Mit Pinocchio online Fakten checken

16. Juli 2013 • Qualität & Ethik • von

Fakten zu überprüfen ist eine ureigene Aufgabe eines jeden Journalisten. Mit den neuen Möglichkeiten, die sich im Internet bieten, erhält der Faktencheck nun vielleicht sogar noch mehr Bedeutung.

Informationen gegenzurecherchieren ist eine wichtige Aufgabe, der sich in den 1920ern zuerst einige US-Magazine wie Time und The New Yorker annahmen. Heute betreiben einige Zeitungen den Faktencheck auch nachträglich, indem sie eine Spalte für Berichtigungen offen halten – so etwa der Guardian mit seiner Rubrik „corrections & clarifications“ (Berichtigungen und Klarstellungen) oder das WallstreetJournal mit „corrections & amplifications“ (Berichtigungen und Vertiefungen).

Aus diesen Möglichkeiten ergeben sich auch neue Perspektiven für den Journalismus, insbesondere in der politischen Berichterstattung. Es ist allerding eine Frage der Haltung der jeweiligen Redaktionen, inwiefern sie diese annehmen und die neuen Werkzeuge nutzen.

Zunächst scheint die Rechnung einfach. „Jeder hat das Recht, mit seiner Meinung falsch zu liegen, aber niemand hat das Recht, mit den Fakten falsch zu liegen, auf die er sich stützt“, so lautet eine beliebte Formulierung, die man dem Philantrophen und Publizisten Bernard Mannes Bruch zuschreibt. Doch auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint, ist diese Forderung höchst anspruchsvoll.

Manche Fälle sind eindeutig. Einige Leute mögen den italienischen Fußballer Mario Balotelli als großartigen Fußballspieler ansehen, andere halten ihn nur für einen durchtrainierten jungen Mann, doch wenn man behauptet, er habe während der Saison 2011/2012 genau 13 Tore für Manchester City geschossen, so ist das keine Ansichtssache, sondern ein Fakt (solange die  Quelle verlässlich ist). Dies ist ein einfacher Fall, weil Zahlen im Spiel sind. Doch betrachtet man das Themenfeld Politik, wo aktuell die meisten Fakten und Informationen im Netz geprüft werden, zeigt sich die Lage häufig komplexer und weniger eindeutig. Denn Politiker halten sich immer häufiger nicht an Mannes Bruchs Philosophie, sondern handeln nach dem Motto: „Warum eine gute Geschichte mit der Wahrheit verwässern?“

Wenn sich die Sprache und die Rede-Haltung der Politiker immer stärker jener der Werbebranche annähert, stellt sich die Frage, welche Verpflichtung sich daraus für den Journalisten ergibt. Besteht seine Aufgabe weiterhin darin, verschiedene politische Seiten bloß abzubilden – nach dem Muster „Er sagt dies, sie hingegen jenes“, auch wenn eine der beiden Positionen ganz offensichtlich falsche Inhalte verbreitet? Oder muss der Journalist die Falschaussagen korrigieren und aufdecken, ob sie nun nach bestem Wissen und Gewissen ausgesprochen wurden oder nicht?

Viele Medien bleiben bei der alten Herangehensweise und nennen ihre Haltung „unparteiisch“. Andere ziehen die letztere Interpretationsweise vor und nutzen dabei die Vorteile, die ihnen neue Recherche-Instrumente im Internet bieten, um Lügen und Fehler in politischen Aussagen aufzudecken. Was kann das Web zur Prüfung von Fakten beitragen? Einiges. Es eröffnet gleich mehrere Möglichkeiten: Echtzeit-Recherche, spielerische Darstellung, offenen Datenzugang, die Nutzung von Schwarmintelligenz oder kollektiver Informationssuche und zu guter Letzt die semantische Analyse des Inhalts.

