- EJO
- Ziele
- Team
- Impressum
- Bücher
- Kreative Zerstörung – Niedergang und Neuerfindung des Zeitungsjournalismus in den USA
- Fusionierende Medien, konvergierende Redaktionen
- Journalismus, PR und ihr Kampf um Aufmerksamkeit
- Medienjournalismus in der Aufmerksamkeitsspirale: Probleme, Perspektiven, Visionen
- Wirtschaftsjournalismus, Unternehmenskommunikation und Redaktionsmanagement
- Journalismus. Das Lehr- und Handbuch
- Der Journalist als “Homo oeconomicus”
- Die Hexenmeister der Information
- Partner
- Kontakt
Darf man das?
Verfasst von Kurt W. Zimmermann unter Ethik & Qualitätssicherung, Medienjournalismus am 23. April 2012
Die Kunst des Titelbilds ist die Kunst der maximalen Reduktion. Nur Reduktion führt zu Reaktion.
Im Juli 1977 erschien der Spiegel mit dem berühmtesten Titelbild seiner Geschichte. Es zeigte einen Teller Spaghetti. Auf den Spaghetti lag ein schwarzer Trommelrevolver. Darunter stand: „Urlaubsland Italien“. Die Italiener heulten auf. Es kam zu öffentlichen Protesten. Der Spiegel wurde mit Strafklagen wegen Volksverhetzung eingedeckt. Die italienischen Auslandorganisationen demonstrierten. Politiker bis zu Premierminister Giulio Andreotti gaben ihrer Empörung Ausdruck. Es war aus journalistischer Sicht ein perfektes Titelbild. Das sogenannte Cover, so die Regel der Zeitschriftenbranche, muss das Thema der Story verdichten, einkochen, maximal reduzieren. Mit der maximalen Reduktion auf Spaghetti und Schusswaffe wurde diese Vorgabe zielgenau erreicht.
Damit sind wir bei der Weltwoche. Auch sie hat das Prinzip der Reduktion umgesetzt und auf dem Cover ein Roma-Kind mit Pistole abgebildet. Auch sie sieht sich nun einem Proteststurm gegenüber, auch hier flankiert von den üblichen Strafklagen. Zum Rest des Beitrags »
Zur Skandaldynamik in der Wirtschaft
Verfasst von Tina Bettels unter Ressorts am 18. April 2012
Internationale Großbanken und Unternehmen stehen seit einigen Jahren europaweit zunehmend im Fokus der – oftmals skandalisierten – Berichterstattung.
Inwieweit Skandalisierungen in der Wirtschaftsberichterstattung in der Schweiz seit den 1960er Jahren zugenommen haben, hat nun der Forschungsbereich Öffentlichkeit und Gesellschaft (fög) der Universität Zürich analysiert. Wichtigstes Ergebnis: Die fög-Studie „Zur Skandaldynamik in der Wirtschaft“ zeigt eine kontinuierliche Zunahme der Bedeutung von Wirtschaftsskandalen im Mediendiskurs. Vor allem ab den 1990er Jahren erhalten Skandalisierungen von Wirtschaftsthemen massiv mehr Aufmerksamkeit.
Immer häufiger gehören sie seitdem in der Berichterstattung der vom fög untersuchten Medien Neue Zürcher Zeitung, Tages-Anzeiger und Blick zu den zehn größten Kommunikationsereignissen pro Jahr. Während in den 1980ern vor allem die Pharmabranche mit dem Seveso-Giftgasskandal und dem Brand beim Chemiekonzern Sandoz Negativschlagzeilen machte, dominiert seit 1998 die Berichterstattung über die Finanzindustrie die Liste der Wirtschaftsskandalisierungen, ausgehend vom Kollaps der Lehman Brothers bis zum Versagen der Finanzmärkte. Zum Rest des Beitrags »
Fernsehen und Partizipation – ein Zukunftsmodell?
Verfasst von Annika Sehl, Hannah Lobert & Michael Steinbrecher unter Neue Medien & Web 2.0 am 16. April 2012
Erste Ergebnisse der Begleitforschung zu nrwision
Die Journalistik steht vor großen Herausforderungen. So viele Umbrüche, so viele Fragen, so viele Forschungsansätze wie selten zu vor beschäftigen uns. Welche Medien werden zukünftig in welcher Intensität zu welchem Zweck genutzt? Wie verändern sich journalistische Berufsbilder und welche neuen, innovativen Formen der Partizipation werden sich auf Dauer etablieren? Die Antworten scheinen sich zu bündeln in der Feststellung: „Die Zukunft liegt im Internet“.
Wer beschäftigt sich schon noch mit dem alten, anscheinend sogar nicht im Trend liegenden Leitmedium Fernsehen? Ist dieses Medium überhaupt tauglich, um neue Formen von Partizipation zu erproben? Oder noch grundsätzlicher: Ist das Fernsehen, auch wenn es noch so modern über Flachbildschirme angepriesen wird, in Zeiten von YouTube nicht längst ein Auslaufmodell? Zum Rest des Beitrags »
Medien zum Anfassen
Verfasst von Ievina Ancena unter Redaktionsmanagement am 11. April 2012
Lettische Medien sind für die Öffentlichkeit zugänglicher geworden, indem sie ihren Lesern einen Blick hinter die Kulissen gewähren.
Das Prinzip der offenen Redaktionen besteht darin den Nutzern zu zeigen, dass sie dort willkommen sind, dass ihre Meinungen zählt und dass Medien inzwischen greifbar und nichts Abstraktes mehr sind.
