YouTube wächst als Nachrichten-Plattform

18. August 2012 • Digitales • von

Medienforscher des Pew Research Center’s Project for Excellence in Journalism (PEJ) haben in einer Studie die steigende Bedeutung von YouTube im Nachrichtengeschäft herausgestellt.

Die Online-Plattform YouTube hat sich von einer von Amateuren mit Videos bestückten Unterhaltungsplattform zu einem großen Player im Nachrichtengeschäft gemausert. Inzwischen haben auch traditionelle Medienunternehmen eine YouTube-Offensive gestartet, um dort ihre Inhalte zur Verfügung zu stellen.

Von Januar 2011 bis März 2012 analysierten die Forscher des PEJ 260 Videos, die im „News & Politics“-Channel gepostet wurden. 39 Prozent der Beiträge wurden von Laien produziert und hochgeladen, 51 Prozent von professionellen Nachrichtenlieferanten, fünf Prozent von Individuen oder Gruppen, die in die Öffentlichkeit drängen – sogenannte „Newsmaker“ – , fünf Prozent stammten von nicht identifizierbaren Quellen.

Eines der Ergebnisse der Studie ist, dass Laien nicht nur Videos zur Unterhaltung auf YouTube posten, sondern auch immer mehr in die Nachrichtenproduktion und -verbreitung involviert sind, indem sie ihre eigenen Videos über Nachrichtenereignisse produzieren oder andere Videos teilen. Die populärsten Nachrichtenvideos waren eine Mischung aus editiertem und uneditiertem Material, die mit Kommentaren von Bürgern oder politischen Experten unterlegt waren.

Die Wissenschaftler halten fest, dass die traditionellen abendlichen TV-Nachrichten immer noch den Löwenanteil an Zuschauern an sich binden. Durch den Video-Mix von Laien und Nachrichtenorganisationen auf YouTube entstehen jedoch neue, vielversprechende Trends im Nachrichtengeschäft. „YouTube ist ein Ort, an dem Konsumenten ihre eigene Nachrichtenagenda bestimmen und die Videos sehen können, wann sie möchten – eine Art von ‚On Demand‘-Video-Nachrichten“, heißt es in der Studie.

Medienunternehmen bleiben laut der PEJ-Studie zwei Möglichkeiten: Entweder sie nehmen die neuen Trends an und kooperieren mit YouTube – so wie die Nachrichtenagentur Reuters, die gleich mehrere YouTube-Kanäle an den Start brachte – oder sie schützen aktiv ihre Inhalte und stoppen das unerlaubte Hochladen ihres Materials. So bietet YouTube einen Software-Service an, der Inhalte identifizieren kann und das Hochladen von unlizenzierten Videos blockiert.

Während YouTube als Plattform für Nachrichtenvideos wächst, sagt das Unternehmen, dass es keinerlei Interesse an der  Inhaltsproduktion und einem Eintritt in den Nachrichtenmarkt habe.

Hier geht es zur Studie (auf Englisch) des PEJ

 

 

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