Die heute im Internet verfügbaren, häufig sogar von offiziellen Einrichtungen wie der Weltbank oder dem Internationalen Währungsfonds stammenden Daten sind oft in einer offenen Form erhältlich, sodass die Journalisten beliebige Fakten recherchieren und gewünschte Querverbindungen selbst herstellen können. Die Journalisten erfahren dadurch einen echten Zugewinn, sie können interessante Perspektiven zu einem Thema bekommen, ohne zu viel Zeit und Geld auf alte Rechercheinstrumente zu verschwenden.

Spielerische Darstellungsformen, also unterhaltsame oder gar lustige Formate können helfen, auch komplexe Sachverhalte dem Publikum verständlich zu machen. Tests, Quizze, Nachrichtenspiele, Smartphone-Apps, die mit Barometern arbeiten, um die Aussagen eines Politikers zu bewerten, sind nur einige Beispiele für spielerische Darstellungen.

Twitter ist wohl das Medium, das am häufigsten für Faktenchecks in Echtzeit genutzt wird: In den vergangenen Jahren zeigten Journalisten, die Twitter nutzen, gleich bei mehreren Präsidentenwahlen in verschiedenen Ländern, welches Potenzial in dem Dienst steckt. Der Prozess läuft meistens so ab: Während die Kandidaten in einer Fernsehshow debattieren, prüft ein Team von Journalisten die Aussagen auf ihren Wahrheitsgehalt und twittert sein Ergebnis. Normalerweise beschränkt sich der erste Tweet darauf, ob eine bestimmte Aussage wahr oder falsch war – eine tiefere Analyse der Hintergründe folgt dann später auf der Website des Redaktions-Teams.

Schwarm-Intelligenz nutzt das Potenzial der Masse und hilft den mit den Nutzern kooperierenden Journalisten, den Wahrheitsgehalt einer Aussage zu ermessen. Eine in Echtzeit verlaufende semantische Analyse einer Rede, die in einem Video festgehalten ist, stellt die jüngste Errungenschaft des Faktenchecks in der Online-Welt dar.

Seit 2003 versuchen einige Internet-Projekte – die meisten von ihnen sind in den USA angesiedelt – einige oder all diese Elemente zu verbinden, um kontroverse Aussagen und Behauptungen von Politikern zu überprüfen. Der Pionier war Factcheck.org, eine Non-Profit-Organisation, die vom Annenberg Public Policy Center an der Universität Pennsylvania gegründet wurde.

Die dort beschäftigten Journalisten können frei von Deadlines und publizistischen Haltungen, wie es sie innerhalb anderer Redaktionen teils gibt und die Journalisten einengt, recherchieren. Eine jüngst erschienene Recherche untersuchte die Verbindung zwischen Waffenbesitz und Mordtaten in den USA. Die Organisation bezog dabei Daten des Büros für Drogenangelegenheiten und Kriminalität der Vereinten Nationen und weitere Quellen mit ein. Die Analyse zeigte auch die Sichtweisen verschiedener Experten auf das Thema auf. Factcheck.org sprach dabei die Schwierigkeit, eine definitive Aussage über einen Zusammenhang von Waffenbesitz und Mordtaten zu treffen, offen an.

Auch die Schwester-Website der Plattform Flackcheck.org leistet einen wichtigen Beitrag: Sie analysiert die Rhetorik von Politikern in Videowerbung im Internet.

2007 traten zwei neue Protagonisten auf den Plan: Die ’Fact Checker‘-Kolumne der Washington Post und die kommerzielle Website PolitiFact der Tampa Bay Times. Beide bieten einen Mix aus gründlicher Analyse und spielerischer Darstellung. Die Washington Post nutzt eine Skala aus Pinocchios (je mehr Pinocchios ein Politiker bekommt, desto stärker ist er in eine eklatante Lüge verstrickt), um die Wahrhaftigkeit von Politiker-Aussagen zu bewerten.

