Mythen prüfen!

Mai 13, 2014 von · 1 Comment 

Es ist eine weit verbreitete Meinung, dass das Publikum die Wirklichkeit, insbesondere Kriegsgräuel, schlecht erträgt und geschont werden möchte. Doch Mythen prüfen, und wenn nötig zerstören, war stets auch Aufgabe der Forschung.

Linda Klein hat für ihre Bachelorarbeit an der Macromedia-Hochschule in Köln 62 Journalisten sowie 153 Mediennutzende online befragt, wo für sie fotografische Kriegsberichterstattung in deutschen Print- sowie Onlinenachrichten an die Grenzen des Zumutbaren stößt.

Schöpfen Journalisten die durch den Pressekodex empfohlenen Normen aus? Wann veröffentlichen sie ein Foto nicht? Basierend auf Empfehlungen aus Bildethik, journalistischer Berufsethik und Publikumsethik fragte Klein nach der Macht der Bilder und dem vermuteten Potenzial. mehr

1000 Dollar für ein Menschenleben

Überlegungen zur Qualität im Krisenjournalismus

„Machen Sie deutlich darauf aufmerksam, dass Sie ein Journalist sind (tragen Sie keine Kleidung im Military-Look) und zeigen Sie deutlich Ihre Ausrüstung, so dass man Sie nicht mit einem Kriegsteilnehmer verwechselt. Überlegen Sie sich im Vorhinein sorgfältig Ihre Bewegungen. Beobachten Sie die Gewohnheiten der Einheimischen. (…) Stellen Sie sich tot, falls Sie verwundet werden.“ [1]

Diese überlebenswichtigen Tipps sind einem schmalen Notizblock entnommen, den die Menschenrechtsorganisation Reporter ohne Grenzen gemeinsam mit der UNESCO zum persönlichen Schutz an solche Journalisten verteilt, die berufsbedingt in Krisengebiete reisen.

Das im Original in englischer Sprache publizierte Büchlein trägt den bescheidenen Titel „Handbook for Journalists“ und ist zu einer Art internationalem Survival-Guide für Krisenjournalisten geworden: Es versucht mit nützlichen Ratschlägen und Hinweisen die gesamte Bandbreite an heiklen Extremsituationen abzudecken, in die Krisenreporter geraten können, wenn etwa Heckenschützen, Kidnapper, schwere Artillerie oder auch aufgebrachte Menschenmassen ihre Sicherheit bedrohen. mehr

Der Irak-Krieg in den US-Medien

Juli 28, 2010 von · Leave a Comment 

Erstveröffentlichung: Peace Journalism, War and Conflict Resolution

EJO Research

Kriege haben sich zu mediatisierten Ereignissen entwickelt und als solche durchleben sie in den Medien verschiedene Phasen der Aufmerksamkeit: Aufschwung, Umschwung und Abschwung. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „US coverage of conflict and the media attention cycle“, die aktuelle Forschungsergebnisse über die US-amerikanische Irak-Kriegsberichterstattung zusammenfasst.

Als zu Beginn des Irak-Kriegs die US-Regierung die Information verbreitet hat, dass Saddam Huseein Massenvernichtungswaffen besitze und enge Verbindungen zum Al Quaeda-Netzwerk habe, sind die meisten US-Medien zum Sprachrohr der Regierungspropaganda geworden. mehr

“Nimm eine Dusche, dann kommt das gut”

November 10, 2008 von · Leave a Comment 

Erstveröffentlichung: St. Galler Tagblatt

Das Grauen ist Alltag im Journalismus. Und danach? Welche Spuren hinterlassen solche Katastrophen im Leben der Journalisten selbst? Das war das Thema einer Tagung.

«Man hat auch das Recht, nicht traumatisiert zu sein, wenn man über traumatische Ereignisse berichtet», sagt Gregor Sonderegger, der Russland-Korrespondent des Schweizer Fernsehens.

An einer Tagung des Vereins Qualität im Journalismus berichtete er letzte Woche, wie er Anfang September 2004 quasi aus dem Kugelhagel des Sturms auf die Schule in Beslan heraus reportierte, wo Hunderte Geiseln (Schüler, Eltern, Lehrer) festgehalten wurden. «Ich war wie in einem Tunnel, ich berichtete einfach.» Damals war er noch nicht selber Vater, heute könnte er schwerer auf Distanz bleiben, vermutet er. mehr

Die Okkupation der Information

August 22, 2008 von · Leave a Comment 

Erstveröffentlichung: St. Galler Tagblatt

Rund um den Kaukasus ist auch ein Krieg um die Information geführt worden.

Der Kaukasus-Krieg weist nicht nur politisch auf eine Zeitenwende hin, sondern auch medial. Und auf mediale Defizite.

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„Da wird es einem zu viel“

Juli 9, 2008 von · Leave a Comment 

Erstveröffentlichung: Der Tagesspiegel

Ulrich Tilgner kritisiert das ZDF, Berichte aus Afghanistan und Marietta Slomka als Peking-Touristin.

Jetzt wird es für 200 Soldaten der Bundeswehr ernst: Sie haben im Norden von Afghanistan die Norweger als schnelle Eingreiftruppe abgelöst. Was bedeutet das für Sie als Journalist?
Diese Truppe übernimmt Heikles wie Einsätze gegen Terroristen und Aufständische, alles Dinge, die nicht fernsehöffentlich sein werden, und wo die Bundeswehr keine Journalisten „embedden“ wird. Das zeigt aber, dass sich die Bundeswehr immer mehr zu einer Kampftruppe entwickelt.

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Kosten, Täter und Opfer

Juni 17, 2008 von · Leave a Comment 

Erstveröffentlichung: Schweizer Journalist 12 /07 + 01 / 08

Allein schon dieser eine Betrag ist atemberaubend: Drei Millionen Dollar blättert die New York Times jährlich hin, um sich im Irak weiterhin ein Korrespondenten-Büro leisten zu können – die Gehälter der Journalisten nicht mitgerechnet.

Nur für Miete, Lebensversicherungen, fürs Wachpersonal, den Stromgenerator. Die Zahlen, die der Columbia Journalism Review (Nov./Dez. 2007) offenlegt, werfen einmal mehr die Frage auf, wie wir über Krieg und Terror informiert werden – und inwieweit es privaten Medienunternehmen zuzumuten ist, die Kosten dafür zu übernehmen. mehr

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