher hätten die Redakteure der Berliner Zeitung im Sommer 2005 ihre Abneigung gegen den neuen Eigentümer ihrer Zeitung kaum zeigen können. Sie begrüßten ihn in T-Shirts, auf denen durchgestrichene  Heuschrecken zu sehen waren. Mit dem Briten David Montgomery hatte erstmals ein ausländischer Unternehmer – noch dazu ein branchen fremder Finanzinvestor, eine so genannte  „Heuschrecke“ – einen deutschen Zeitungsverlag übernommen. Montgomery gab für sein Investment eine Renditeerwartung von bis zu 21 Prozent aus – ein Ziel, das in Zeiten der Krise selbst auf dem traditionell hohe Renditen abwerfenden Zeitungsmarkt exorbitant hoch erschien.</p>
<p>Seit Januar 2009 gehört die Berliner Zeitung längst wieder einem Verleger, wie man ihn sich klassischer kaum vorstellen kann: Alfred Neven DuMont, dessen Kölner Verlagshaus auf eine Jahrhunderte lange Geschichte verweisen kann. Der Fall Montgomery ist Geschichte. Dennoch lohnt ein Blick auf die Fragen, die Montgomery mit seinem kurzen Intermezzo aufgeworfen hat: Wem gehören die Zeitungen in Deutschland – und eröffnet die Zeitungskrise möglicherweise Chancen für alternative Eigentümer?<span id="more-6522"></span></p>
<p>Dieser bislang von der Forschung vernachlässigten Frage geht eine Studie zu den Eigentümerstrukturen nach. Sie vertritt dabei die Auffassung, dass die Eigentumsfrage nicht nur für die Journalisten, sondern auch für die Leser relevant ist. Denn die Eigentumsverhältnisse beeinflussen beispielsweise die Arbeitsbedingungen in den Redaktionen. Wie viele Journalisten  arbeiten in den Redaktionen, welchem wirtschaftlichen Druck werden sie ausgesetzt? Für die Leser ist es allemal wichtig zu wissen, woher die Informationen stammen, die ihnen einen Überblick über die öffentliche Meinung liefern sollen.</p>
<p>Aber genau das – nämlich herauszufinden, wer eigentlich hinter der GmbH &amp; Co. KG steht, die im Impressum der Lokalzeitung steht – ist alles andere als einfach. Es gibt bislang keine aktuelle, öffentlich zugängliche und vollständige Dokumentation der Eigentumsverhältnisse. Diese Lücke füllt die Studie zumindest für den nordrhein-westfälischen Zeitungsmarkt, einen der bundesweit größten Zeitungsmärkte. Mit Hilfe einer Recherche im Handelsregister wurden die Eigentumsstrukturen der 49 Zeitungsverlage in NRW recherchiert. Dieses Vorgehen erschien als besonders zuverlässig, denn die Handelsregistereinträge sind öffentlich zugänglich und müssen naturgemäß korrekt sein.</p>
<p>Bei einem Vergleich der Ergebnisse mit den Eigentümerstrukturen vor 40 Jahren fiel auf: An der Struktur des Zeitungsmarktes hat sich über die Jahrzehnte wenig geändert. Nach wie vor werden die Verlage von Familieneigentümern geführt, die die Anteile an den Verlagen zumeist von Generation zu Generation weitergeben.</p>
<p>36 der 49 nordrhein-westfälischen Verlage waren im Jahr 2010 noch immer in der Hand derselben Familien wie 1971. Weitere Untersuchungen zeigten: Die Verleger wehren Außenstehende regelrecht ab. Wenn sie ihren Verlag verkauften, dann möglichst an ihresgleichen. Damit unterscheidet sich der deutsche Zeitungsmarkt etwa deutlich vom amerikanischen, da in den USA viele Zeitungen an der Börse notiert sind  und  unter dem Druck von Investoren stehen. Sorgt das „kulturell eingebundene Kapital“ in Deutschland also möglicherweise für qualitativ hochwertige Zeitungen, während andere Eigentümer, eventuell sogar branchenfremde Investoren, in der Zeitung ein reines Renditeobjekt sehen?</p>
<p>Für die Beantwortung dieser Frage lieferte die Berliner Zeitung wertvolle Hinweise – denn sie gehörte mit Montgomery einem Finanzinvestor und nun mit DuMont wieder einem „echten“ Verleger. Ein Vergleich ihres Vorgehens zeigte: Die Strategien des klassischen Verlegers und die des Finanzinvestors waren mehr oder weniger dieselben. Beide setzten auf die Durchsetzung von Synergien – der „echte“ Verleger DuMont zum Teil sogar noch rigider, indem er beispielsweise  eine Redaktionsgemeinschaft einführte, die vier Zeitungstitel  gleichzeitig beliefert.</p>
<p>Dieses Beispiel zeigt: Familienverleger sind nicht per se besser oder schlechter als andere Eigentümer. Ein bisschen weniger Romantik und ein bisschen mehr Mut würden alternativen Eigentumsformen in Deutschland sicherlich auf die Sprünge helfen. Was spricht zum Beispiel gegen Stiftungen oder Formen der Mitarbeiterbeteiligung? Alternative Eigentümer werden sicher nicht immer weiße Ritter sein, aber ein branchenfremder Investor muss auch nicht zwangsläufig ein Turbo-Kapitalist sein.</p>
<p><span style="color: #888888;">Literatur:</span></p>
<p><span style="color: #888888;">Jarren, Otfried/Zwicky, Patrick (2008): Es braucht kulturell eingebundenes Kapital. In: Neue Zürcher Zeitung v. 4. Juli 2008. auch online unter: http://www.nzz.ch/nachrichten/medien/es_ braucht_kulturell_eingebundenes_kapital_1.775958.html</span></p>
<p><em>Erstveröffentlichung: Journalistik Journal Nr. 1 / 2012</em></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Auf der Suche nach einem neuen Geschäftsmodell</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Mar 2012 10:36:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tina Bettels</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienökonomie]]></category>
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		<category><![CDATA[Geschäftsmodell]]></category>
		<category><![CDATA[Gewinn]]></category>
		<category><![CDATA[Online]]></category>
		<category><![CDATA[Pew Research Center for the People and the Press]]></category>
		<category><![CDATA[Print]]></category>
		<category><![CDATA[Project for Excellence in Journalism]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmenskultur]]></category>
		<category><![CDATA[Verlust]]></category>
		<category><![CDATA[Werbung]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Studie des Project for Excellence in Journalism (PEJ) zeigt: Einige US-Zeitungen erschließen bereits durchaus erfolgreich neue Einnahmequellen im Internet. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass sich die Unternehmenskultur ändert. Die Forscher des PEJ haben für die Studie Interviews mit leitenden Angestellten von 13 US-amerikanischen Medienunternehmen geführt, zu deren Imperium insgesamt 330 Tageszeitungen gehören. Die Befragung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://www.pixelio.de"><img class="size-full wp-image-6205 alignleft" title="Foto: Gerd Altmann  / pixelio.de" src="http://de.ejo-online.eu/wp-content/uploads/Gewinn.jpg" alt="" width="240" height="170" /></a>Eine Studie des Project for Excellence in Journalism (PEJ) zeigt: Einige US-Zeitungen erschließen bereits durchaus erfolgreich neue Einnahmequellen im Internet. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass sich die Unternehmenskultur ändert.</strong></p>