Manchmal, wenn auch nicht oft, zeigen diese Barometer auch an, dass sich eine unglaublich klingende Aussage als vollkommen wahr herausgestellt hat. Ein Beispiel: Der Republikaner Dave Camp beklagte einmal, der durchschnittliche amerikanische Steuerzahler brauche 13 Stunden, um seine Steuererklärung zu machen, also alle Belege zu sammeln, sich durch das Regelwerk zu lesen und die Formulare des Finanzamts auszufüllen. Es koste also die gesamte US-Bevölkerung 168 Milliarden Dollar und sechs Milliarden Stunden, um die Steuergesetze einzuhalten. Camp wählte seine Worte sorgfältig und zitierte Daten der Steuerbehörde IRS – und bekam im Pinocchio-Test der Washington Post einen ‚Gepetto Checkmark‘ für die Wahrheit verliehen.

Vier Pinocchios mit langen Nasen gingen dagegen an die Abgeordnete Michelle Bachmann für ihre Aussage, 70 Prozent der Mittel für Lebensmittelgutscheine gingen in der Bürokratie verloren, statt die Bedürftigen zu erreichen. Der Faktenchecker der Washington Post Glenn Kessler fügte noch hinzu, es gebe „wirklich nicht genügend Pinocchios für eine so irreführende und falsche Nutzung einer Statistik“.  Bachmann hat offenbar eine Statistik aus dem Buch „The Poverty of Welfare: Helping Others in Civil Society“ falsch interpretiert und dann einfach diese Zahl auf das Lebensmittelgutschein-Programm der USAübertragen. Sie übersah dabei eine offizielle Statistik des Landwirtschaftsministeriums, die zeigte, dass weniger als sechs Prozent der Programm-Mittel für Verwaltungskosten ausgegeben werden.

Das Format PolitiFact, das für seine Berichterstattung über das Präsidenten-Duell 2008 einen Pulitzerpreis erhielt, verfolgt einen ähnlichen Ansatz: Es verwendet ein Barometer, das von „wahr“ über „falsch“ bis zu „Haus steht in Flammen“ geht. Das sogenannte Wahrheitsbarometer zeigt auch an, wenn Politiker von einer Seite auf die andere wechseln, also ihre Sichtweise auf eine Angelegenheit komplett verändern. So lernt der Nutzer, dass Mitt Romney immer einer Linie treu blieb, was die Ehe Homosexueller anging, während sich Obama in derselben Angelegenheit wie ein Pendel hin und her bewegte – dafür, dagegen, wieder dafür.

Das Team von PolitiFact erfand auch das Obameter, um zu überprüfen, ob Obama seine Versprechen eingehalten hat oder zumindest an ihnen arbeitet. Ein anderes bemerkenswertes Element der Seite ist die „Lüge des Jahres“. Die „Auszeichnung“, die 2009 an den Start ging, prämiert meistens eine Aussage eines Republikaners oder eines Demokraten zu einem besonders kontroversen Thema. Zur „Lüge des Jahres“ 2012 kürte PolitiFact Mitt Romneys Behauptung, Jeep habe vor, seine Autos auf Kosten amerikanischer Arbeitnehmer in China zu produzieren.

Auch in Großbritannien gibt es erfolgreiche Beispiele: Im August 2010 führte der Guardian den so genannten Pledge Tracker ein. Der Online-Dienst hat das Ziel, den knapp 400 Versprechen nachzugehen, welche die britische Regierungskoalition in ihrer ersten Regierungswoche machte. Vor einiger Zeit startete der Guardian zudem eine Wahrheits-Check-Serie, die verschiedene Experten zu bestimmten Themen zu Wort kommen lässt und sich weniger auf eigene Aussagen fokussiert.

Eine weitere interessantee Factchecking-Seite in Großbritannien ist FullFact.org. Ihr Motto ist „Wahrhaftigkeit in der politischen Debatte fördern“, wobei die Plattform versucht, sich von den teils aggressiven Konzepten der amerikanischen Gegenstücke abzugrenzen. Dies machen sie in ihren Redaktionsleitlinien deutlich: „Wir folgen dem Credo, den Ball und nicht den Spieler zu treten – und es unseren Lesern zu überlassen, sich ein eigenes Urteil über Politiker und ihre Motive zu bilden. Es gibt schon genügend politischen Zynismus, auch ohne dass wir noch dazu beitragen.“

