Junge Erwachsene misstrauen klassischen Medien

17. November 2016 • Qualität & Ethik • von

Immer weniger Personen in der Schweiz nutzen qualitativ hochwertige Medien. Bereits ein Drittel der Bevölkerung greift entweder auf Gratisangebote zurück oder konsumiert Nachrichten via Social Media. Zu diesem Befund kommt das fög – Forschungsinstitut Öffentlichkeit und Gesellschaft der Universität Zürich in seinem siebten Jahrbuch „Qualität der Medien – Schweiz“, das am Donnerstag veröffentlicht wurde.

smartphone-569076_1920Der Anteil der „News-Deprivierten“, wie sie die Autoren des Jahrbuchs rund um Mark Eisenegger nennen, ist in den letzten sieben Jahren von 21 Prozent auf 31 Prozent gestiegen. Zu dieser Gruppe, die qualitativ hochwertige Medien nur mangelhaft nutzt, zählen laut der Wissenschaftler vor allem junge, weibliche Erwachsene im Alter von unter 30 Jahren. Dieser Medienkonsum habe Auswirkungen auf die Wahrnehmung der Gesellschaft, heißt es im Jahrbuch. Wer ausschließlich qualitätsmindere Informationsangebote wie Pendlerzeitungen nutze oder Nachrichten via Social Media konsumiere, schenke vor allem Ereignissen wie Katastrophen und Skandalen Aufmerksamkeit – und verliere das Vertrauen in die traditionellen Medien.

Die Studie zeigt, dass junge Erwachsene ein besonders großes Misstrauen gegenüber dem Schweizer Mediensystem äußern. In dieser Altersgruppe ist der Anteil derjenigen, die dem traditionellen Nachrichten-Journalismus den Rücken kehren, besonders hoch.

Soziale Medien sind bereits für fast ein Viertel (22 Prozent) der jungen Erwachsenen in der Schweiz die Hauptquelle für Nachrichten. Mit der steigenden Bedeutung von Social Media für den Newskonsum würden die traditionellen Medienanbieter zwar auf der einen Seite die Chance auf zusätzliche Reichweite und neue zahlende Abonnenten erhalten, auf der anderen Seite aber partiell die Kontrolle über die Weiterverbreitung ihrer Inhalte aus der Hand geben, warnen die Forscher aus Zürich. Ebenfalls würden im sozialen Netz die Medienmarken der traditionellen Nachrichtenanbieter geschwächt. So zeigen die Umfragedaten des internationalen Digital News Report, an dem das fög neu als Schweizer Partnerorganisation beteiligt ist, dass von den Befragten, die Nachrichten via Social Media konsumieren, durchschnittlich weniger als die Hälfte die originären Medienmarken überhaupt noch wahrnimmt.

Wer dagegen häufig traditionelle Informationsmedien wie den öffentlichen Rundfunk und die bezahlpflichtige Abo-Presse nutze, entwickele ein größeres Vertrauen ins Mediensystem. Dies sowohl in der Schweiz als auch in den anderen Ländern, die im Digital News Report untersucht werden, der Fall. Das Vertrauen ins Schweizer Mediensystem sei trotz der größeren Gruppe der „News-Deprivierten“ im internationalen Ländervergleich weiterhin hoch, so die Wissenschaftler aus Zürich.

Wenn Nutzer den Medien vertrauen, erhöhe dies gleichzeitig ihre Bereitschaft, für Nachrichten zu bezahlen und auch Werbung, beispielsweise in Form von Online-Bannern, zu akzeptieren. Ein starker medialer Service public stärke also das Mediensystem insgesamt, schlussfolgern die Forscher des fög. Wie die Ergebnisse der internationalen Studie zeigen, belegt die Schweiz bei der Zahlungsbereitschaft für Nachrichten von 26 untersuchten Ländern einen Platz im Mittelfeld.

Das Jahrbuch sowie die E-Journals Studien und Reflexionen Qualität der Medien erscheinen im Schwabe Verlag und können über die Website des Verlags (www.schwabeverlag.ch) bezogen werden. Auszüge aus dem Jahrbuch und den E-Journals sind auf der Website des fög – Forschungsinstitut Öffentlichkeit und Gesellschaft / Universität Zürich zugänglich: www.foeg.uzh.ch.

Bildquelle: pixabay.com

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