<p>Die Forscher des PEJ haben für die Studie Interviews mit leitenden Angestellten von 13 US-amerikanischen Medienunternehmen geführt, zu deren Imperium insgesamt 330 Tageszeitungen gehören. Die Befragung zeigt: Vor allem „kulturelle Probleme“ zwischen Print und Online verhindern in vielen Unternehmen die Erschließung neuer digitaler Einnahmequellen. Viele Mitarbeiter, die schon lange für die Zeitung tätig seien, hingen an alten Gewohnheiten und könnten sich nicht in das Online-Medium einfinden. Ebenso sei es schwierig, Online-Anzeigenverkäufer für das Medium Print zu  begeistern.</p>
<p>Die Studie macht deutlich, dass der Geschäftserfolg und damit die Zukunft der Zeitungen sehr stark vom jeweiligen Management-Ansatz des Unternehmens und von seiner Unternehmenskultur abhängt und nicht nur von externen Trends beeinflusst wird, fasst Tom Rosenstiel, Direktor des beim Think-Tank Pew Research Center for the People and the Press angesiedelten PEJ, eines der Hauptergebnisse zusammen.<span id="more-6204"></span></p>
<p>Neben den Interviews enthüllt eine ebenfalls vom PEJ durchgeführte Bilanz-Analyse von 38 Tageszeitungen enorme Unterschiede hinsichtlich des Geschäftserfolgs der untersuchten Zeitungen.</p>
<p>Im Durchschnitt verloren die Zeitungen 2009 und 2010 mit jedem Dollar, den sie mit Online-Werbung verdienten, sieben Dollar im Print-Anzeigengeschäft. Einige der Zeitungen schafften es allerdings, ihre Print-Verluste durch ihre Online-Gewinne auszugleichen. Eine Zeitung habe beispielsweise ihre Online-Anzeigen-Umsätze um 50 Prozent steigern können und damit ihre Verluste aus dem Print-Bereich wieder wettgemacht. Eine andere Zeitung habe ihre Online-Umsätze im Vergleich zum Vorjahr sogar um 63 Prozent steigern können – und ihre Print-Umsätze um acht Prozent. Andere Zeitungen schafften es hingegen überhaupt nicht, im Online-Anzeigengeschäft Gewinne zu erwirtschaften. Eine Zeitung habe 2010 hier sogar 37 Prozent einbüßen müssen, eine andere 25 Prozent.</p>
<p>Ein Manko der Geschäftsstrategie der untersuchten Zeitungen sei, so die Wissenschaftler, dass die meisten keine individuellen Online-Anzeigen an ihre Webekunden verkauften; nur 40 Prozent der untersuchten Medien bemühten sich um zielorientierte Werbung.</p>
<p>Im Bereich Mobil-Anzeigen sieht es der Studie zufolge generell schlecht aus. Die Einnahmen aus Werbung auf Mobilgeräten habe bei den untersuchten Zeitungen nur ein Prozent des digitalen Gesamtumsatzes ausgemacht, heißt es beim PEJ. Die Interviewten gaben an, dass Werbung auf dem Smartphone aufgrund der Omnipräsenz von Mobiltelefonen erfolgversprechender sei als Werbung auf dem Tablet-Computer.  Sie zeigten sich jedoch skeptisch, ob Zeitungen in Zukunft wirklich Geld mit Smartphones verdienen könnten.</p>
<p>Fast die Hälfte der untersuchten Zeitungen (44 Prozent) experimentiert laut der Studie mit neuen Erlösmodellen: Sie organisieren Tagungen und Konferenzen, bieten Anzeigenmarketing-Beratung  an oder stellen ihre Website als Plattform für lokales Online-Shopping zur Verfügung. In den meisten Fällen nehmen die Zeitungen damit aber nicht mehr 10.000 Dollar pro Quartal ein.</p>
<p>Die Studie kommt auch zu dem Ergebnis, dass die Führungsetage der meisten Zeitungsunternehmen zwar versucht, Neuerungen einzuführen. Der Fokus liegt aber nach wie vor auf dem Print-Geschäft, wo im Vergleich noch immer die meisten Gewinne eingefahren werden.</p>
<p>Weiterführende Informationen zur Studie (auf Englisch):</p>
<p><a href="http://www.journalism.org/analysis_report/search_new_business_model" target="_blank">http://www.journalism.org/analysis_report/search_new_business_model</a></p>
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		<title>„Der Ruf der Stunde“</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Feb 2012 16:08:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kurt W. Zimmermann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienökonomie]]></category>
		<category><![CDATA[Aktionäre]]></category>
		<category><![CDATA[Basler Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Beteiligungen]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Blocher]]></category>
		<category><![CDATA[Max Frey]]></category>
		<category><![CDATA[Philipp Hildebrandt]]></category>
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		<category><![CDATA[tamedia]]></category>
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		<category><![CDATA[Weltwoche]]></category>

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		<description><![CDATA[Alle fordern &#8220;Transparenz, Transparenz, Transparenz!&#8221;. In den Medien ist das nicht ganz falsch. Das beste Beispiel kennen selbst in der Medienbranche nur ganz wenige, wenngleich das Beispiel über dreißig Jahre alt ist. Das Beispiel stammt aus Basel. In den siebziger Jahren war der Zürcher Verleger Max Frey Mehrheitsaktionär der damaligen Basler Nachrichten. 1977 fusionierte sein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://www.pixelio.de"><img class="size-full wp-image-6140 alignleft" title="Foto: Kurt Michel  / pixelio.de" src="http://de.ejo-online.eu/wp-content/uploads/Franken.jpg" alt="" width="240" height="180" /></a>Alle fordern &#8220;Transparenz, Transparenz, Transparenz!&#8221;. In den Medien ist das nicht ganz falsch.</strong></p>
<p>Das beste Beispiel kennen selbst in der Medienbranche nur ganz wenige, wenngleich das Beispiel über dreißig Jahre alt ist. Das Beispiel stammt aus Basel.</p>
<p>In den siebziger Jahren war der Zürcher Verleger Max Frey Mehrheitsaktionär der damaligen <em>Basler Nachrichten</em>. 1977 fusionierte sein Blatt mit der<em> National-Zeitung </em>zur neuen <em>Basler Zeitung</em>. Max Frey hielt in der Folge an der <em>Basler Zeitung </em>50 Prozent. Im Verwaltungsrat hatte er darum ein Vetorecht. Freys Geschäftsführer Beat Curti nahm für ihn an den VR-Sitzungen der <em>Basler Zeitung </em>teil.</p>
<p>Max Frey hielt die 50-Prozent-Beteiligung geheim. In den VR-Protokollen jener Zeit taucht nicht einmal der Name seines Geschäftsführers Curti auf. Warum wollte Frey keine Transparenz? Er fürchtete, dass die isolationistische Basler Gesellschaft einen Zürcher nicht akzeptieren würde. Es hätte Leser und Umsatz gekostet.<span id="more-6139"></span></p>
<p>Ein zweites Beispiel aus den neunziger Jahren: Ich saß damals in der Konzernleitung von Tamedia. Tamedia hatte eine 30-Prozent- Beteiligung an der <em>Finanz und Wirtschaft</em> und ein Vorkaufsrecht auf den Rest. Niemand wusste davon. Warum wollte Tamedia keine Transparenz? Sie fürchtete, dass das linke Image des eigenen Verlagshauses der stockbürgerlichen <em>Finanz und Wirtschaft </em>schaden würde. Es hätte Leser und Umsatz gekostet.</p>
<p>Warum wollte Christoph Blocher bei der <em>Basler Zeitung </em>keine Transparenz? Er fürchtete kaum die Reaktion der Öffentlichkeit. Die ist ihm seit je wurst. Doch sein Name, wie zu beweisen war, hätte Leser und Umsatz gekostet.</p>