FullFact.org ist eine Non-Profit-Organisation, die von den drei unabhängigen karitativen Stiftungen Joseph Rowntree Charitable Trust, der Nuffield Foundation und der Esmee Fairbairn Foundation sowie von privaten Spenden getragen wird. FullFact hat es sich zum Ziel gesetzt, einen behutsamen Wandel in den Institutionen anzuregen, statt einzelne Individuen anzugreifen. Mit ihrem Konzept hat die Plattform schon einige Erfolge verzeichnen können: Sie konnte etwa den damaligen Premierminister Gordon Brown dazu bewegen, Aussagen zurückzunehmen, welche das Büro des Premiers nicht bestätigen konnte, etwa, dass die Regierung 300.000 kleinen Unternehmen durch die Rezession geholfen habe.

Will Moy, Chefredakteur von FullFact, beschreibt die Arbeit wie folgt: „Wir sehen es als unsere fundamentale Mission an, das Vertrauen in der öffentlichen Debatte zu fördern, während andere dem Faktencheck verschriebene Organisationen eher von der Frage ‘Warum lügt dieser Mistkerl mich an?‘ ausgehen. Diese Organisationen spielten sich als Anwälte und Beschützer der Bürger auf, die es vor irreführenden Aussagen zu schützen gelte. „Wir sehen unsere Rolle ein wenig breiter gefasst, nämlich darin, Bürgern, Politikern und anderen Akteuren zu helfen, wahre Informationen zu wichtigen Entscheidungen zu identifizieren, herauszuarbeiten und diese anstelle von unseriösen Informationen zu verbreiten.“

Auch in anderen Ländern gibt es Experimente im Online-Faktenchecking, etwa die italienische Website Pagella Politica, die von PolitiFact inspiriert ist, und Le Veritormetre in Frankreich.

Beinahe alle Online-Plattformen, die sich der Überprüfung von Fakten verschrieben haben, sind nicht kommerziell orientiert, unabhängige Unternehmen oder in die Berichterstattung einer Zeitung eingebettet.

Das einzige kommerziell orientierte Unternehmen ist PolitiFact, was auch von einigen Seiten kritisiert wird – allerdings vor allem von denjenigen, die eine „Haus steht in Flammen“-Medaille verliehen bekommen haben. Ihrer Ansicht nach betreibt PolitiFact seine Kritik so aggressiv, um die Aufmerksamkeit zu erhalten, die ihre Werbekunden erwarten. Andere wiederum haben den Eindruck, das Unternehmen versuche immer zu sehr eine Balance zu halten, um Anschuldigungen, sie könnten voreingenommen sein, aus dem Weg zu gehen.

Aber es stellt sich die Frage: Haben diese Organisationen, die sich der Überprüfung von Fakten verschrieben haben, überhaupt einen Einfluss auf die Aussagen und Wortwahl von Politikern? Oder wenigstens auf die Art und Weise, wie Zeitungen ihre Berichterstattung ausgestalten und ausrichten?

Die Antwort auf die erste Frage dürfte nein lauten. Politiker zitieren immer noch in irreführender Weise Statistiken und Datenmaterial oder lassen wissentlich falsche Aussagen verbreiten.

Doch die Situation ist mal wieder etwas komplexer. Michael Dobbs, der Erfinder und leitende Redakteur der Faktencheck-Kolumne bei der Washington Post hat einenEssay zum Thema geschrieben: „Der Aufstieg des politischen Faktenchecks“. Darin berichtet er, wie die Assistenten einiger Politiker ihn nach einiger Zeit anriefen, wenn eine Rede ihres Vorgesetzten bevorstand. Sie wollten sich absichern, dass ihre Inhalte stimmten und nicht später widerlegt werden würden.

