Journalismus im Wandel

18. Oktober 2012 • Digitales, Qualität & Ethik • von

Medienwissenschaftler analysieren und vergleichen Veränderungen im Journalismus in Schweden, Polen und Russland

Im Mittelpunkt des komparativen Forschungsprojekts „Journalism in Change“ steht die Frage, ob sich die journalistischen Kulturen verschiedener Länder immer mehr einander annähern und falls ja, welche Faktoren diesen Konvergenzprozess beeinflussen.

Die Medienforscher gehen davon aus, dass trotz der Gemeinsamkeiten in journalistischen Standards und Praktiken einige signifikante Unterschiede zwischen den journalistischen Kulturen einzelner Länder bestehen bleiben.

Die Wissenschaftler aus Polen (Universität Breslau), Russland (Staatliche Universität Moskau) und Schweden (Hochschule Södertörn) nehmen den Journalismus ihres jeweiligen Heimatlands unter die Lupe, indem sie ihn auf vier verschiedenen Ebenen analysieren. Sie untersuchen, wie Arbeitsprozesse im Redaktionsalltag ablaufen, wie es um die journalistische Ethik bestellt ist, wie Journalisten ihren Beruf sehen, und wie die Stellung der Journalisten in der Gesellschaft ist.

Die drei zu untersuchenden Länder unterscheiden sich erheblich bezüglich ihrer Geschichte und ihres politischen Hintergrunds. Diese Unterschiede, so die Wissenschaftler, würden zeigen, wie soziale, kulturelle, ökonomische und politische Faktoren den Journalismus beeinflussen können.

Das Projektteam will bis 2014 die Veränderungen im Journalismus in Polen, Russland und Schweden aufzeigen und vergleichen. In allen Ländern sollen jeweils 500 Journalisten quantitativ befragt werden; zusätzlich sind qualitative Leitfaden-Interviews geplant. Ein Schwerpunkt soll auf die Frage gelegt werden, wie Journalisten mit den neuen Kommunikationsplattformen umgehen.

In einem ersten Projektbericht beschreiben die Wissenschaftler die Ziele des Projekts, zudem führen Maria Anikina aus Russland, Bogusława Dobek-Ostrowska aus Polen und Jöran Hök aus Schweden in die journalistische Kultur ihres jeweiligen Landes ein und geben einen Überblick über vorhergehende Studien zum Thema.

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