<p>Damit sind wir bei Philipp Hildebrand. Die <em>Weltwoche </em>hat ihn abgeschossen, zu Recht, weil man sich im Service public nicht als privater Spekulant bereichern darf. Allerdings beging das Blatt den hitzköpfigen Fehler, Hildebrand als Lügner und als Gauner zu betiteln. Die Debatte wurde dadurch unnötig emotionalisiert. Emotionen rufen immer Populisten wie SPPräsident Christian Levrat und CVP-Pendant Christophe Darbellay auf den Plan. Sie fordern nun mehr Kontrolle der Medien, etwa eine völlige Offenlegung der Besitzverhältnisse und Finanzierungen. Primär ist es eine Strafaktion gegen die <em>Weltwoche</em>, weil sie hier die Besitzverhältnisse anzweifeln.</p>
<p><strong>Wem gehört die <em>Weltwoche</em>? </strong></p>
<p>Zuerst zum Konkreten. Als Roger Köppel 2006 die <em>Weltwoche </em>kaufte, musste er nach meinen Informationen gegenüber dem Verkäufer Tito Tettamanti eine fünfjährige Sperrfrist eingehen, während deren er nicht an Dritte verkaufen durfte. Dafür sicherte Tettamanti die Bankkredite ab, weil keine Bank einem Journalisten einfach so zwölf Millionen leiht. Seit 2007 hat Köppel jährlich zwischen ein und zwei Millionen Franken verdient und die Kredite zu gutem Teil zurückzahlen können. Levrat und Darbellay dürften enttäuscht sein: Das Blatt gehört heute seinem Herausgeber. Wenn er jetzt verkaufen würde, läge sein Profit bei etwa fünfzehn Millionen.</p>
<p>Nun zum Generellen. Hier haben für einmal die Populisten recht. Medien können nicht Transparenz bei Dritten verlangen, sich diesem Gebot aber in eigener Sache verweigern. Medienhäuser müssen heute schon ihre «namhaften Beteiligungen» öffentlich machen, wobei als «namhaft» mehr als rund zehn Prozent des Aktienkapitals gelten. Dieselbe Regelung erscheint auch gegen innen sinnvoll. Ich würde ein Gesetz unterstützen, wonach Medienhäuser all ihre Aktionäre benennen müssen, die mehr als zehn Prozent ihres Kapitals halten. Wünschenswert wäre auch Transparenz über Kredite, Aktienrechte und Bürgschaften. Aber das werden die Branchengrößen wie Tamedia, Ringier und NZZ nicht zulassen.</p>
<p>Medien müssen laut sein. Darum brauchen sie keine stillen Teilhaber.</p>
<p><em>Erstveröffentlichung: Weltwoche Nr. 3/2012</em></p>
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		<title>In „sportlichem Tempo” zur Paywall</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Jan 2012 12:49:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Büsser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienökonomie]]></category>
		<category><![CDATA[Redaktionsmanagement]]></category>
		<category><![CDATA[Bezahlmodell]]></category>
		<category><![CDATA[Le Temps]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkonvergenz]]></category>
		<category><![CDATA[New York Times]]></category>
		<category><![CDATA[NZZ]]></category>
		<category><![CDATA[Online]]></category>
		<category><![CDATA[Paywall]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Hogenkamp]]></category>
		<category><![CDATA[Print]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine konvergente Redaktion für alle Kanäle, eine Online-Paywall, ein Leiter Geschäftsbereich NZZ – die NZZ-Redaktion muss sich schnell auf viele Veränderungen einstellen. Sie könnte aber mit dem neuen Onlinemodell zu einer Vorreiterin werden. &#8220;Zusammenrottungen”, so hört man aus der NZZ-Redaktion, habe es Ende November gegeben, nachdem die Redaktion die interne Mitteilung des NZZ-Verwaltungsrates zur „Konvergenzstrategie” [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://www.nzz.ch"><img class="size-full wp-image-6062 alignleft" title="" src="http://de.ejo-online.eu/wp-content/uploads/nzz.png" alt="" width="238" height="180" /></a>Eine konvergente Redaktion für alle Kanäle, eine Online-Paywall, ein Leiter Geschäftsbereich <em>NZZ</em> – die <em>NZZ</em>-Redaktion muss sich schnell auf viele Veränderungen einstellen. Sie könnte aber mit dem neuen Onlinemodell zu einer Vorreiterin werden.</strong></p>
<p>&#8220;Zusammenrottungen”, so hört man aus der <em>NZZ</em>-Redaktion, habe es Ende November gegeben, nachdem die Redaktion die interne Mitteilung des <em>NZZ</em>-Verwaltungsrates zur „Konvergenzstrategie” erhalten hatte: Auf den Gängen standen <em>NZZ</em>-Journalistinnen und -Journalisten zusammen und fragten sich, was damit konkret auf sie zukommen würde.</p>
<p>Fest stand lediglich, dass bei der <em>NZZ</em> laut Verwaltungsratsbeschluss „künftig konsequent auf eine konvergente Inhalteproduktion” gesetzt wird. Das bedeutet unter anderem, dass es nur noch eine Redaktion geben wird, die alle Kanäle – Print, Online und Mobile – versorgt. Sie soll, so Chefredaktor Spillmann gegenüber der Redaktion, künftig „medienkonvergente Informationsdienstleistungen” erbringen.<span id="more-6058"></span></p>
<p>Diese Veränderung soll im ersten Quartal 2012 geschehen, dann soll auch <em>nzz.ch</em> neu und mit Bezahlschranke online sein. Peter Hogenkamp, Leiter Digitale Medien <em>NZZ</em>, meint, das komme ja nicht überraschend: „Seit ich im Amt bin, steht fest, dass wir eine Konvergenzstrategie fahren und eine Paywall einführen werden.” Der Verwaltungsrat habe diese Strategie im Mai beschlossen, jetzt sei lediglich noch einmal der Zeitplan bestätigt worden: „Der ist allerdings in der Tat immer noch sportlich; andere brauchen zwei Jahre für solche Projekte.”</p>
<p><strong>Rund um die Uhr</strong></p>
<p>In sportlichem Tempo wird nun etwa die Onlineredaktion der <em>NZZ</em> ausgebaut; acht Neue sollen dazukommen. Auch steht der Kraftakt bevor, die Schranken zwischen Online- und Printredaktion aufzuheben. Soweit die Redaktion weiss, ist zwar kein grosser Newsroom wie beim <em>Blick</em> geplant, doch faktisch soll eine einzige Redaktion fast rund um die Uhr alle Kanäle bedienen. Bloß ist vieles noch unklar: „In der <em>NZZ</em> ist die Verteilung der Dossiers auf einzelne Redaktoren sehr ausgeprägt. Wie soll einer, der ein Dossier betreut, das rund um die Uhr tun?”, fragen sich etwa Redaktoren.</p>
<p>Und vor allem: „Wer bestimmt, was online aufgeschaltet wird?” Denn im Netz wird ein Teil des <em>NZZ</em>-Angebots gratis zur Verfügung stehen, daran ändert auch die Einführung einer Bezahlschranke nichts. Laut Peter Hogenkamp<br />
wird die Schranke eine sogenannte „Metered Paywall” sein; sie begrenzt, wie viel ein Nutzer gratis abrufen kann: „Will er innerhalb eines festgelegten Zeitraums, etwa eines Monats, mehr als die festgelegte Anzahl Artikel  abrufen, muss er sich zunächst registrieren. Zum Beispiel nach zehn oder 15 Artikeln, die Zahlen sind noch nicht festgelegt. Der zweite Schritt folgt, wenn er zum Beispiel insgesamt auf 20 Artikel kommt. Dann muss er ein Abonnement für einen bestimmten Zeitraum lösen. Wer bereits ein Print- oder E-Paper-Abonnement hat, ist davon ausgenommen.”</p>