„Die Schranken zwischen den Redaktionen und der Gesellschaft zu durchbrechen, ist von tiefer Bedeutung: Ein festes Publikum, das sich den Medien, die es konsumiert, zugehörig fühlt, ist für alle Medien wichtig. Dieses Zusammenspiel kann verschiedene Formen annehmen: So kann die Transparenz erhöht werden, wenn die Nutzer die Redaktionen leibhaftig betreten und Teil der täglichen Routine werden können. Damit wird es leichter, stärkere persönliche Beziehungen aufzubauen”, sagt die lettische Medienexpertin Anda Rozukalne. Zum Rest des Beitrags »
Die regionale Lücke
Verfasst von Torsten Schäfer unter Ressorts am 10. April 2012
Europäische Öffentlichkeit ist zu einem Trendthema in der Medienforschung geworden. Das eigentliche Massenmedium wurde dabei aber kaum betrachtet: die Regionalzeitung.
Das Forschungsfeld der europäischen Öffentlichkeit hat sich rasant entwickelt. Doch Regionalzeitungen wurde dabei kaum Aufmerksamkeit geschenkt. Dabei ist ihr Potenzial zur Europäisierung der Öffentlichkeit, und damit zur Reduktion des öffentlichkeits- und Demokratiedefizits der Europäischen Union, besonders groß: Die Regionalpresse ist das eigentliche Massenmedium; zwei Drittel der Deutschen nutzen sie als tägliche Informationsquelle. Und diese Mediengattung berichtet dort, wo die EU-Politik oft direkt Wirkung zeigt: in der Region, in Kreisen und Kommunen. Vor diesen Hintergründen schien es geboten, die Entstehungsbedingungen der regionalen EU-Berichterstattung zu erkunden und offen zu legen.
Dies geschah auf Grundlage einer Aufarbeitung des bisherigen Kenntnisstandes zum EU-Journalismus, verbunden mit einer Analyse des EU-Demokratiedefizits. Bestandteile der empirischen Studie waren eine teilnehmende Redaktionsbeobachtung, auf die 24 Leitfadeninterviews mit Ressortleitern von Politikredaktionen folgten. Inhaltsanalysen, telefonische Experteninterviews und Fragebögen waren weitere Methoden, die zum Einsatz kamen. Zum Rest des Beitrags »
Das redaktionelle Umfeld
Verfasst von Kurt W. Zimmermann unter Medienjournalismus am 4. April 2012
Wer interessiert sich eigentlich für Luxus- und Stil-Beilagen?
Am schrecklichsten ist es immer im Frühling. Weil jetzt Frühling ist, ist es darum jetzt am schrecklichsten. Immer im Frühling nämlich erfasst unsere Zeitungsredaktionen ein luxuriöser Lemming-Effekt. Gleichzeitig und geballt hauen sie nun ihre Luxus-Beilagen raus.
Die Luxus-Beilagen heißen wechselweise auch Stil-Beilagen. Die einzigen Themen der Luxus- und Stil-Beilagen sind Luxus und Stil. In der Selbstdarstellung der Verlage tönt das so: Finest, die Luxus-Beilage der Sonntagszeitung, “ist im Luxusbereich positioniert”. First, die Luxus-Beilage der Bilanz, “ist ein hedonistisches Lifestyle-Magazin”. Stil, die Luxus-Beilage der Weltwoche, “inspiriert zum Genuss des Schönen”. Z, die Luxus-Beilage der Neuen Zürcher Zeitung, beschreibt “die genussvollen Seiten des Lebens”. Luxe, die Luxus-Beilage der Finanz und Wirtschaft, wirkt “im Themenkreis Luxus und Lifestyle”. Luxus, die Luxus-Beilage des Tages-Anzeigers, “präsentiert luxuriöse Themen”. Zum Rest des Beitrags »
Eine Frage des Eigentums
Verfasst von Katharina Heimeier unter Medienökonomie am 3. April 2012
Schützen Familienverleger Zeitungen vor Renditedruck?
„You’re not welcome, Mr. Montgomery!“: Deutlicher hätten die Redakteure der Berliner Zeitung im Sommer 2005 ihre Abneigung gegen den neuen Eigentümer ihrer Zeitung kaum zeigen können. Sie begrüßten ihn in T-Shirts, auf denen durchgestrichene Heuschrecken zu sehen waren. Mit dem Briten David Montgomery hatte erstmals ein ausländischer Unternehmer – noch dazu ein branchen fremder Finanzinvestor, eine so genannte „Heuschrecke“ – einen deutschen Zeitungsverlag übernommen. Montgomery gab für sein Investment eine Renditeerwartung von bis zu 21 Prozent aus – ein Ziel, das in Zeiten der Krise selbst auf dem traditionell hohe Renditen abwerfenden Zeitungsmarkt exorbitant hoch erschien.
Seit Januar 2009 gehört die Berliner Zeitung längst wieder einem Verleger, wie man ihn sich klassischer kaum vorstellen kann: Alfred Neven DuMont, dessen Kölner Verlagshaus auf eine Jahrhunderte lange Geschichte verweisen kann. Der Fall Montgomery ist Geschichte. Dennoch lohnt ein Blick auf die Fragen, die Montgomery mit seinem kurzen Intermezzo aufgeworfen hat: Wem gehören die Zeitungen in Deutschland – und eröffnet die Zeitungskrise möglicherweise Chancen für alternative Eigentümer? Zum Rest des Beitrags »







