Archiv für Kategorie Ressorts

Nachhilfe zur Finanzkrise

Weil die Schuldenkrise gerade wieder hochzukochen beginnt, sei im folgenden auf zwei Arbeiten verwiesen, die stark journalistisch geprägt sind und doch auch wissenschaftlichen Ansprüchen genügen.

Sie sind bereits 2011 in Reaktion auf das Krisendebakel in einem forschungsaffinen Umfeld entstanden – und dürfen dennoch für sich in Anspruch nehmen, im Mai 2012 aktueller denn je zu sein.

Gabriele Reckinger und Volker Wolff, beide hochangesehene Wirtschaftsjournalisten und letzterer darüber hinaus Journalistik-Professor an der Universität Mainz, haben etwas zustande gebracht, was im Zeitalter von Wikipedia und Corporate Spin Doctoring altmodisch anmuten mag, aber notwendiger denn je sein dürfte. Sie haben ein Kompendium „Finanzjournalismus“ verfasst, das alles andere als ein klassisches Lehrbuch ist und doch als Ratgeber in jede Wirtschaftsredaktion gehört. Weil das eklatante Problem des Finanzjournalismus im Zeitalter ausgedünnter Redaktionen und florierender Gratisangebote vor allem  mangelnde Sachkenntnis der hochkomplexen Finanzwelt sein dürfte, haben sie 56 beschlagene Kolleginnen und Kollegen gebeten, ihr Fachwissen zu einzelnen Stichworten preiszugeben. Zum Rest des Beitrags »

, , , , ,

1 Kommentar

Zur Skandaldynamik in der Wirtschaft

Internationale Großbanken und Unternehmen stehen seit einigen Jahren europaweit zunehmend im Fokus der – oftmals skandalisierten – Berichterstattung.

Inwieweit Skandalisierungen in der Wirtschaftsberichterstattung in der Schweiz seit den 1960er Jahren zugenommen haben, hat nun der Forschungsbereich Öffentlichkeit und Gesellschaft (fög) der Universität Zürich analysiert. Wichtigstes Ergebnis: Die fög-Studie „Zur Skandaldynamik in der Wirtschaft“ zeigt eine kontinuierliche Zunahme der Bedeutung von Wirtschaftsskandalen im Mediendiskurs. Vor allem ab den 1990er Jahren erhalten Skandalisierungen von Wirtschaftsthemen massiv mehr Aufmerksamkeit.

Immer häufiger gehören sie seitdem in der Berichterstattung der vom fög untersuchten Medien Neue Zürcher Zeitung, Tages-Anzeiger und Blick zu den zehn größten Kommunikationsereignissen pro Jahr. Während in den 1980ern vor allem die Pharmabranche mit dem Seveso-Giftgasskandal und dem Brand beim Chemiekonzern Sandoz Negativschlagzeilen machte, dominiert seit 1998 die Berichterstattung über die Finanzindustrie die Liste der Wirtschaftsskandalisierungen, ausgehend vom Kollaps der Lehman Brothers bis zum Versagen der Finanzmärkte. Zum Rest des Beitrags »

, , , , , , ,

Keine Kommentare

Die regionale Lücke

Europäische Öffentlichkeit ist zu einem Trendthema in der Medienforschung geworden. Das eigentliche Massenmedium wurde dabei aber kaum betrachtet: die Regionalzeitung.

Das Forschungsfeld der europäischen Öffentlichkeit hat sich rasant entwickelt. Doch Regionalzeitungen wurde dabei kaum Aufmerksamkeit geschenkt. Dabei ist ihr Potenzial zur Europäisierung der Öffentlichkeit, und damit zur Reduktion des öffentlichkeits- und Demokratiedefizits der Europäischen Union, besonders groß: Die Regionalpresse ist das eigentliche Massenmedium; zwei Drittel der Deutschen nutzen sie als tägliche Informationsquelle. Und diese Mediengattung berichtet dort, wo die EU-Politik oft direkt Wirkung zeigt: in der Region, in Kreisen und Kommunen. Vor diesen Hintergründen schien es geboten, die Entstehungsbedingungen der regionalen EU-Berichterstattung zu erkunden und offen zu legen.