<p>Vorbild dafür ist die <em>New York Times</em>, in der Schweiz kennt auch <em>Le Temps</em> diese Art von Paywall. Es ist der Versuch, einerseits so viel gratis anzubieten, dass möglichst viele Nutzerinnen und Nutzer die Site besuchen – denn es braucht Traffic für die Onlinewerbung. Andererseits sollen auch aus dem Nutzermarkt, also von den Leserinnen und Lesern, Einnahmen generiert werden, indem ein Teil des Angebots kostenpflichtig wird. Ein Spagat – doch die <em>NZZ</em> ist bei Weitem nicht das einzige Schweizer Medienhaus, das ihn versuchen will. Zum Beispiel sagte Christoph Bauer, CEO der AZ Medien, im Interview (EDITO+KLARTEXT 5/2011), sein Unternehmen denke über mögliche Bezahlmodelle im Bereich Region nach, in dem die <em>Aargauer Zeitung</em> eine „Marktposition mit einer gewissen Exklusivität” habe. Auch andere Medienhäuser werden das Paywall-Konzept der <em>NZZ</em> mit größter Aufmerksamkeit verfolgen.</p>
<p><strong>Paywall macht Sinn</strong></p>
<p><strong></strong> Dabei sollten sie der <em>NZZ</em> die Daumen drücken, findet Gabriele Siegert, Professorin für Medienökonomie und Medienmanagement an der Universität Zürich. „Um die Paywall kommen die Verlage auf lange Sicht nicht herum”, sagt sie, denn die Preise für Online werbung seien niedrig. Und so viel Werbung, dass man online ähnliche Erlöse erziele wie mit den Offline-Medien, könne man gar nicht auf eine Seite packen. Sonst vertreibe man die Nutzer. Man müsse also eine Art von Erlösmodell etablieren. Gleichzeitig sei es schwierig, das Paywall-Konzept durchzuhalten: „Denn für den Nutzer ist die vermeintlich gleiche Information oft nur einen Klick weiter gratis. Dennoch muss die <em>NZZ</em> ein Bezahlmodell einführen. Und wenn es bei der <em>NZZ</em> mit ihrem Qualitätscontent nicht klappt, wo sollte es denn sonst klappen?” Siegert sieht das Bezahlmodell als Teil des Gesamtkonzepts „Online-Erlösmodell”, das kompliziert sein wird: „Die Einkünfte aus dem Paywall-Konzept werden künftig ein Teil der Einnahmen von Medienhäusern sein müssen, ebenso wie die Einnahmen aus App- und E-Paper-Abos und aus der Werbung. So einfach wie das Offline-Erlösmodell – Erlöse aus dem Leser- und dem Werbemarkt – wird das Online-Erlösmodell nie sein können.”</p>
<p>Das <em>NZZ</em>-Paywall-Konzept bewertet Siegert positiv, die Etappierung der Bezahlung erscheint ihr „sinnvoll”: „Bisher waren die Onlineinhalte gratis, deshalb kann man die Nutzer nicht plötzlich auf ‚Entzug setzen’, sondern muss quasi ‚herunterdosieren’.” Auch die Bezahlstrategie mache Sinn: „Wenn man nicht bei jedem Bezug bezahlen, sondern nach einer bestimmten Schwelle ein Abo lösen muss, ist das sicher von Vorteil. Denn wenn man das Abo mal gelöst hat, tut es nicht mehr weh.” Wie viele Nutzerinnen und Nutzer des <em>NZZ</em>-Online-Angebots sich den „Schmerz” des Abolösens antun, wie viele <em>nzz.ch</em> überhaupt treu bleiben, wird sich 2012 zeigen. Die Befürchtung, dass die Nutzerzahlen bei der Einführung einer teilweisen Kostenpflicht sinken, hat bisher die meisten Verleger davor zurückschrecken lassen. „Es wird sicherlich den Fall geben, dass einzelne User das <em>NZZ</em>-Angebot wegen der Paywall weniger oder gar nicht mehr nutzen, aber das ist nur ein möglicher  Fall, der eintreten kann”, sagt Peter Hogenkamp. „Auf der anderen Seite werden wir viel mehr Content auf <em>NZZ Online</em> haben, weil ja nach und nach die gesamte heutige Printredaktion konvergent arbeiten wird. Daher wird das Angebot viel größer. Ich hoffe nicht, dass die Reichweite temporär zurückgeht, aber selbst wenn – ich gehe davon aus, dass sie mittelfristig steigt.”</p>
<p>Geht die Reichweite zurück, wirkt sich das auf den Werbemarkt aus. Dass <em>nzz.ch</em> nun in diesem Tempo und so grundlegend umgebaut werden soll, macht die Arbeit der <em>NZZ</em>-Werbemarktverantwortlichen nicht einfacher: Eigentlich sollten die Kunden jetzt für das Jahr 2012 buchen, gleichzeitig wissen sie nicht, was für ein Umfeld sie  dann erwartet. Das von der <em>NZZ</em> angeschlagene Tempo erstaunt auch intern. „Der Verwaltungsrat gibt Gas, die wollen das durchpowern”, wird auf der Redaktion gemutmaßt – und dass der Druck auf  Markus Spillmann entsprechend groß sei. Er ist, so hat der Verwaltungsrat entschieden, für das Konvergenzprojekt verantwortlich. Gleichzeitig ist er nun nur noch Leiter Publizistik und <em>NZZ</em>-Chefredaktor. Denn der <em>NZZ</em>-Verwaltungsrat hat entschieden, dass neu ein Leiter Geschäftsbereich <em>NZZ</em> eingesetzt werden soll. „Nochmals ein neuer Chef mit ein paar Sekretärinnen für den <em>NZZ</em>-Wasserkopf”, wird in der Redaktion gespottet.</p>
<p><strong>Auch in Luzern und St. Gallen</strong></p>
<p>Zusammen mit <em>tagblatt.ch</em> und <em>luzernerzeitung.ch</em> bildet <em>nzz.ch</em> im Onlinewerbemarkt das <em>NZZ</em>-Netz. „Wir sind damit kommerziell sehr zufrieden, liegen bei den Einnahmen über Budget, also gibt es keinen Grund, etwas an diesem Modell zu verändern”, sagt Peter Hogenkamp, Leiter Digitale Medien <em>NZZ</em>. Doch <em>luzernerzeitung.ch</em> und <em>tagblatt.ch</em> übernehmen aktuell Mantelinhalte von <em>nzz.ch</em>. „Es stellt sich, wenn wir bei der <em>NZZ Online</em> die Paywall einführen, die Frage, was dann in St. Gallen und Luzern geschieht”, sagt Hogenkamp. „Wir überlegen uns noch, wie wir hier vorgehen – möglich wäre, dass wir nur die agenturbasierten Artikel der <em>NZZ</em> weitergeben oder mit einem Agenturticker arbeiten.” Mittelfristig wolle man das Content-Management-System inklusive Paywall, das man für die <em>NZZ</em> entwickle, aber auch auf den regionalen Sites einsetzen: „Zürich ist quasi der Pilot, Luzern und<br />
St. Gallen werden folgen.”</p>
<p><em>Erstveröffentlichung: EDITO +KLARTEXT Medienmagazin Nr. 6 /2011<br />
</em></p>
<p><em><a href="http://www.edito-online.ch" target="_blank">www.edito-online.ch</a></em></p>
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		<title>Medien am staatlichen Tropf</title>
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		<pubDate>Thu, 24 Nov 2011 09:00:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephan Russ-Mohl</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienökonomie]]></category>
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		<description><![CDATA[Nicht nur in Österreich wird um Presse- und Rundfunkförderung gestritten. Rasmus Kleis Nielsen und Geert Linnebank vom Reuters Institute der Oxford University haben deshalb analysiert, wie stark die Medien ringsum mit öffentlichen Geldern subventioniert werden – und dabei Bemerkenswertes herausgefunden. Beim Vergleich von Deutschland, Finnland, Frankreich, Italien und Großbritannien sowie den USA kommen sie zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.pixelio.de"><img class="size-full wp-image-5697 alignleft" title="Foto: Maren Beßler  / pixelio.de" src="http://de.ejo-online.eu/wp-content/uploads/2011/11/tropf.jpg" alt="" width="180" height="259" /></a><strong>Nicht nur in Österreich wird um Presse- und Rundfunkförderung gestritten. Rasmus Kleis Nielsen und Geert Linnebank vom Reuters Institute der Oxford University haben deshalb analysiert, wie stark die Medien ringsum mit öffentlichen Geldern subventioniert werden – und dabei Bemerkenswertes herausgefunden.</strong></p>