Andere kritisieren wiederum, wenn Politiker vom Lügen abgebracht würden, sage das noch nichts über den Erfolg der Organisationen aus. PolitiFact-Redakteur Bill Adair erwidert: „Zu argumentieren, die Fakten-Überprüfung sei gescheitert, weil einige Politiker weiterhin lügen, ist so, als ob man investigative Recherche für wertlos erklärte, weil weiterhin Missstände auftreten und einige Politiker korrupt werden. Ja, sie sind immer noch korrupt. Aber wir betreiben investigative Recherche und Fakten-Überprüfung, damit die Leute die Informationen bekommen, die sie für eigene Entscheidungen benötigen.“

Eine Umfrage unter 1.522 Bürgern, die die Agentur Social Science Research Solutions im September 2012 für das Annenberg Public Policy Center durchführte, zeigte: Personen, die das Angebot einer Faktencheck-Website nutzten, beantworteten 55,5 Prozent aus einem Set politischer Wissensfragen richtig, während andere Probanden nur 45,5 Prozent richtig beantworteten.

Auch die Art und Weise, wie Medien über Politik berichten (insbesondere über amerikanische Politik) hat sich durch die Organisationen in den vergangenen Jahren stark verändert. Während des Präsidentenwahlkampfes 2012 bezogen sich viele Überschriften auf Falschaussagen und Unaufrichtigkeit in politischen Debatten, wie etwa „Mr. Ryan’s Misleading Speech“ („Herr Ryans irreführende Rede“) der Washington Post. Diese Elemente waren somit zu einem Kernpunkt der Nachrichten geworden.  Selbst die Politiker begannen, Faktenchecks selbst als Waffen gegen ihre Kontrahenten einzusetzen, oder als Instrument, um ihre eigenen Aussagen zu bewerben.

Einige Politiker wehrten sich allerdings auch gegen die Welle der Aufklärung, die mit den Websites der Organisationen einherging. So ließ Neil Newhouse, Leiter der Wahlkampagne Mitt Romneys, während einer Bundesversammlung der Partei in Florida verlauten: „Wir werden uns unsere Kampagne nicht von Faktencheckern zerpflücken lassen.“

Letztendlich ist die Frage nach dem wahren Einfluss von intensiver Fakten-Überprüfung eng mit einer anderen verbunden: Hat Journalismus reelle Auswirkungen auf die Gesellschaft? Faktencheck-Instrumente werden häufiger von Zeitungen genutzt als von Rundfunkmedien, Text-Analysen sind weniger aufwändig als Videos, auch wenn sich dies vielleicht mit der Entwicklung der Technik noch ändern mag. Die Washington Post hat einen Prototyp namens „Truth Teller“ („Wahrheits-Erzähler“) entwickelt, der mit einer Software arbeitet, die automatisch relevante Zitate und Statistiken innerhalb einer Rede identifiziert und diese mit einer Reihe offizieller Statistiken abgleichen. Der „Truth Teller“ kann zeitnah bekannt geben, ob der Redende die Wahrheit sagt oder nicht. Das System ist noch relativ primitiv, aber es ist ein erster Schritt in Richtung automatisierter Wahrheitsfindung.

Bedeutet all dies, dass wir nicht länger investigativ recherchierende Reporter brauchen, die glattgebügelten offiziellen Meldungen etwas entgegensetzen? Nein. Bei all ihrer Macht haben Faktenchecks ihre Grenzen. Ja, es funktioniert, wenn Zahlen eine Rolle spielen. Doch das ist selten genug der Fall. Statistiken müssen häufig mit Kontext angereichert werden, damit sie einen Sinn ergeben. Manche Politiker mögen es vorziehen, nur erwünschte Zahlen zu nennen oder Aussagen zu treffen, die in beide Richtungen interpretiert werden können.

Zu guter Letzt sind auch Faktenchecker selbst nur Menschen, die irren oder voreingenommen sein können. Menschliche Wesen haben starke Tendenzen, das zu glauben, was in ihr bestehendes Weltbild passt, auch wenn es ganz klar unrealistisch ist. Wer braucht schon hart erkämpfte Wahrheiten, wenn Lügen so schön aussehen und umsonst zu haben sind?

Übersetzt aus dem Englischen von Karen Grass

Original-Artikel: From Traditional to Online Fact-Checking

Bildquelle: International Journalism Festival / Flickr

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