Trainingsprogramm zu Umwelt- und Klimajournalismus startet in frankophonen Nationen am Indischen Ozean

7. Mai 2026 • Ausbildung, Internationales, Top • von

Eine neue Schulungsinitiative, die sich an französischsprachige Länder im Indischen Ozean richtet, will die Berichterstattung über Umwelt- und Klimawandelthemen neugestalten und von einer reaktiven Berichterstattung hin zu einem tiefgehenden Umweltjournalismus gelangen.

Antananarivo, Madagascar. Bildquelle: Pexels

Das Programm, das von der Universität von Mauritius mit Unterstützung der UNESCO koordiniert wird, bringt aktive Journalisten aus Madagaskar, den Komoren, den Seychellen, Mauritius und Dschibuti zusammen. Dazu gehören auch Teilnehmer von der Insel Rodrigues sowie eine kleine Anzahl von Journalismusstudierenden und Mitarbeitern von Umwelt-NGOs.

Die Initiative entsteht vor dem Hintergrund zunehmender klimabedingter Katastrophen in der Region, von Zyklonen in Madagaskar bis hin zu Überschwemmungen, die die Infrastruktur in kleinen Inselgebieten wie Rodrigues beschädigen. Laut der Koordinatorin des Programms, Christina Chan-Meetoo, Dozentin für Medien und Kommunikation an der Universität von Mauritius, bleibe die Berichterstattung trotzdem oft in ihrem Umfang begrenzt.

„Wir haben erkannt, dass Journalisten im Alltagstrott gefangen sind. Sie neigen dazu, über die aktuellen Entwicklungen zu berichten, ohne unbedingt einen Schritt zurückzutreten, um das Gesamtbild zu betrachten“, sagte sie.

„Wir haben erkannt, dass Journalisten im Alltagstrott gefangen sind. Sie neigen dazu, über die aktuellen Entwicklungen zu berichten, ohne unbedingt einen Schritt zurückzutreten, um das Gesamtbild zu betrachten.“

Dies hat zu einer Berichterstattung geführt, die sich stark auf unmittelbare Ereignisse wie Sturmschäden oder Regierungsreaktionen konzentriert, während langfristige Trends, politische Implikationen und grenzüberschreitende Umweltzusammenhänge vernachlässigt werden. Die Schulung zielt darauf ab, diese Lücke zu schließen, indem sie Journalisten sowohl mit wissenschaftlichem Verständnis als auch mit praktischen Werkzeugen ausstattet, um tiefgreifendere, lösungsorientierte Berichte zu erstellen.

Die Fortbildung richte sich dabei in erster Linie an hauptberufliche Journalisten, so Chan-Metoo, die in Radio, Fernsehen, Printmedien und auf digitalen Plattformen tätig sind. Obwohl diese die Hauptzielgruppe bilden, wurde die Fortbildung auch auf Journalismusstudierende ausgeweitet. Zu den aktiven Journalisten, die sich für das Programm angemeldet haben, gehören laut Chan-Meetoo auch führende Kräfte verschiedener Redaktionen.

Wissenschaft, Finanzen und Naturschutz im Mittelpunkt

Das Schulungsprogramm ist in Phasen gegliedert und beginnt mit der Vermittlung von Grundlagenwissen. In der ersten Sitzung erläuterten Experten die wissenschaftlichen Hintergründe des Klimawandels und die wirtschaftlichen Dimensionen von Umweltkrisen, einschließlich Mechanismen zur Klimafinanzierung.

In den folgenden Sitzungen wird der Fokus auf den konkreten Austausch zu Themen rund um Umwelt und Klimawandel ausgeweitet. Dabei werden auch Fragen im Zusammenhang mit gefährdeten Arten wie der Rosentaube, einer seltenen in Mauritius heimischen Vogelart, und gefährdeten Reptilien behandelt.
„Hier geht es darum, zu zeigen, was vor Ort geschieht“, sagte Chan-Meetoo. „Nicht nur in der Theorie, sondern in konkreten Gesprächen über Erfolgsgeschichten und Herausforderungen.“

Ein zentraler Bestandteil des Programms ist die langfristige Betreuung durch Mentoren. Die Teilnehmenden werden über mehrere Monate hinweg Story-Ideen entwickeln, von Experten angeleitet werden und Berichte zur Veröffentlichung in ihren Heimatmedien erstellen. Die Projektergebnisse sollen im Oktober vorliegen.