<p>Beim Vergleich von Deutschland, Finnland, Frankreich, Italien und Großbritannien sowie den USA kommen sie zu dem Befund, die medienpolitischen Förderinstrumente hätten sich seit den 80er Jahren kaum verändert &#8211; trotz der stürmischen Zeiten, die wir durchleben. Vor allem die Dinosaurier der Medienbranche profitierten davon, seien das öffentliche Rundfunkveranstalter, seien das Presse-Verlage.</p>
<p>Beide hängen in den untersuchten Ländern seit langem am staatlichen Tropf: Die einen erhalten üppige Gebühren, die anderen Vergünstigungen beim Postvertrieb, Steuererleichterungen und in einigen Ländern auch direkte Subventionen. Selbst in den USA, das stets als Land angeführt werde, in dem die Medien „kein“ Geld vom Staat bekämen, fließen jährlich mehr als eine Milliarde Dollar Steuergelder in öffentliche TV- und Radio-Programme und nahezu gleich viel Geld in die Kassen der Zeitungshäuser.<span id="more-5696"></span></p>
<p>Das Lobbying der mächtigen Medienhäuser funktioniert bestens, um sich diese Futtertöpfe zu erhalten. Start ups, die im Journalismus etwas Neues ausprobieren wollen, haben dagegen so gut wie keine Chance, an Fördergelder heranzukommen. Das skurrilste Gesetz, das die Autoren bei ihren Recherchen „entdeckt“ haben, stammt aus Italien. Dort können Journalistenbüros, an denen sich mindestens zwei Parlamentarier beteiligen, Fördermittel kassieren, wenn sie eine Zeitung – nicht etwa eine Website – publizieren. Aber auch nur dann, wenn sich das Blatt bereits drei Jahre lang am Markt behauptet hat.</p>
<p>Rasmus Kleis Nielsen/Geert Linnebank (2011): Public Support for the Media. A Six Country Overview of Direct and Indirect Subsidies, Report, Reuters Institute for the Study of Journalism, University of Oxford</p>
<p><em>Erstveröffentlichung: Die Furche Nr. 47/2011</em></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Mitschuld an der Finanzkrise?</title>
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		<pubDate>Fri, 21 Oct 2011 09:00:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephan Russ-Mohl</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienökonomie]]></category>
		<category><![CDATA["Bad News"]]></category>
		<category><![CDATA[Anya Schiffrin]]></category>
		<category><![CDATA[Joseph E. Stiglitz]]></category>
		<category><![CDATA[Krisenberichterstattung]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschafts- und Finanzjournalismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Rolle des Wirtschaftsjournalismus in Bezug auf die Finanzkrise ist bisher selten kritisch beleuchtet worden. Dieser Frage geht nun ein Buch nach. Anya Schiffrin (Columbia University) ist eine der weltweit raren Expertinnen, die den Wirtschafts- und Finanzjournalisten genauer auf die Finger sehen. In dem von ihr herausgegebenen Buch «Bad News» wird von allen möglichen Seiten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.pixelio.de"><img class="size-full wp-image-5531 alignleft" title="Foto: Rainer Sturm  / pixelio.de" src="http://de.ejo-online.eu/wp-content/uploads/2011/10/Wall-street.jpg" alt="" width="160" height="216" /></a><strong>Die Rolle des Wirtschaftsjournalismus in Bezug auf die Finanzkrise ist bisher selten kritisch beleuchtet worden. Dieser Frage geht nun ein Buch nach.</strong></p>
<p>Anya Schiffrin (Columbia University) ist eine der weltweit raren Expertinnen, die den Wirtschafts- und Finanzjournalisten genauer auf die Finger sehen. In dem von ihr herausgegebenen Buch «Bad News» wird von allen möglichen Seiten ausgeleuchtet, was in jüngster Zeit schiefgelaufen ist. Der Untertitel fragt kess danach, wie es passieren konnte, dass «Amerikas Wirtschaftspresse die Geschichte des Jahrhunderts verfehlte».<span id="more-5527"></span></p>
<p>Schiffrin sieht das partielle Versagen des Wirtschafts- und Finanzjournalismus in engem Zusammenhang mit der Abwärtsspirale, in die der professionelle Journalismus in den letzten Jahren geraten ist: «Die Erlöse aus dem Anzeigengeschäft kollabierten – und das geschah bereits vor der Krise, wurde durch sie aber nochmals verstärkt. Die darauffolgende Kürzungs- und Kündigungswelle ließ die Journalisten um ihre Jobs zittern. Viele hatten wohl auch deshalb Angst, sich dem Herdentrieb entgegenzustellen.» Der amerikanische Journalismus sei bereits vor der Finanzkrise von 2008 «implodiert»; etwa ein Drittel aller Stellen in den Redaktionen sei in wenigen Jahren verschwunden.</p>
<p>Es gebe bis jetzt kaum Forschung darüber, wie Wirtschaftsjournalisten in Krisenzeiten agierten, sagt Schiffrin. Die wenigen vorhandenen Studien bestätigten aber, dass Journalisten unter solchen Bedingungen der Unsicherheit noch stärker von ihren Quellen abhängig würden. «Das Tempo, in dem sich die Geschichten entfalten, bedeutet, dass Reporter einfach keine Zeit haben für breit angelegte, investigative Recherchen – oder auch nur, um sich an Wissenschafter oder vormalige &#8216;Insider&#8217; zu wenden, um eine stärker analytische Sichtweise zu erhalten.»</p>
<p>Quellen trockneten in Krisenzeiten mitunter aus: Sie befürchteten, «mit schlechten Nachrichten ihrerseits dazu beizutragen, dass sich die Entwicklung weiter verschlechtert». Und wenn sich Quellen unter solchen Bedingungen äußerten, dann gehe es ihnen meist um einen «Spin», also darum, im jeweils eigenen Interesse der jeweiligen Geschichte einen Dreh zu geben.</p>
<h4>Stiglitz und der Herdentrieb</h4>
<p>Der Nobelpreisträger und Informationsökonom Joseph E. Stiglitz lässt keinen Zweifel daran, dass eine kritische Presse dem Herdentrieb entgegenwirken könnte, der Spekulationsblasen entstehen lässt. Der Journalismus könnte für die nötigen «checks and balances» sorgen und «zur Gesundung von Märkten beitragen, die den Bezug zur Realität verloren» haben. Anderseits macht Stiglitz klar, weshalb solch ein Anspruch vielfach Wunschdenken bleibt: Journalisten «stehen nicht abseits vom Rest der Gesellschaft». Auch sie werden leicht von der Herdenmentalität erfasst – es gebe starke Anreize, weshalb sie sich meist nicht «gegen den herrschenden Wind» stemmen könnten.</p>
<p>Auch Stiglitz sieht «in der symbiotischen Beziehung» zwischen Journalisten und ihren Quellen eine große Gefahr. Dieses enge Verhältnis füge der Gesellschaft oftmals Schaden zu. Zudem verleite «Hybris Journalisten zur Fehleinschätzung, sie könnten als Empfänger von Informationen verzerrte und fehlerhafte Darstellungen aussortieren, solange sie nur die Information selbst bekommen». Allzu oft flüchteten Redaktionen obendrein in «He said, she said»-Berichterstattung, ein «einfaches, wenig ausgewogenes Reportieren der verschiedenen Positionen, ohne jedwede Analyse» – als würde «ein farbenblinder Reporter über den Himmel berichten und denen, die ihn für orangefarben erklären, gleiches Gewicht geben wie denen, die ihn für blau halten».</p>
