Der “dritte Weg” kontrovers diskutiert

19. September 2011 • Medienökonomie, Pressefreiheit • von

Wie lässt sich künftig Qualitätsjournalismus finanzieren?

Auf diese brennende Frage in Zeiten des Internet, der Medienkonvergenz und rapide sinkender Zahlungsbereitschaft der Publika für journalistische Leistungen suchen nicht nur Medienunternehmer, sondern auch Publizistikwissenschaftler Antworten. Marie Luise Kiefer hat dazu einen “dritten Weg” vorgeschlagen. 

Dieser “dritte Weg” würde  letztlich auf eine Ausweitung der staatlichen Finanzierung hinauslaufen, soll den Journalisten aber gleichwohl Unabhängigkeit von der Politik garantieren. Dazu schlägt sie vor, den Journalismus – ähnlich wie bei den Medizinern und den Juristen – in einen Zustand professioneller, kollegialer Selbstorganisation zu überführen. “Journalist” würde eine “geschützte, an theoretische und praktische Ausbildungsgänge mit entsprechenden Examina gebundene Berufsbezeichnung”.

Obendrein solle die öffentliche Finanzierung “dem Journalismus die autonome Produktion seiner gesellschaftlichen Dienstleistung” ermöglichen. Dazu soll er institutionell von den Medienunternehmen abgekoppelt werden. Stephan Russ-Mohl und Rudolf Stöber widersprechen diesem Vorschlag vehement. Er gefährde Pressefreiheit, journalistische Unabhängigkeit und letztendlich die Demokratie. Das Beispiel Italiens, wo es seit Mussolinis Zeiten eine Journalistenkammer und Staatsexamina für Journalisten gibt, zeige obendrein, wie schlecht ein ähnliches Modell in der Realität funktioniere.

Das EJO dokumentiert diese wissenschaftliche Kontroverse der Fachzeitschrift Medien & Kommunikationswissenschaft.

Die schwierige Finanzierung des Journalismus in M&K 1/2011 von Marie Luise Kiefer

Der Dritte Weg – eine Sackgasse in Zeiten der Medienkonvergenz. Replik auf den Beitrag von Marie Luise Kiefer in M&K 1/2011 von Stephan Russ-Mohl

Eine gefährliche Finanzierung des Journalismus. Replik auf den Beitrag von Marie Luise Kiefer in M&K 1/2011 von Rudolf Stöber

Wider den Steuerungspessimismus. Antwort auf die Repliken von Stephan Russ-Mohl und Rudolf Stöber von Marie Luise Kiefer

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