Die Organisatoren hoffen außerdem, die Zusammenarbeit über nationale Grenzen hinweg fördern zu können. So könnten beispielsweise Journalisten aus verschiedenen Ländern gemeinsam regionale Themen wie die Meereswirtschaft untersuchen und dabei unterschiedliche Aspekte aus ihren jeweiligen Kontexten beleuchten.

„Umweltprobleme sind eng miteinander verknüpft, und das sollte auch für die Berichterstattung gelten.“

„Die Idee ist, Geschichten nicht isoliert zu betrachten“, sagte Chan-Meetoo. „Umweltprobleme sind eng miteinander verknüpft, und das sollte auch für die Berichterstattung gelten.“

Aufbau eines regionalen Zentrums

Über die individuelle Fortbildung hinaus verfolgt das Projekt das umfassendere Ziel, ein regionales Zentrum für Umweltjournalismus zu etablieren. Dazu sollen ein Netzwerk von Journalisten sowie eine Datenbank mit Wissenschafts- und Politikexperten gehören, die Medienschaffenden im gesamten Gebiet des Indischen Ozeans zugänglich wären.

Ein solches Zentrum würde sich einer der größten Herausforderungen für die Umweltberichterstattung in der Region stellen: dem begrenzten Zugang zu glaubwürdigen Quellen und Fachwissen. Die Initiative könnte auch langfristige Auswirkungen auf die journalistische Ausbildung haben.

Chan-Meetoo erklärte, die Ergebnisse des Programms würden in eine Überprüfung der Lehrpläne an der Universität von Mauritius einfließen und möglicherweise zu speziellen Modulen für Umwelt- und Klimajournalismus führen. „Derzeit wird dieses Thema in allgemeinen Journalismuskursen nur am Rande behandelt“, sagte sie. „Die Schulung gibt uns die Möglichkeit, einen strukturierteren Unterricht zu entwickeln.“

Bei Erfolg könnte das Modell in anderen Einrichtungen der Region repliziert werden und dazu beitragen, eine gut dokumentierte Lücke in der klimajournalistischen Ausbildung in Afrika zu schließen.

Erweiterung der Agenda durch gemeinsame Gestaltung

Ein unerwartetes Ergebnis des Projekts war das Entstehen neuer Themenbereiche durch die Einbindung der Öffentlichkeit. Nach dem Start des Programms haben Interessengruppen wie Vertreter von NGOs zusätzliche Blickwinkel vorgeschlagen, darunter etwa Themen rund um Tierschutz oder ethische Fragen wie Tierversuche.

Chan-Meetoo sagte, dies habe Pläne inspiriert, eine gemeinsame Datenbank mit Story-Ideen, Quellen und Forschungsmaterialien aufzubauen, zu der Experten und Praktiker beitragen. „Oft berichten Journalisten im Endeffekt über immer wieder dieselben Themen“, merkte sie an. „Aber es gibt viele unerschlossene Geschichten. So ein Co-Creation-Ansatz kann helfen, diese ans Licht zu bringen.“

Die Auswirkungen des Klimawandels verschärfen sich in der gesamten Region des Indischen Ozeans. So ist der Bedarf an fundiertem, sachkundigem Journalismus größer denn je. Durch die Kombination von wissenschaftlicher Ausbildung, Mentoring und regionaler Zusammenarbeit stellt die Schulung einen bedeutenden Schritt zur Stärkung der Rolle der Medien beim Erzählen von Klimageschichten dar.

Wenn die Ziele des Projekts verwirklicht werden, würde dies nicht nur die Art und Weise verändern, wie über Umweltfragen berichtet wird, sondern auch, wie sie von der Öffentlichkeit und politischen Entscheidungsträgern gleichermaßen verstanden werden.

Dieser Text wurde im Original am 13. April 2026 beim African Journalism Education Network (AJEN) veröffentlicht. Übersetzt von Judith Odenthal mithilfe von DeepL.

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