<p>Dean Starkman von der «Columbia Journalism Review» weist auf all die andern Brandschutzmauern hin, die bei der Früherkennung der Krise versagt hätten: Risikomanager, leitende Angestellte und Direktoren innerhalb der Finanzinstitutionen, Buchhaltungs- und Wirtschaftsprüfungsfirmen, Rating-Agenturen, Regulatoren – und eben auch Journalisten.</p>
<h4>Warnungen nur am Rande</h4>
<p>In seiner Inhaltsanalyse, die von Anfang 2000 bis Mitte 2007 die neun wichtigsten Wirtschaftsmedien der USA umfasst, identifiziert Starkman zwar 730 Beiträge, in denen vor der Krise gewarnt wurde. Gemessen an den 220 000 Artikeln, die allein das «Wall Street Journal» in diesem Zeitraum veröffentlicht habe, sei das aber eben wie «ein paar Korken, die auf einem Nachrichtenstrom von der Grösse der Niagara-Fälle daherkommen».</p>
<p>Während Chris Roush, Wirtschaftsjournalismus-Experte an der University of North Carolina in Chapel Hill, anhand solcher Beispiele zu zeigen versucht, dass die Krisenberichterstattung «besser war als ihr Ruf», erinnern Robert H. Giles und Barry Sussman von der Harvard University an alte Tugenden im Journalismus, die unter die Räder geraten seien. Die beiden Medienexperten fordern Skepsis ein. Es sei essenziell, dass Journalisten gegen den Strich bürsteten und sich der Tendenz zum Herdentrieb entgegenstellten.</p>
<p>Das klingt liebenswert altmodisch, aber solche Appelle zeugen auch von Hilflosigkeit. Um zu begreifen, weshalb der Wirtschaftsjournalismus zumindest partiell versagen musste, ist eine andere Einsicht von Giles und Sussman wichtiger: Journalisten hätten es im Umgang mit Ökonomen auch deshalb besonders schwer, weil sich die wirtschaftswissenschaftlichen Experten widersprächen. Die erste Gruppe, die besonders oft in den Medien zum Einsatz komme, bestehe aus hochkompetenten Wirtschaftswissenschaftern, die allerdings von der Wall Street vereinnahmt seien und bestimmte kommerzielle Interessen verträten. Eine zweite Gruppe bestehe aus Ökonomen, die so sehr die Theorie effizienter Märkte verinnerlicht hätten, dass sie sich auch jetzt noch an ihr festklammerten.</p>
<p>Die dritte Gruppe seien diejenigen, die «glaubwürdig» seien. Sie seien überzeugt, dass «Märkte versagen können und durch irrationale Spekulation und Blasenbildung gefährdet sind und dass Regierungen eine wichtige Rolle bei der Regulierung von Märkten und bei der Realisierung einer Geldpolitik haben, welche die Märkte stabilisieren hilft».</p>
<p>Das ist zwar eine ziemlich holzschnittartige, aber nicht gänzlich verkehrte Sichtweise. Sie erklärt zumindest, weshalb sich auch um Redlichkeit bemühte Journalisten bei der Wahrheitssuche so schwer tun. Die Nebelkerzen-Werfer sind allgegenwärtig, und im Kampf um Definitionsmacht und um Medienaufmerksamkeit haben sie wohl die stärkeren Bataillone auf ihrer Seite.</p>
<p><span style="color: #808080;">Anya Schiffrin (Hg.): Bad News. How America&#8217;s Business Press Missed the Story of the Century. The New Press, New York / London 2011.</span></p>
<p><em>Erstveröffentlichung: Neue Zürcher Zeitung vom 18. Oktober 2011</em></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Der unmögliche Spagat</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Sep 2011 13:33:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephan Russ-Mohl</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienökonomie]]></category>
		<category><![CDATA[Arthur J. Sulzberger]]></category>
		<category><![CDATA[Boulevard-Journalismus]]></category>
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		<category><![CDATA[New York Times]]></category>
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		<category><![CDATA[Rupert Murdoch]]></category>
		<category><![CDATA[Springer]]></category>
		<category><![CDATA[Wall Street Journal]]></category>

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		<description><![CDATA[Rupert Murdoch kennen Sie bestimmt. Aber auch Arthur J. Sulzberger, der soeben 60 geworden ist? Sein Name ist eher Eingeweihten ein Begriff. Wie so viele Verleger, sucht er nicht das Rampenlicht. Er ist in fünfter Generation Herausgeber der New York Times – und sein Ur-Ur-Großvater war es, der das Leitmotto dieser hehren Institution erschuf, das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.flickr.com/photos/joeshlabotnik/2676866737/sizes/l/in/photostream/"><img class="size-full wp-image-5461 alignleft" title="Foto: Joe Shlabotnik / Flickr" src="http://de.ejo-online.eu/wp-content/uploads/2011/09/nyt.jpg" alt="" width="230" height="154" /></a><strong>Rupert Murdoch kennen Sie bestimmt. Aber auch Arthur J. Sulzberger, der soeben 60 geworden ist? </strong></p>
<p>Sein Name ist eher Eingeweihten ein Begriff. Wie so viele Verleger, sucht er nicht das Rampenlicht. Er ist in fünfter Generation Herausgeber der <em>New York Times</em> – und sein Ur-Ur-Großvater war es, der das Leitmotto dieser hehren Institution erschuf, das in der linken oberen Ecke der Titelseite seit über 100 Jahren den Anspruch der Redaktion verkündet: „All the news that&#8217;s fit to print“.<br />
<span id="more-5460"></span></p>
<p>Als vor ein paar Jahren Murdoch das <em>Wall Street Journal</em> übernahm, es dann wild entschlossen umkrempelte und alte Zöpfe abschnitt, hieß es in der Branche, nun würde der <em>New York Times</em> an ihrem eigenen Sitz ernsthafte Konkurrenz erwachsen. Zeitweise stand die „Grey Lady“ &#8211; wie die Amerikaner das Blatt liebevoll nennen, obschon es bereits lange vor dem Wall Street Journal gelegentlich auch kess auf dem Boulevard daherstöckelt &#8211; kurz vor dem Aus. Der mexikanische Investor und TV-Magnat Carlos Slim sowie Hedgefonds stiegen ein und borgten das nötige Kleingeld, allein Slim 250 Millionen Dollar.</p>
<p>Inzwischen hat sich die Lage wohl etwas entspannt. Die <em>New York Times</em> hat es in kurzer Zeit geschafft, 400 000 zahlende Nutzer für ihr Online-Angebot zu gewinnen. Und das <em>Wall Street Journal</em> muss mit einem beträchtlichen Reputationsschaden klar kommen, einfach weil es zu Murdochs Zeitungsimperium gehört. Auch das Haus Springer kennt diese Lektion: Solch ein Spagat ist schwer durchzuhalten. Wer das meiste Geld mit Schund und schrägem Boulevard-Journalismus scheffelt, tut sich schwer, im elitären Marktsegment der Qualitätszeitungen &#8211; wie eben die <em>New York Times</em> oder bei uns im deutschen Sprachraum die <em>Frankfurter Allgemeine</em>, die <em>Süddeutsche</em> oder die <em>Neue Zürcher Zeitung</em> &#8211; Gediegenheit und Glaubwürdigkeit auszustrahlen.</p>
<p><em>Erstveröffentlichung: Die Furche vom 29. September 2011</em></p>
