Eine Frage des Formats

21. September 2009 • Qualität & Ethik • von

Erstveröffentlichung: Schweizer Journalist 8 + 9

Beim alten Dinosaurier Tageszeitung haben in den letzten Jahren in Europa eine ganze Reihe von Verlegern mit dem Format experimentiert – aber nicht all diese Versuche, handlicher und damit meist auch „magaziniger“ daher zu kommen, sind offenbar geglückt.

Das Boulevardblatt Blick hat sich soeben wieder vom Tabloid-Format verabschiedet – wohl auch, um sich von der übermächtigen Gratis-Konkurrenz abzuheben, und die Frankfurter Rundschau hat als Folge des Formatwechsels Abonnenten verloren. In Message hat der Leipziger Medienforscher Michael Haller erstmals differenzierte wissenschaftliche Ergebnisse präsentiert. Tenor: So nutzerfreundlich das kleinere Format ist, so sehr hängt der Erfolg des Formatwechsels davon ab, wie die Redaktionen damit umgehen. Zum Beispiel scheinen die Welt kompakt und der Guardian mit ihren kleineren Formaten auch deshalb erfolgreich, weil sie weiterhin eine „richtige“ Zeitung und kein Magazin anbieten – also bereits auf der Seite 1 den gewohnten Nachrichtenüberblick offerieren, den vor allem Zeitungsabonnenten erwarten, statt „nur“ mit einer einzigen grossen Aufmacher-„Geschichte“ daher zu kommen.

Michael Haller, Akrobaten ohne Netz, in: Message Nr. 3/2009, 48 – 54

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