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Der Journalist als “Homo oeconomicus”
Noch immer sind Journalisten von Mythen umgeben: Von »Spürhunden«, »Edelfedern« und »Vollblut-Journalisten« ist in der Medienpraxis häufig die Rede – während Kommunikationswissenschaftler Journalisten als »neutrale Informationsvermittler«, »kritische Analytiker« oder »Anwälte des Publikums« beschreiben. Die Wirklichkeit ist komplexer.
Obwohl längst heftig über eine Ökonomisierung der Medien diskutiert wird, halten Praktiker wie Medienforscher vielfach an der Annahme fest, dass Journalisten primär dem Gemeinwohl dienen. Wenn sie scheitern, dann allenfalls an Systemzwängen.
Doch auch der einzelne Journalist handelt rational – als »Homo oeconomicus« nimmt er Tag für Tag Abwägungen vor, bei denen er auf seinen Vorteil bedacht ist, sei es bei der Recherche, beim Umgang mit Quellen und PR-Informationen oder bei sonstigen redaktionellen Entscheidungen. Susanne Fengler und Stephan Ruß-Mohl entwerfen unter Rückgriff auf die Ökonomik (auch: Rational Choice-Theorie) eine neue Perspektive für die Kommunikationswissenschaft und insbesondere die Journalismusforschung. Anhand von Forschungsergebnissen und Fallbeispielen zeigen sie, dass sich die Ökonomik, die inzwischen in vielen Disziplinen Anwendung findet, auch für kommunikationswissenschaftliche Fragestellungen sinnvoll nutzen lässt.
Fengler, Susanne / Russ-Mohl, Stephan (2005). Der Journalist als „Homo oeconomicus“, Konstanz: UVK 2005