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		<title>Der &#8220;dritte Weg&#8221; kontrovers diskutiert</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Sep 2011 08:53:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tina Bettels</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienökonomie]]></category>
		<category><![CDATA[Pressefreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Italien]]></category>
		<category><![CDATA[Journalist]]></category>
		<category><![CDATA[Journalistenkammer]]></category>
		<category><![CDATA[journalistische Unabhängigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Medien & Kommunikationswissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Qualitätsjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[staatliche Finanzierung]]></category>
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		<description><![CDATA[Wie lässt sich künftig Qualitätsjournalismus finanzieren? Auf diese brennende Frage in Zeiten des Internet, der Medienkonvergenz und rapide sinkender Zahlungsbereitschaft der Publika für journalistische Leistungen suchen nicht nur Medienunternehmer, sondern auch Publizistikwissenschaftler Antworten.Marie Luise Kiefer hat dazu einen &#8220;dritten Weg&#8221; vorgeschlagen.  Dieser &#8220;dritte Weg&#8221; würde  letztlich auf eine Ausweitung der staatlichen Finanzierung hinauslaufen, soll den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://www.pixelio.de"><img class="size-full wp-image-5424 alignleft" title="Foto: Gerd Altmann  / pixelio.de" src="http://de.ejo-online.eu/wp-content/uploads/2011/09/diskussion.jpg" alt="" width="229" height="152" /></a>Wie lässt sich künftig Qualitätsjournalismus finanzieren? </strong></p>
<p>Auf diese brennende Frage in Zeiten des Internet, der Medienkonvergenz und rapide sinkender Zahlungsbereitschaft der Publika für journalistische Leistungen suchen nicht nur Medienunternehmer, sondern auch Publizistikwissenschaftler Antworten.Marie Luise Kiefer hat dazu einen &#8220;dritten Weg&#8221; vorgeschlagen.  <span id="more-5420"></span></p>
<p>Dieser &#8220;dritte Weg&#8221; würde  letztlich auf eine Ausweitung der staatlichen Finanzierung hinauslaufen, soll den Journalisten aber gleichwohl Unabhängigkeit von der Politik garantieren. Dazu schlägt sie vor, den Journalismus &#8211; ähnlich wie bei den Medizinern und den Juristen &#8211; in einen Zustand professioneller, kollegialer Selbstorganisation zu überführen. &#8220;Journalist&#8221; würde eine &#8220;geschützte, an theoretische und praktische Ausbildungsgänge mit entsprechenden Examina gebundene Berufsbezeichnung&#8221;.</p>
<p>Obendrein solle die öffentliche Finanzierung &#8220;dem Journalismus die autonome Produktion seiner gesellschaftlichen Dienstleistung&#8221; ermöglichen. Dazu soll er institutionell von den Medienunternehmen abgekoppelt werden. Stephan Russ-Mohl und Rudolf Stöber widersprechen diesem Vorschlag vehement. Er gefährde Pressefreiheit, journalistische Unabhängigkeit und letztendlich die Demokratie. Das Beispiel Italiens, wo es seit Mussolinis Zeiten eine Journalistenkammer und Staatsexamina für Journalisten gibt, zeige obendrein, wie schlecht ein ähnliches Modell in der Realität funktioniere.</p>
<p>Das EJO dokumentiert diese wissenschaftliche Kontroverse der Fachzeitschrift Medien &amp; Kommunikationswissenschaft.</p>
<p><a href="http://www.m-und-k.nomos.de/fileadmin/muk/doc/Aufsatz_MuK_11_01.pdf" target="_blank">Die schwierige Finanzierung des Journalismus in M&amp;K 1/2011</a> von Marie Luise Kiefer</p>
<p><a href="http://www.m-und-k.nomos.de/fileadmin/muk/doc/Aufsatz_MuK_11_03_Russ-Mohl.pdf" target="_blank">Der Dritte Weg – eine Sackgasse in Zeiten der Medienkonvergenz. Replik auf den Beitrag von Marie Luise Kiefer in M&amp;K 1/2011 </a>von Stephan Russ-Mohl</p>
<p><a href="http://www.m-und-k.nomos.de/fileadmin/muk/doc/Aufsatz_MuK_11_03_Stoeber.pdf" target="_blank">Eine gefährliche Finanzierung des Journalismus. Replik auf den Beitrag von Marie Luise Kiefer in M&amp;K 1/2011</a> von Rudolf Stöber</p>
<p><a href="http://www.m-und-k.nomos.de/fileadmin/muk/doc/Aufsatz_MuK_11_03_Kiefer.pdf" target="_blank">Wider den Steuerungspessimismus. Antwort auf die Repliken von Stephan Russ-Mohl und Rudolf Stöber</a> von Marie Luise Kiefer</p>
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		<title>Lettlands Mediensystem am Scheideweg</title>
		<link>http://de.ejo-online.eu/5386/medienokonomie/5386</link>
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		<pubDate>Thu, 08 Sep 2011 10:26:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Axel Reetz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienökonomie]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Ainārs Dimants]]></category>
		<category><![CDATA[Aleksandrs Tralmaks]]></category>
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		<category><![CDATA[Lettlands Mediensystem am Scheideweg]]></category>
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		<category><![CDATA[redaktionelle Autonomie]]></category>
		<category><![CDATA[Transparenz]]></category>
		<category><![CDATA[Unabhängigkeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Die lettischen Medien sind in den vergangenen Jahren unabhängiger geworden, und sie konnten auch ihre journalistische Qualität steigern. Noch haben sie aber nicht das Entwicklungslevel westeuropäischer Länder erreicht. So schätzt der Politik- und Kommunikationswissenschaftler Ainārs Dimants, der auch die lettische Version des EJO verantwortet, in seinem neuen Buch „Lettlands Mediensystem am Scheideweg” die derzeitige Lage [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="https://www.svh-verlag.de/catalog/details/store/de/book/978-3-8381-2101-7/lettlands-mediensystem-am-scheideweg"><img class="size-full wp-image-5390 alignleft" src="http://de.ejo-online.eu/wp-content/uploads/2011/09/Dimants1.jpg" alt="" width="160" height="222" /></a>Die lettischen Medien sind in den vergangenen Jahren unabhängiger geworden, und sie konnten auch ihre journalistische Qualität steigern. Noch haben sie aber nicht das Entwicklungslevel westeuropäischer Länder erreicht. </strong></p>
<p>So schätzt der Politik- und Kommunikationswissenschaftler Ainārs Dimants, der auch die lettische Version des EJO verantwortet, in seinem neuen Buch „Lettlands Mediensystem am Scheideweg” die derzeitige Lage ein. Seine Forschungsarbeit befasst sich mit der Entwicklung der Massenmedien in Lettland nach der „zweiten Unabhängigkeit”, insbesondere mit den „Goldgräberjahren” nach dem Ende der sowjetischen Diktatur – die Zeit nach dem Amtsantritt von Michail Gorbatschow als Generalsekretär der KPdSU. <span id="more-5386"></span>Damals war Lettland noch eine der Sowjetrepubliken, doch der neue Parteivorsitzende gewährte bis dahin ungekannte Freiheiten.</p>
