Ein Leben lang gemeinsam Lieblingssätze killen

24. Februar 2014 • Medienökonomie, Redaktionsmanagement • von

Michael Lang, Autor des Buches „Das Journalistenbüro“, benennt kritische Punkte bei einer Gründung

Wie wäre es gemeinsam statt einsam und gegeneinander? Viele Journalisten können sich die Gründung einer Gemeinschaft vorstellen - doch aller Anfang ist schwer.

Wie wäre es gemeinsam statt einsam und gegeneinander? Viele Journalisten können sich die Gründung einer Gemeinschaft vorstellen – doch aller Anfang ist schwer.
Bildquelle: Marcus Sümnick, flickr.com

Wer gehört in ein Team?

  • Spezielle fachliche Kenntnisse sind weniger wichtig als soziale Kompetenzen wie Kommunikations- und Kompromissfähigkeit

Wie groß kann ein Team sein?

Hier lautet die Devise:

  • Große schaffen mehr – auch mehr Organisationsaufwand.
  • Kleine können schneller handeln – aber nicht immer liefern, was der Auftraggeber wünscht.
  • Organisationen in der Größe von Kill Your Darlings sind außerhalb von Redaktionen eher selten, optimal sind laut Michael Lang hierarchielose Organisationen mit maximal 7 Personen

Was sind die Ziele?

  • Um Frust zu vermeiden, sollten alle wissen: Können sie mit der Gemeinschaft Karriere, zumindest gemeinsame Produkte machen oder ist jeder selbst für sein Einkommen verantwortlich?
  • Wenn gemeinsame Produkte das Ziel sind, sollten die Teammitglieder gezielt Synergien nutzen: nicht jeder muss an jedem Auftrag mitwirken

Wer macht was?

  • Funktionen innerhalb der Gemeinschaft sollten klar abgesteckt sein – nichts frustriert mehr als  Aufgaben, für die sich niemand zuständig fühlt.
  • Das gilt für fachliche Aufgaben bei der journalistischen Arbeit, aber auch für Organisationsleistungen wie etwa die Finanzverwaltung

Could we talk about…?

  • Kommunikation sollte möglichst einfach sein: Am besten eignen sich feste Redaktionssitzungen oder gar ein gemeinsames, barrierefreies Büro. Eine Zusammenarbeit wie bei Kill Your Darlings nur über Mail ist eher ungewöhnlich, langfristig sollte laut Lang als Ankerpunkt ein Büro angestrebt werden

Das leidige Thema Geld

Michael Lang empfiehlt folgende Strategie:

  • Gemeinsame Produkte sollten laut Lang auch gemeinsam entlohnt werden – somit sieht er in getrennten Rechnungen wie bei Kill Your Darlings einige Risiken. Stattdessen sollten die Mitglieder ähnliche Leistungen erbringen und ähnliche Honorare bekommen, damit es langfristig nicht zu Neid und Streitigkeiten kommt
  • Gibt es einzelne Produkte,  sollte auch die Kasse getrennt werden – erst wenn das Vertrauen in die Partner stimmt und alle in etwa gleich stark verdienen, sollte gemeinsame Kasse auch bei getrennten Produkten erwogen werden

Michael Lang, „Journalistenbüros: Was zu beachten ist“, Vortrag an der TU Dortmund, 25. Januar 2013/ „Das Journalistenbüro – Teamkonzepte für freie Journalisten“, UVK-Verlag, Reihe Praktischer Journalismus.

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