Dies geschah auf Grundlage einer Aufarbeitung des bisherigen Kenntnisstandes zum EU-Journalismus, verbunden mit einer Analyse des EU-Demokratiedefizits. Bestandteile der empirischen Studie waren eine teilnehmende Redaktionsbeobachtung, auf die 24 Leitfadeninterviews mit Ressortleitern von Politikredaktionen folgten. Inhaltsanalysen, telefonische Experteninterviews und Fragebögen waren weitere Methoden, die zum Einsatz kamen. Zum Rest des Beitrags »

, , , , ,

1 Kommentar

„Mittendrin statt nur dabei!“

Sport
Kritische Bilanz der bisherigen Sportkommunikatorforschung

Seit fast 40 Jahren beschäftigt sich die empirische Kommunikatorforschung auch mit Sportjournalisten. Trotz dieser relativ langen Zeit fällt die Forschungsbilanz in quantitativer wie qualitativer Hinsicht eher ernüchternd aus, vor allem wenn man die steigende gesellschaftliche Relevanz und die wachsende publizistische Dominanz des Sujets und seiner Protagonisten berücksichtigt. Denn aus den ehemaligen „Außenseitern der Redaktion“ (Weischenberg 1976) sind längst die „Aufsteiger im Journalismus“ (Görner 1995) geworden, von denen mancher sogar zu den „Topstars der Medienbranche“ (Schaffrath 2002) gehört.

„Der Einzug des Kommerz-Fernsehens hat den Sportjournalismus gewaltig verändert“, resümiert Hans Leyendecker von der „Süddeutschen Zeitung“ zu Recht (2005: 32). Kein anderes Ressort im Journalismus ist derart von Ökonomisierungs- und Kommerzialisierungsprozessen betroffen wie das Sportressort. Zum Rest des Beitrags »

, , , ,

Keine Kommentare

Die Neurose der Demontage

Politik

Je näher die Parlamentswahlen in der Schweiz rücken, umso erklärbarer wird die Blocher-Fixierung der Medien.

Die Schweizer Mediendatenbank ist das kollektive Gedächtnis unseres Journalismus. Alle Artikel, die seit den achtziger Jahren geschrieben worden sind, sind hier im Volltext abgespeichert. Vorher gab es nur zufällige Zettelarchive.
Zum Rest des Beitrags »

, , , , , , ,

1 Kommentar

Aufklärung oder Angstmache?

Die Medienrealität des Terrors in den Nachrichten von ARD, ZDF und RTL

Wenn Journalisten über Terrorismus berichten, wandeln sie zwangsläufig auf einem schmalen Grat. Die Gratwanderung besteht vor allem darin, der journalistischen Informationspflicht nachzukommen, sich aber gleichzeitig so wenig wie möglich als Medium für die terroristische Botschaft instrumentalisieren zu lassen. Denn terroristische Handlungen und ihre Androhung dienen vor allem propagandistischen Zwecken. Zum Rest des Beitrags »

, , , , , , , ,

Keine Kommentare

Krieg aus zweiter Hand

Eine Studie untersucht, wie sich die Berichterstattung zu den Auslandseinsätzen der Bundeswehr in regionalen Tageszeitungen gestaltet und inwieweit sie durch die Öffentlichkeitsarbeit der Bundeswehr geprägt wird.

Die Bundeswehr ist als Parlamentsarmee an die Akzeptanz und den Rückhalt in der Öffentlichkeit gebunden. Deshalb räumt sie der Informationsarbeit einen besonders hohen Stellenwert ein.
Zum Rest des Beitrags »

, , , , , , ,

Keine Kommentare