<p>Als Lettland seine Unabhängigkeit zurückgewann, wurde auch das Mediensystem neu strukturiert. Die 1990 gegründete Tageszeitung „Diena” (Der Tag) entwickelte sich zur wohl einflussreichsten Zeitung des Landes. Auch andere Titel wurden, teilweise mit Hilfe ausländischer Investoren, privatisiert. Trotz aller positiven Entwicklungen mangele es im Medienbereich immer noch an Transparenz und Professionalität, so Dimants. Es fehlen vor allem Informationen, wem welcher Verlag gehört (Stichwort Medienkonzentration), und Regeln, die den Einfluss von Verlegern, Herausgebern und Chefredakteuren (Stichwort redaktionelle Autonomie bzw. innere Pressefreiheit) begrenzen.</p>
<p>So kündigten 2009 vierzehn Journalisten bei der Zeitung „Diena”, nachdem der Herausgeber Aleksandrs Tralmaks drei Monate lang seinen Mitarbeitern nicht sagen wollte, wer das Zeitungshaus erworben hatte und parallel dazu einen Sparplan vorlegte. (Vgl. dazu auch einen <a href="http://www.fr-online.de/kultur/medien/nachtschwarz-fuer-den-tag/-/1473342/3077136/-/index.html" target="_blank">Artikel der Frankfurter Rundschau</a>). Entwicklungsbedarf sieht Dimants auch im Bereich der Berufsverbände, der Weiterbildung und des Medienjournalismus – qualitätssichernde Infrastrukturen des Journalismus seien in Lettland kaum vorhanden, so der Autor.</p>
<p>Das  Buch basiert auf Dimants Dissertation, die 2003 an der Freien Universität Berlin eingereicht und jetzt aktualisiert wurde.</p>
<p><span style="color: #888888;">Ainars Dimants (2010),<a href="https://www.svh-verlag.de/catalog/details/store/de/book/978-3-8381-2101-7/lettlands-mediensystem-am-scheideweg" target="_blank"> Lettlands Mediensystem am Scheideweg. Die Entwicklung der Massenmedien in Lettland nach der zweiten Unabhängigkeit</a>, Südwestdeutscher Verlag für Hochschulschriften, Saarbrücken<br />
</span></p>
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		<title>Der Sondersonderfall</title>
		<link>http://de.ejo-online.eu/5322/medienokonomie/der-sondersonderfall</link>
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		<pubDate>Thu, 01 Sep 2011 08:00:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kurt W. Zimmermann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienökonomie]]></category>
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		<description><![CDATA[Die großen Medienhäuser in der Schweiz kneifen. Ein Regionalverleger wird darum zum größten SRG-Konkurrenten. Peter Wanner unterscheidet sich von den anderen Prominenten des Verlagsgeschäfts in zwei Punkten. Das eine ist ein tiefes, das andere ist ein hohes Differenzierungskriterium. Zum einen hat Wanner von allen Prominenten des Verlagsgeschäfts die mit Abstand tiefsten Lachfalten. Das lässt sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong> </strong></p>
<p><strong><a href="http://www.pixelio.de"><img class="size-full wp-image-5331 alignleft" title="Foto: Rolf van Melis / pixelio.de" src="http://de.ejo-online.eu/wp-content/uploads/2011/08/faust.jpg" alt="" width="230" height="160" /></a>Die großen Medienhäuser in der Schweiz kneifen. Ein Regionalverleger wird darum zum größten SRG-Konkurrenten.</strong></p>
<p>Peter Wanner unterscheidet sich von den anderen Prominenten des Verlagsgeschäfts in zwei Punkten. Das eine ist ein tiefes, das andere ist ein hohes Differenzierungskriterium. Zum einen hat Wanner von allen Prominenten des Verlagsgeschäfts die mit Abstand tiefsten Lachfalten. <span id="more-5322"></span>Das lässt sich dadurch erklären, dass der Mehrheitsaktionär der Aargauer AZ Medien in den letzten Jahrzehnten eine flotte Erfolgsgeschichte geschrieben hat und eine Mediengruppe mit inzwischen 260 Millionen Umsatz aufbaute.</p>
<p>Zum anderen hat Wanner von allen Prominenten des Verlagsgeschäfts das höchste Interesse an Fernsehen in der Schweiz. Das lässt sich schon schwieriger erklären. Mit dem Kauf von Tele Züri und Tele Bärn aus dem Portfolio von Tamedia ist Peter Wanner diese Woche der zweitwichtigste Schweizer im TV-Geschäft geworden. Der wichtigste bleibt SRG-Generaldirektor Roger de Weck. Der gratulierte ihm nach dem Deal.</p>
<p>Die zwei von Wanner zugekauften Regionalsender, ergänzt um sein bisheriges Tele M1 im Aargau, kommen zusammen auf einen Marktanteil von 2,6 Prozent im gesamten Zuschauersegment. Das ist zwar deutlich weniger, als die SRG mit ihren 29 Prozent hat. Es ist aber knapp mehr, als der größte alleinstehende Schweizer Privatsender 3+ hat, und deutlich mehr, als der Rest des einheimischen Kleingemüses wie Star TV oder Schweiz 5 hat.</p>
<p>Wanner, die neue Nummer zwei, bezahlte für Tele Züri und Tele Bärn rund 26 Millionen Franken (ca. 22,24 Millionen Euro). Damit konnte er die Preisvorstellungen von Verkäufer Tamedia erfüllen. SVP-Politiker Christoph Blocher etwa, der ebenfalls bis kurz vor Schluss im Rennen war, bot nur 16 Millionen und war damit out.</p>
<p>Ulkig an der Transaktion ist vor allem eines: Der Verkauf von Tele Züri und Tele Bärn hat aus dem TV-Sonderfall Schweiz einen TV-Sondersonderfall Schweiz gemacht.</p>
<p>Anders als überall sonst sind die großen Medienhäuser bei uns an TV nur schwach oder gar nicht interessiert. Die NZZ-Gruppe etwa begnügt sich mit den randständigen Lokalsendern Tele Ostschweiz und Tele 1 in der Innerschweiz und bastelt daneben Sendungen wie &#8220;NZZ Format&#8221;. Ringier ist zwar ein etablierter TV-Produzent und auch an Sat 1 Schweiz sowie dem Pay-TV-Anbieter Teleclub beteiligt. Die Pläne für ein überregionales Fernsehen aber wurden intern soeben begraben. Tamedia wiederum trennte sich nun gar von sämtlichen TV-Aktivitäten. Das ist darum erstaunlich, weil der Markt in eine andere Richtung zeigt. Seit 2005 verloren die Tageszeitungen 300 Millionen Franken an Werbeeinnahmen. Das Fernsehen nahm um 100 Millionen mehr ein.</p>
<p>Im Sondersonderfall Schweiz dominieren damit regionale Verleger wie Peter Wanner oder Einzelunternehmer wie Dominik Kaiser von 3+. Das kontrastiert total mit den internationalen Trends, wo große Verlagshäuser verzweifelt ins Zukunftsgeschäft TV investieren wollen. Der printlastige Axel-Springer-Verlag etwa bot sechs Milliarden Franken für Pro Sieben Sat 1. Der printlastige Rupert Murdoch bot 20 Milliarden für die Kontrolle von BSkyB. Beide scheiterten.</p>
<p>In der Schweiz ist es umgekehrt. Wir können Peter Wanner darum nur auf die Schulter klopfen dafür, dass einer nochmals einen überregionalen TV-Versuch unternimmt. Seine Senderachse von Zürich über den Aargau bis nach Bern hat durchaus finanzielles Potenzial. Wanner, der schon nach seinem Studium der politischen Wissenschaften am liebsten beim Schweizer Fernsehen gearbeitet hätte, ist mit 68 Jahren sozusagen bei seiner alten Jugendliebe angekommen. „Eigentlich“, sagt er heute, „wollte ich immer schon Fernsehen machen.“ Seine Lieblingssendung allerdings läuft bei der Konkurrenz: „Giacobbo/Müller“.</p>
<p><em>Erstveröffentlichung: Weltwoche Nr. 34/2011</em></p>
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