“Auf keinen Fall die Hände in den Schoß legen”

10. Mai 2010 • Qualität & Ethik • von

José Garcia Aviles von der Universidad Miguel Hernández de Elche ruft spanische Medien zum “innovativ sein” auf.  

Wie wird sich Ihrer Meinung nach der Journalismus in den nächsten zehn Jahren verändern?

Ich glaube, dass er in Zukunft viel „offener“ sein wird, so dass sich die Nutzer vermehrt aktiv beteiligten können. Journalisten werden zudem im Geschichtenerzählen und Erklären besser werden müssen. Nur so können sie die Aufmerksamkeit der Publika gewinnen. Letztlich wird der Journalismus erfolgreich sein, der am besten gemacht ist.

Haben Sie ein Erfolgsrezept für Journalismus?

Derzeit sind die technischen Veränderungen voll im Gang. Auch die Geschäftsmodelle und Distributionsplattformen verändern sich ständig. Zurzeit ist einfach alles im Wandel. Man muss einfach mal Dinge ausprobieren, innovativ sein. Keiner weiß, wie der Journalismus in zehn Jahren aussehen wird. Wer aber jetzt die Hände in den Schoß legt und hofft, bald alles klarer zu sehen, verschwendet wertvolle Zeit.

Welchen Problemen steht die spanische Medienindustrie gegenüber?

Die spanische Medienindustrie muss sich mit einer Reihe von strukturellen Problemen herumschlagen. Der spanische Journalismus isoliert sich immer mehr von der Öffentlichkeit. Viele Medien haben ihre Verbindung zum Publikum verloren. Viele Medienunternehmen sind in privater Hand und werden zu sehr von Politik und Wirtschaft beeinflusst.

Und dann gibt es auch ein Altersproblem. Die meisten Leute unter 25 sind ziemlich desillusioniert, was traditionelle Medien betrifft. Sie nutzen lieber neue Technologien und tummeln sich in sozialen Netzwerken, aber sie scheinen keine Lust auf Nachrichten und andere journalistische Inhalte zu haben.

Viele Journalisten in Spanien sind besorgt und zeigen dies auch. Sie suchen aktiv nach neuen Möglichkeiten, die Qualität im spanischen Journalismus zu steigern – mit gründlicher Recherche und einer Berichterstattung, die den Lesern erklärt, was wirklich vor sich geht. Zudem versuchen sie, Leser und Nutzer wieder mehr einzubeziehen, auch mithilfe von Online-Communities und Netzwerken.

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