Hoch- und heruntergespielt

15. November 2012 • Qualität & Ethik • von

Wie haben die New York Times und das Wall Street Journal als führende amerikanische Qualitätszeitungen über Murdoch und den Hacking-Skandal von News of the World in Großbritannien berichtet? Dieser Frage hat sich Alessia Borrè in ihrer Bachelor-Arbeit an der Universität Lugano gewidmet.

Ein direkter Vergleich ist zwar deshalb schwierig, weil das Wall Street Journal ein Wirtschaftsblatt ist. Seit Murdoch die Zeitung seinem Imperium einverleibt hat, hat er sie jedoch neu positioniert und mehr und mehr zu einem direkten Wettbewerber der New York Times umgebaut.

Die Ergebnisse von Borrè sind eindeutig: Die New York Times hat im Schulterschluss mit dem britischen Guardian ihr Scherflein dazu beigetragen, dass der Skandal von der Weltöffentlichkeit wahrgenommen wurde. Das Wall Street Journal konnte den Skandal angesichts der Nachrichtenlage zwar nicht völlig vertuschen, hat ihn jedoch erkennbar heruntergespielt – was schon in der Wortwahl erkennbar werde.

Von „matter“, „saga“, „situation“ sei da die Rede, von „scandal“ dagegen kaum. Dagegen fänden sich in der New York Times häufig Worte wie „outrage“,“ scandal“ oder „outcry“- Begriffe also, die das Geschehene bewerten und doch zugleich den Sachverhalt treffend beschreiben. Die Studie ist allerdings eher explorativ, denn sie basiert auf einer sehr kleinen Stichprobe.

Erstveröffentlichung: Schweizer Journalist Nr. 10 + 11/2012

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